10 Ideen gegen Food Waste, die man in Zürich kennen muss

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In Zürich gibt es immer mehr Einzelpersonen und Unternehmen, welche sich für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung einsetzen. In diesem Blogbeitrag stelle ich euch zehn Ideen gegen Food Waste etwas näher vor.

1. Äss-Bar

Die «Äss-Bar» ist vielen Zürchern und Zürcherinnen bereits ein Begriff und mit zwei Filialen sowie Foodtrucks auf dem ETH Campus nicht mehr aus der Stadt wegzudenken. Mit der Idee Backwaren vom Vortag zu verkaufen, gilt dieses «Projekt» als Vorbild im Kampf gegen Schweizer Food Waste. Die Preise sind unschlagbar günstig, wobei die Partnerbäckereien immer noch einen Anteil am Umsatz erhalten. Mit dem Motto «Frisch von gestern» verhindern sie landesweit das Wegschmeissen einiger hundert Tonnen von noch geniessbaren Backwaren.

Äss-Bar

2. Too Good To Go

Das Ziel der App «Too Good To Go» ist Essen von zahlreichen Unternehmen vor dem Abfall zu retten. Das dänische Unternehmen überzeugt mit einer sehr benutzerfreundlichen App, günstigen Preisen und einem vielfältigen Angebot im Raum Zürich. So können Restaurants, Bäckereien, Cafés, Hotels und Supermärkte ihre wertvollen Lebensmittel an Selbstabholer verkaufen. Kunden wiederum lernen so neue Angebote in ihrer Umgebung kennen.

Too Good To Go

3. Grassrooted & Rampe21

Der Verein «grassrooted» hat sich als Ziel gesetzt das Problem Food Waste bei seiner Wurzel zu lösen: Sie machen sich stark für einen gesamtgesellschaftlichen Wandel und ein Umdenken in der Schweizer Landwirtschaft. Ihre Idee ist nicht normgerechtes Gemüse und Obst in den Lebensmittelkreislauf zurückzubringen. Auf diesem Wege kümmern sie sich laufend um Rettungsaktionen von Lebensmitteln. Zusätzlich bieten sie seit Juli 2020 in der «food cooperative rampe21» ein ökologisches Sortiment an Lebensmitteln für den täglichen Gebrauch an. Ein Besuch in der «rampe21» lohnt sich auf jeden Fall.

Grassrooted

4. Madame Frigo

Das Berner Unternehmen «Madame Frigo» stellt in der ganzen Schweiz öffentlich zugängliche Kühlschränke auf. Auch in Zürich sind davon einige zu finden. Hier kann man rund um die Uhr Lebensmittel vorbeibringen. Im Gegenzug darf man auch das nehmen, was man gerade zuhause braucht. Die einzige Regel dabei: Das Mindesthaltbarkeitsdatum darf überschritten sein, nicht aber das Verbrauchsdatum. Eine super Lösung, wenn man einmal zu viel eingekauft hat oder, wenn man vor seinen Ferien nicht mehr alle Lebensmittel verwerten kann.

Madame Frigo

5. Zum guten Heinrich

Das Catering «Zum Guten Heinrich» verwendet in der Küche nebst qualitativ hochstehenden Produkten auch unkonventionelle Lebensmittel. Bei Letzterem geht es um unförmiges Obst und Gemüse, das den Verkaufsnormen nicht entspricht und deshalb auf dem Acker liegen geblieben ist. Um es vor dem Abfall zu retten, wird daraus etwas Feines gezaubert. Die saisonalen Kreationen können als Catering bestellt oder im Bistro an der Birmensdorferstrasse genossen werden.

Zum guten Heinrich

6. Foodsharing

«Foodsharing» ist ein Netzwerk aus ehrenamtlich tätigen Personen, die überschüssige Lebensmittel von Unternehmen aber auch privaten Haushalten retten. Über ihre Online-Plattform kann man Lebensmittel teilen, wie auch beziehen.

Foodsharing

7. Gartengold

Das in Zürich ansässige Unternehmen «Gartengold» presst aus Ostschweizer Apfelsorten leckeren 100 % natürlichen Apfelsaft. Hierfür pflücken Erntehelfer und -helferinnen mit Unterstützungsbedarf Äpfel, die nicht verwertet werden würden, aus zahlreichen Schweizer Gärten. Durch die vielen verschiedenen, älteren wie auch oft seltenen Apfelsorten ergibt jede Ernte einen anderen einzigartigen Mix. Nebst Apfelsaft kann man auch eine prickelnde Schorle oder einen spritzigen Cider (4.8 % Vol.) direkt über den Online Shop von «Gartengold» beziehen.

