Seit 2017 steht die Diagnose: Ich habe Zöliakie. Dies ist nun vier Jahre her und inzwischen ist das Konsumieren von glutenfreien Produkten zum Diättrend geworden. Aber ob die «Nicht-Zölis» auch wirklich wissen, was Zöliakie ist und warum wir glutenfreie Produkte essen MÜSSEN? Hier fünf Dinge, die jede/-r über Zöliakie wissen sollte.
1. Zöliakie ist eine Autoimmunkrankheit und nicht «trendy».
Zöliakie ist eine Autoimmunkrankheit und kein Lebensstil, für den man sich bewusst entschieden hat. Glaubt mir, wenn ich nicht müsste, würde ich auf das «Gipfeli» am Sonntag nicht verzichten.
Bei der Zöliakie handelt es sich um eine Krankheit, die von Bestandteilen des Glutens ausgelöst wird. Gluten ist das Klebereiweiss, das in verschiedenen Getreidesorten (bspw. Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel, usw.) vorkommt. Der Konsum von Gluten führt bei Betroffenen zur Schädigung der Dünndarmschleimhaut, konkret zum Abbau der Dünndarmzotten. Bei einer Schädigung dieser kann der Körper lebenswichtige Nährstoffbestandteile nicht richtig verdauen und aufnehmen. Auf Dauer kann dies zu Nährstoffdefiziten, Mangelerscheinungen und Krankheiten führen. Im schlimmsten Fall sogar zu Krebs.
In der Schweiz ist rund ein Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen.
2. Es gibt nicht DIE Symptome bei einer Zöliakie.
Die Symptome einer Zöliakie können in Art und Intensität sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig sind die Beschwerden minimal und nur einzelne Symptome treten auf. Die häufigsten habe ich euch nachstehend aufgeführt:
- Abgeschlagenheit
- Appetitlosigkeit
- Bauchschmerzen
- Blähungen
- Durchfall
- Erbrechen
- Müdigkeit/Schlappheit
- Nährstoffmangelerscheinungen
- Übelkeit
- Verstopfungen
Die Symptome fallen aber auch unterschiedlich aus, wenn man bereits weiss, dass man Zöliakie hat. Es gibt Betroffene, die bei der kleinsten Aufnahme von Gluten Symptome wie Bauchschmerzen oder Übelkeit aufweisen. Es gibt aber auch Zölis, die gar keine sofortigen Symptome verspüren. Aber auch wenn man beim Konsum von Gluten keine sofortigen Symptome zeigt, darf man nicht vergessen, dass die Zerstörung der Darmzotten trotzdem passiert. Langzeitfolgen treten ein. Daher mein Motto: «Better be safe than sorry!». Eure Körper werden es euch danken?
3. Zöliakie bleibt – für immer.
Die zurzeit einzige Behandlung ist der lebenslange Verzicht auf glutenhaltige Produkte. Nach einiger Zeit der glutenfreien Ernährung erholen sich die Darmzotten wieder, sodass sich auch die Nährstoffaufnahme wieder normalisiert.
Diese strikt glutenfreie Ernährung ist wichtig, denn auch nur die kleinste Menge an Gluten kann die Dünndarmentzündung wieder hervorrufen. Für Betroffene bedeutet dies: Einmal Zöliakie, immer Zöliakie.
4. Es gibt (noch) keine Medikamente gegen Zöliakie.
Bei einer Zöliakie gibt es, anders als bei einer Histaminintoleranz beispielsweise, noch kein Medikament, das vor dem Essen eingenommen werden kann. Es wird zwar intensiv geforscht, aber ein Mittel existiert noch keins.
5. Gluten steckt nur in Brot und Pasta – das stimmt nicht!
Das waren auch meine ersten Gedanken, als ich die Diagnose gestellt bekam. Einfach kein Brot und keine Pasta mehr essen, an das kann man sich ja noch gewöhnen. Aber tatsächlich steckt das Gluten in mehr Produkten, als uns bewusst ist. Beispielsweise in Bier und Sojasauce, wusstet ihr das?
Dieses Gluten lauert überall. Das Lesen von Labels hilft dabei sehr. Wann ein Produkt ein glutenfreies Label erhält und warum gewisse Produkte glutenfrei sind, auch wenn «kann Spuren von Gluten enthalten» draufsteht, das verrat ich euch in meinem nächsten Blog-Post.
Wie sieht es bei euch auch? Leidet ihr an Zöliakie oder kennt jemanden, die/der an Zöliakie leidet? Teilt mir eure Geschichten mit! Ich freue mich, von euren Erfahrungen und Meinungen zu lesen!
Annina
Quellen:
Liebe Annina
Spannender Beitrag, hatte noch nie irgendwelche Berührungspunkte mit dem Thema Zöliakie.
Bin gespannt auf weitere Posts! 🙂
Viel Erfolg
GLG
Nagihan
Liebe Nagihan
Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Freut mich hat dir meinen Beitrag gefallen.
Liebe Grüsse
Annina
Hey Annina! Toll, dass du auf das Thema aufmerksam machst und was es wirklich bedeutet. Ich bin auch in einem Haushalt mit «Zöliakie» aufgewachsen. Zwar hatte ich selber Glück und bekam es nicht vererbt, weiss aber das der Verzicht auf das Gipfeli definitiv nicht freiwillig ist. Hab deinen Blog gleich weitergeleitet und bin gespannt mehr zu lesen 🙂
Hallo Alexis
Danke für dein Feedback! Uuf, da hattest du ja Glück, bist du Zöliaki-frei geblieben;) Freut mich hast du den Blog weitergeleitet. Habe soeben einen weiteren Blog-Post mit einem Mini-Guide für den glutenfreien Einkauf gepostet. Eventuell auch was für dich?
Schönen Abend wünsch ich dir noch!
Annina