„Bei mir zu Hause gibt es doch nichts zu holen.“

Cybersecurity betrifft alle, denn Daten und IT-Systeme sind wertvoll und Cyberangriffe können für Unternehmen existenzbedrohende Folgen haben. Prävention, das Erkennen von Schwachstellen und gezielte Unterstützung sind entscheidend, um sich wirksam vor solchen Angriffen zu schützen.  Meine beruflichen Erfahrungen, der Besuch beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und mein eigener Cybervorfall haben mir gezeigt: Security beginnt bei jedem Einzelnen – denn jeder ist für seinen Eigenschutz verantwortlich.

2022 zerstörte ein Cyberangriff meinen Netzwerkspeicher samt Daten. Dank Backup ging nichts verloren.

Durch das CAS-Krisenmanagement und Organisationale Resilienz beschäftige ich mich intensiv mit Risiken, Krisen und Resilienz. Dabei taucht ein Thema Cybercrime immer wieder auf. Im CAS sprechen über Unternehmen, deren Existenz durch einen Cyberangriff bedroht wird. Daten werden verschlüsselt und sensible Informationen können gestohlen oder veröffentlicht werden. Oft beginnen solche Krisen mit dem gleichen Gedanken, der mir zuhause zum Verhängnis wurde: „Bei uns gibt es doch nichts zu holen.“

Doch genau das ist ein gefährlicher Irrtum. Daten haben einen Wert. Zugänge haben einen Wert. Und ein funktionierendes IT-System hat einen Wert.

Prävention kostet, ein Cyberangriff aber deutlich mehr

In meinem beruflichen Umfeld als Mitarbeiter des Kommando Cyber sehen wir täglich Cyberangriffe – teilweise auch auf staatliche und kritische Infrastrukturen. Der Bund verfügt über Spezialisten, die Angriffe erkennen, abwehren und teilweise zurückverfolgen können.

Für kleinere Unternehmen ist ein eigenes Cybersecurity-Team hingegen oft keine realistische Option. Umso wichtiger ist es, sich Unterstützung zu holen, Schwachstellen zu erkennen und diese möglichst zu beheben, bevor ein Angreifer sie findet. Denn Prävention kostet zwar Geld – ein erfolgreicher Cyberangriff jedoch kann deutlich mehr kosten.

Cybersecurity beginnt bei jedem Einzelnen

Der Besuch mit dem CAS zusammen beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hat mir nochmals eindrücklich gezeigt, wie präsent das Thema Cybersecurity heute ist. Auf deren Webseite gibt das BACS aktuelle Warnungen, Informationen und praktische Tipps für Privatpersonen genauso wie für Unternehmen.

Cybersecurity ist nicht nur die Aufgabe von IT-Spezialisten. Sie beginnt bei jedem Einzelnen von uns.

Denn die entscheidende Frage ist nicht: „Gibt es bei mir etwas zu holen?“ Sondern: „Bin ich ausreichend geschützt, wenn jemand versucht, es zu holen?“

Cybersecurity betrifft uns alle. Jeder trägt Verantwortung für seine eigene digitale Sicherheit. (Eigene Fotografie, gestellt)

 

Benjamin Fischer

Benjamin Fischer ist Chef Fachführung und Projekte bei Kommando Cyber der Schweizer Armee und absolviert zum Zeitpunkt der Publikation den W.IBRCAS-KMOR.2601 an der Hochschule Luzern.

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