SUP-Rennen in der Schweiz: »Momentan fehlt es uns an Nachwuchs«

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Hallo Alain, Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst mir und den Lesern von meinem kleinen Blog ein paar Fragen zu beantworten. 2019 warst du als Sieger der SUP-Tour ja der beste Schweizer Paddler, hast dann die Schweizermeisterschaften aber leider verletzungsbedingt verpasst. Letztes Jahr fiel ja bekanntlich sowieso alles ins Wasser… Hoffst du dir deinen Thron zurückzuholen, sofern bald wieder Rennen stattfinden?

Thron ist ein grosses Wort… Mein grösstes Ziel dieses Jahr ist sicher die Schweizer Meisterschaft im September, die zum ersten Mal unter der Schirmherrschaft sowohl vom Kanu- als auch vom Surfverband stattfinden wird. Zur Zeit bin ich jedoch noch sehr polysportiv unterwegs und arbeite an meinen Grundlagen, da der Saisonhöhepunkt erst so spät in der Saison kommt.

 

2024 soll in Paris ja auch erstmals in der Disziplin SUP Race um Medaillen gekämpft werden, ist die Teilnahme an den Spielen ein Ziel von dir?

Sollte das wirklich der Fall sein wäre das natürlich ein super Ziel. Wer würde schon nicht gerne sein Land an einer Olympiade vertreten. Auch die Entwicklung der Weltmeisterschaften unter der Schirmherrschaft des Kanuverbands sind sehr interessant. Wichtiger als grosse Wettkämpfe für die Elite-Athleten sind meiner Meinung nach jedoch die Vereine, die beginnen Junioren zu trainieren. Momentan fehlt es uns extrem an Nachwuchs in der Schweiz und das Durchschnittsalter der Athleten steigt immer weiter. Wenn wir es nicht schaffen Junioren auszubilden werden wir international nie Konkurrenzfähig sein.

Vorneweg: Alain beim Rennen der SUP Tour Schweiz 2019 in Luzern. Pic: Luck Photography

Wie sieht dein Trainingspensum aus? Wie oft bist du in der Woche auf dem Wasser und was trainierst du? (Sommer/Winter)?

Die Anzahl Trainingseinheiten ist über das Jahr hinweg konstant bei 6-8 Trainings pro Woche. Der Umfang und die Intensität variieren jedoch stark. Im Winter sind die Trainings länger, dafür bin ich weniger pro Woche auf dem Wasser und mache auch andere Ausdauersportarten wie Laufen, Langlaufen, Skitouren, usw. Je näher die Saison kommt umso intensiver und kürzer werden die Trainings und der Anteil der Einheiten auf dem Wasser steigt. Im Fokus stehen dann Intervalle für Geschwindigkeit.

 

Wie findest du, dass du den See heutzutage mit vielen anderen Paddlern teilen musst?

Finde ich super. Wenn ich wirklich trainieren will gehe ich meist früh morgens auf den See, da bin ich noch ziemlich allein. Ich freue mich natürlich auch, wenn sich einige wenige der vielen neuen Paddler*innen auch für Paddeln als Sport oder sogar Wettkampfsport begeistern lassen.

Auch international unterwegs: Alain an der 11-City Tour, einem dreitägigen Rennen über 220 km, welches in den Niederlanden stattfindet. Pic by: Luck Photography


Wie bist du überhaupt zum Paddeln gekommen?

Zu wenig Wind. Ich war vor dem Paddeln Windsurfer und habe mit SUP als «Flautenbeschäftigung» angefangen. Da ich dann aber mehr auf dem SUP unterwegs war als am Windsurfen habe ich ziemlich schnell den Fokus gewechselt und mit Paddelwettkämpfen angefangen. Als ich da dann auch besser abgeschnitten habe als beim Windsurfen war die Entscheidung schnell gefällt mich aufs SUP zu konzentrieren.

 

Du bist ja nicht nur ein Race-Paddler, sondern gibst auch Kurse und bildest Instruktoren aus. Hast du zum Abschluss irgendwelche Tipps für Anfänger?

Wichtigste Tipps: Ihr zieht euch am Paddel nach vorne, nicht das Paddel durchs Wasser (wie ein Start beim Ski-Cross). Die Arme sind schwach. Deshalb lockere und gestreckte Arme, die Kraft dafür aus Schulter, Rumpf und Hüfte.

 

Vielen Dank für deine Zeit, Alain. Ich wünsche dir natürlich viel Kraft fürs Training und viel Glück beim Erreichen deiner Ziele. 

 

Wenn auch du dich für die Teilnahme an einem SUP-Rennen interessierst, dann behalte die Entwicklung rund um die neue SUP-Tour Schweiz im Auge. Gepaddelt wird im Normalfall in der Kategorie Long Distance und Short Distance. Dabei kann man sowohl mit Hardboards als auch mit Inflatables teilnehmen.

Stay tuned
Lüge


Meine anderen Beiträge

1 – Begrüssung
2 – Welche Arten von SUPs gibt es?
3 – Welches SUP passt zu  mir?
4 – Hand oder Elektropumpe?
5 – Sicherheit auf dem Wasser
6 – Eine Erklärung für Preisunterschiede bei Inflatables
7 – SUP-Rennen in der Schweiz
8 – Paddeltechnik für Anfänger

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About Author

Lukas Moor

Seit 2018 bin ich bei Indiana Paddle & Surf tätig. Mittlerweile bin ich als Brand Manager angestellt und kümmere mich um die Kommunikation und um Events. In den letzten Jahren hatte ich viel mit Kunden und ihren Anliegen zu tun, weshalb ich mich entschlossen habe, die dringendsten Fragen auf diesem Blog zu beantworten.

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