Gartengold

8. NADAS @Centrale Végétale

Habt ihr schon einmal «NADAS» probiert? Diese anti-food-waste Empanadas werden aus gerettetem Bio Gemüse aus der Region Zürich kreiert. Bestellen könnt ihr sie über den Online Shop von «Centrale Végétale» oder dem neuen Zürcher Lieferservice «Daabavelo» (Super Sache: Das Essen wird per Velo in umweltschonenden wie auch wiederverwendbaren Behältern geliefert).

Centrale Végétale

Daabavelo

9. SUUR

Braucht ihr noch eine peppige Beilage für den nächsten Raclette-Abend oder eine besondere Zutat für euer Sandwich? Dann macht euch das kreative Angebot von «SUUR» bestimmt glücklich. Durch das Einlegen und das Fermentieren von hochwertigem Gemüse und Obst machen sie den Geschmack über die Saison haltbar. Für die hochwertigen Kreationen verwenden sie lokale Überproduktionen und Gemüse, das den Normanforderungen des Grosshandels nicht entsprach. Ihr findet die Produkte online oder in zahlreichen Zürcher Läden, wie beispielsweise im BachserMärt.

SUUR

PS: Auch Bio Mio verwendet für ihr Eingemachtes überschüssiges Gemüse und Obst, welches aufgrund von Normanforderungen und Verbrauchervorlieben nicht in den Verkauf kam.

Bio Mio

10. Bread Beer

Die berühmte «Confiserie Bachmann» aus Luzern ist seit wenigen Jahren auch in Zürich mit ein paar Filialen vertreten. In diesen bleiben nach Ladenschluss sehr oft unverkauftes Brot liegen. Die Confiserie fand jedoch einen genialen Weg, dieses alte Brot wiederzuverwenden. Und zwar wird aus dem unverkauften Brot ein Bier gebraut – das Bread Beer (auf Deutsch «Brot-Bier»).

Confiserie Bachmann

Habt ihr in Zürich bereits Erfahrungen mit Projekten gegen Food Waste gemacht? Welche der oben erwähnten Ideen gefällt euch denn am besten?

Ich freue mich eure Meinung und von euren Erfahrungen zu hören. 😊

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About Author

Hoi zämme! Ich bin ein Food Lover aus Zürich. Ob zuhause oder in einem Restaurant, gutes Essen macht mich einfach glücklich. Vor allem für einen spontanen Restaurantbesuch mit Freunden bin ich immer zu haben. Darunter litten die Lebensmittel in meinem Kühlschrank aber leider schon öfters. Beim Entsorgen von verdorbenem Gemüse oder verschimmelten Brot, habe ich dann immer ein schlechtes Gewissen. Deshalb will ich lernen wie ich mit kleinen Schritten im Alltag meinen Food Waste zuhause verringern kann. Zudem wundere ich mich was ausserhalb meiner vier Wände, in Zürich, zu diesem Thema bereits geschieht und wie ich die Food Waste Reduzierung unterstützen kann.

12 Comments

    • Hallo Hannah
      Ja es gibt bereits einige. Hoffe, dass dir das ein oder andere Projekt zusagt. 🙂 Ich hoffe es werden in Zukunft noch mehr solch gute Ideen umgesetzt. 🙂
      Liebe Grüsse
      Sophia

  1. Bruce Brunold on

    Hoi Sophia

    Alles sehr gute Programme/Projekte um den Food Waste in der Schweiz, respektive in Zürich, zu vermindern.
    Ich hoffe nur, dass diese Projekte nicht das Schlechte in uns weckt und wir, weil wir solche Projekte haben, mehr kaufen als wir tatsächlich brauchen.
    Wie es mit Madame Frigo funktioniert, würde mich brennend interessieren.

