DaziT ist das Transformationsprogramm des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit. Doch wer es nur als IT-Modernisierung versteht, greift zu kurz. Grosse Transformationen scheitern selten an Technologie, sondern daran, dass Fachlichkeit, Prozesse, Recht und IT nicht zusammenpassen. Genau dort wird Enterprise Architecture entscheidend.
Digitale Transformation wird schnell als technisches Thema abgehakt: Systeme einführen, Schnittstellen bauen, alte Anwendungen ersetzen. Beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit zeigt sich aber rasch, dass das zu kurz greift. Prozesse werden neu gedacht, Datenflüsse verändert, Partner eingebunden und das alles gleichzeitig, während Organisation und Rechtsgrundlagen ebenfalls im Wandel sind. Genau diese Gleichzeitigkeit macht DaziT zu einem der komplexesten Transformationsprogramme der Bundesverwaltung.
Wenn alle dasselbe wollen und trotzdem aneinandergeraten
Das Spannungsfeld in solchen Vorhaben entsteht nicht durch bösen Willen. Es ist strukturell. Der Fachbereich will vereinfachen und Abläufe effizienter gestalten. Die IT will stabile, sichere und integrierbare Systeme bauen. Die Organisation braucht klare Verantwortlichkeiten und Rollen. Und das Recht setzt Grenzen, die sich nicht wegdiskutieren lassen.
Was für eine Seite eine Lösung ist, erzeugt auf der anderen neue Komplexität. Was technisch möglich ist, ist nicht automatisch rechtlich zulässig. Und was organisatorisch Sinn ergibt, passt nicht immer zu bestehenden Strukturen. Wer das unterschätzt, merkt es oft erst, wenn die Systeme zwar laufen, aber niemand so arbeitet, wie es gedacht war oder wenn übersehene Abhängigkeiten plötzlich andere Teilprojekte blockieren. Solche Probleme lassen sich im Nachhinein kaum korrigieren, weil sie entstehen, wenn zu Beginn zu wenig über den Tellerrand geschaut wurde.
Enterprise Architecture als Übersetzerin
Genau hier wird Enterprise Architecture relevant. Nicht als Dokumentationsübung, nicht als theoretisches Konzept für Architekturdiagramme. Sondern als praktische Orientierungshilfe mitten im laufenden Betrieb: Welche Prozesse verändern sich gerade? Welche Systeme hängen voneinander ab? Wo kollidieren fachliche Wünsche mit technischen oder rechtlichen Realitäten?
Architektur übernimmt dabei eine Übersetzungsfunktion zwischen Fachlichkeit, Technik, Organisation und Governance. Sie schafft ein gemeinsames Bild und damit die Grundlage für Entscheidungen, die nicht im Silo getroffen werden. Ohne diese Arbeit bleiben Zuständigkeiten unklar, Abhängigkeiten unsichtbar und Missverständnisse vorprogrammiert. In einem Programm mit Dutzenden beteiligten Stellen ist das kein theoretisches Risiko, sondern Alltag.
Was DaziT lehrt
Neue Software bringt wenig, wenn Prozesse und Verantwortlichkeiten nicht mitgedacht werden. Das klingt banal, wird in der Praxis aber regelmässig unterschätzt, weil Systeme sichtbar sind und Organisationsarbeit es oft nicht ist. Wer ein Programm nur an ausgelieferten Releases misst, sieht nur einen Teil der Realität.
Daten müssen klar definiert sein. Ein Begriff, den zwei Stellen unterschiedlich verstehen, kann monatelange Diskussionen auslösen, auch wenn die Technik einwandfrei läuft. In Programmen wie DaziT, wo viele Partnerorganisationen eingebunden sind, ist ein gemeinsames Begriffsverständnis keine Kleinigkeit, sondern Voraussetzung für funktionierende Zusammenarbeit. Das gilt für technische Schnittstellen genauso wie für das alltägliche Gespräch zwischen Fachbereich und IT.
Recht und Governance sind keine Bremse, sondern Teil der Lösung. Wer sie zu spät einbindet, zahlt später einen höheren Preis in Form von Nachbesserungen, Verzögerungen oder im schlimmsten Fall von Systemen, die so nicht betrieben werden dürfen.
Der Name sagt es eigentlich schon: «Dazi» heisst auf Rätoromanisch Zoll, das «T» steht für Transformation. Nicht Digitalisierung, nicht Modernisierung sondern Transformation. Das ist ein Anspruch, der grösser ist, als er auf den ersten Blick wirkt. Und der zeigt, dass es am Ende nicht um Technologie geht, sondern um Menschen, Zusammenarbeit und gemeinsames Verstehen.
Dieser Blog-Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.
