Holistic Health definiert Gesundheit als ganzheitliches System, das zur individuellen Verantwortung auch gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Faktoren umfasst. Im Unternehmenskontext heisst das: Gesundheit am Arbeitsplatz sollte weit über Obstkörbe hinausgehen.
Der Obstkorb und der Wasserspender in der Kantine sind bei vielen Unternehmen noch ein gängiger Standard. Das ist gut und recht, es braucht aber mehr: nämlich eine Gesundheitskultur mit wirksamen und strukturellen Massnahmen.
Als Generalagent der CSS Versicherung ist das Thema Gesundheit ein ständiger Begleiter – nicht nur im Kundenkontakt. Durch meinen Führungsstil versuche ich, positiven Einfluss auf die mentale Gesundheit und das Wohlbefinden meiner Mitarbeitenden zu nehmen.
Mein EMBA-Studium habe ich zum Anlass genommen, mich näher mit dem Megatrend Gesundheit zu beschäftigen. Meine Erkenntnis: Neben Gesundheitsförderung und Prävention in persönlichem Interesse spielen auch der Arbeitgeber – insbesondere der Führungsstil seiner Führungskräfte – sowie das Arbeitsumfeld eine wichtige Rolle.
Mitarbeitende verbringen mit rund acht Stunden etwa ein Drittel ihres Tages im Unternehmen. Was bedeutet das im Gesundheitskontext?
Drei Hebel für gesunde Arbeit
Gesundheit im Unternehmen entwickelt sich dort nachhaltig, wo Führung, Arbeitsgestaltung und Zusammenarbeit im Einklang zusammenspielen.
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Eine gute Arbeits- und Führungskultur gestalten: In meiner Generalagentur haben wir uns gemeinsam mit allen Mitarbeitenden über einen längeren Zeitraum mit unserer Arbeits- und Führungskultur aktiv auseinandergesetzt. Dabei sprachen wir vertieft über unsere Werte, geltende Normen, unser Verhalten, getroffene Entscheidungen und deren Folgen, den gegenseitigen Umgang und über Erreichtes sowie Verpasstes. Das Ergebnis war ein neuer Verhaltensstandard und Klarheit für alle Mitarbeitenden, aber vor allem ein spürbarer Teamspirit und mehr psychologische Sicherheit. Das zeigte sich auch in Form von weniger Krankheitsausfällen sowie mehr Stabilität und mentaler Stärke in Stresssituationen.
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Eine zeitgemässe Arbeitsgestaltung bieten: New Work ist zurzeit in aller Munde: Man soll dann und dort arbeiten, wo die Wirkung am grössten ist. Bei uns in der Generalagentur arbeiten die Kundenberatenden nicht nach einem starren Eight-to-five-Modell, sondern mit flexiblen Arbeitszeiten. So können sie ihre Arbeit besser auf die eigenen Bedürfnisse und auf jene der Kundinnen und Kunden abstimmen. Dazu wird auch ortsunabhängiges Arbeiten ermöglicht. In Zeiten von steigender Nachfrage nach Online-Beratungen lässt sich die Arbeit auch in unserem Jobprofil flexibler gestalten.
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Resilienz fördern: Dass Resilienz zu weniger Ausfällen führt, sollte hinlänglich bekannt sein. In der Generalagentur Baden haben wir durch offenen und ehrlichen Umgang miteinander über Jahre stabile soziale Beziehungen und eine gute Selbstfürsorge aufgebaut. Als Vorgesetzter achte ich mich auf realistische Zielsetzungen in Jahresgesprächen und biete häufig ein offenes Ohr an – am liebsten bei einem spontanen Espresso. In diesen kürzeren und informellen Gesprächen spüre ich viel heraus, wie hoch das Stressniveau meiner Mitarbeitenden ist, wie vergangene Rückschläge verarbeitet wurden oder wo es Reibungen gibt. Auf diese Weise gemeinsam kommunizieren zu können ist ein wichtiger Teil unserer gelebten Kultur.
Der Blick aufs Ganze
Gesundheit ist mehr als die Summe einzelner Massnahmen. Sie ist das Ergebnis eines bewussten Miteinanders, klarer Werte und eines Arbeitsumfelds, das Menschen wirklich in den Mittelpunkt stellt.
Obstkörbe sind nett, doch echte Wirkung entsteht dort, wo Führung Haltung zeigt, Strukturen stimmen und Vertrauen gelebt wird. Wenn wir Gesundheit als holistisches System begreifen, investieren wir im Unternehmenskontext in eine Kultur, in der Menschen gerne arbeiten.

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