    Lg Bruce

    • Hallo Bruce
      Vielen Dank für deinen Input. Ich denke man muss bei den meisten Dingen im Leben das richtige Mass finden. Auch hier bei diesen Projekten hoffe ich, dass die Menschen nicht übermütig werden und beispielsweise zu viel Essen von Apps wie “Too Good To Go” bestellen, welches sie dann doch wegschmeissen müssen. Ich glaube aber nicht, dass zu viele Menschen übermütig werden. Ich glaube, dass diese Projekte einen sehr wertvollen Einfluss auf unser Bewusstsein und unser Konsumverhalten haben. Madame Frigo ist eine coole Idee. Man kann hier zu jeder Zeit Gemüse, Obst, Brot und verschlossene Produkte vorbeibringen. Unter folgendem Link findest du mehr Informationen: https://www.madamefrigo.ch/de/

      Ganz liebe Grüsse
      Sophia

  2. Ich bin ja auch dafür, dass man nicht soviel wegwirft. Finde es aber schon mega cool, dass man über diesen Blog endlich mal mit bekommt, was und wo es bereits was gibt und wer sich diesbezüglich engagiert. Toll, dass man das mal so konzentriert nachlesen kann.
    Die Idee mit den Kühlschränken find ich besonders gut, aber wo bitte stehen die?? Danke für die Recherche Sophia und für all die Infos über unsere Möglichkeiten hier in der Stadt….
    Weiter so….

    • Liebe Susanne
      Vielen Dank für dein Kompliment. Ich freue mich, wenn dir die Tipps gefallen und du hoffentlich das ein oder andere einmal ausprobieren wirst. In der Stadt Zürich gibt es neun öffentlichen Kühlschränke von Madame Frigo. Ihre Standorte findest du unter nachfolgendem Link: https://www.madamefrigo.ch/de/standorte/
      Würde mich freuen wieder von dir zu hören.
      Liebe Grüsse
      Sophia

  3. Wow die Projekte sind alle toll! Leider noch nicht ganz so bekannt (ich persönlich kannte viele nicht). Too good to go nutzte ich selber bereits einige Male und finde die App klasse!!

    • Liebe Tamara
      Vielen Dank für deine Nachricht. Es freut mich sehr, wenn ich dir ein paar neue Projekte in der Stadt Zürich vorstellen konnte. Wünsche dir viel Spass beim ausprobieren. 🙂
      Liebe Grüsse
      Sophia

  4. Cool, Danke für die spannende Liste. Too good To go ist eine super App, gerade wenn man in der Stadt wohnt, gibt es fast immer irgendwo was zu holen und man kann sich z.B. auch plötzlich für wenig Geld Sushi leisten 😉
    Die Zero-Waste Läden Foifi und Zollfrei sind auch noch gute Adressen finde ich. So kann man gezielte Mengen einkaufen und sie geben auch Gemüse und Obst raus was „nicht so schön“ aussieht. Sowie das neue App von V-Zug, „V-Kitchen“, ist noch interessant, dort kann man Rezepte nach Zutaten suchen, die man noch zu Hause hat.. ganz hilfreich für die Resteverwertung 🙂

    • Hallo Corina
      Vielen Dank für deine Nachricht. Ich mag “Too Good To Go” auch sehr gerne. Wie du bereits gesagt hast, gibt es immer wieder super Angebote. Für wenig Geld, gibt es doch sehr gute Speisen wie beispielsweise Sushi :). Die Zero Waste Läden helfen meiner Meinung nach auch das Problem “Food Waste” zu bekämpfen und fördern das bewusste Einkaufen. Solche Läden sollte ich eigentlich auch vermehrt besuchen. Danke für den Input.
      Die App von V-Zug kenne ich noch nicht, muss ich aber mal anschauen. Ich kenne aber ein ähnliches Konzept. Vielleicht gefällt dir ja auch die App “MyFoodway” oder die folgende Website: https://restegourmet.de/.
      Ganz liebe Grüsse und hoffentlich bis bald wieder auf meinem Blog
      Sophia

  5. Hey Sophia
    Vielen Dank für die tollen Tipps! Wusste gar nicht, dass es so viele Möglichkeiten gibt. Als Food Lover möchte ich auch etwas mehr auf mein Kauf-/Verbraucherverhalten achten und so auch Food Waste reduzieren können. Ich denke da werde ich öfters auf deine Liste zurückgreifen. 😊

    • Hallo Antonella
      Vielen Dank für deine Nachricht. Es freut mich sehr, wenn dir meine Tipps helfen und ich hoffe, dass du sie bald einmal ausprobieren kannst.
      Ganz liebe Grüsse und bis bald
      Sophia

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