Céline Künzli (she/hers) hat 2023 ihren Bachelor in International IT Management an der HSLU abgeschlossen. Heute arbeitet sie als Security Consulting Analyst bei Accenture, an der Schnittstelle zwischen Technologie, Beratung und Kundenkontakt. In diesem Interview erzählt sie, wie sie zur Cybersecurity fand, was sie an ihrem Job begeistert und was sie ihrem früheren Studien-Ich heute raten würde.
Vom Zufall zum Volltreffer: Wie ein falscher Raum zur richtigen Studienwahl und zum Job bei Accenture führte
Wie bist du auf die Idee gekommen den Studiengang International IT Management an der HSLU zu wählen?
Da ich in der Nähe von Rotkreuz aufgewachsen bin und mit der HSLU bereits vertraut war, fiel mir die Entscheidung für die Hochschule leicht. Ursprünglich hatte ich geplant, mich am Infotag der HSLU in Rotkreuz gezielt über die Studiengänge Informatik und Wirtschaftsinformatik zu informieren – beide wurden als Teilzeitstudium angeboten, was für mich ein wichtiger Faktor war. Nach der Präsentation zur Informatik landete ich jedoch versehentlich im falschen Raum und hörte mir stattdessen die Präsentation zum Studiengang International IT Management an. Ein vermeintlicher Zufall, der sich als richtungsweisend herausstellte: Bereits im ersten Satz wurde erwähnt, dass das Studium nun auch teilzeitfähig ist und ein ganzjähriges Austauschjahr im letzten Studienjahr umfasst. Diese Kombination überzeugte mich sofort und so wurde aus einem Zufall ein wegweisender Moment.
War Cybersecurity schon immer dein Plan oder hat sich das erst entwickelt?
Was als allgemeines IT-Interesse begann, wurde Schritt für Schritt zu einer klaren beruflichen Richtung. Bereits während meiner kaufmännischen Ausbildung faszinierte mich die Welt der Technologie und bei meiner ersten Arbeitsstelle übernahm ich zunehmend Aufgaben im internen IT-Support. Nach zwei Jahren im Projektmanagement wuchs in mir der Wunsch, meine Fähigkeiten gezielt auszubauen und ich entschied mich daher für ein Studium im IT-Bereich. Im zweiten Studienjahr belegte ich das Modul Information Security, welches mich sofort begeisterte. Ich entschied mich daher dann für den Major Technology und suchte gezielt nach einer Hochschule für mein Austauschjahr, die Cybersecurity vertieft anbietet. In Coventry (UK) besuchte ich ein Jahr lang Vorlesungen im Studiengang Ethical Hacking und schrieb meine Bachelorarbeit ebenfalls im Bereich Security.
Wie bist du zu Accenture gekommen und wie verlief dein Bewerbungsprozess?
Während meines gesamten Studiums war ich beruflich aktiv – zunächst im Projektmanagement, später als IT-Projektmanagerin im Bereich Digital Transformation. Auch während meines Austauschjahres in England konnte ich meine Tätigkeit remote fortsetzen. Zum Ende meines Studiums, war jedoch eine Weiterentwicklung in den Security-Bereich damals nicht möglich und deshalb begann ich, mich aktiv nach neuen beruflichen Perspektiven umzusehen. Durch die Veranstaltung „Nacht der Karriere“ wurde ich auf Accenture aufmerksam und erhielt per Zufall über die Karriereplattform der HSLU eine Nachricht für eine Stelle als Software Developer bei Accenture. Da mein Fokus jedoch klar auf Cybersecurity lag, wurde mein Profil intern weitergeleitet und kurz darauf erhielt ich eine Einladung zum ersten Gespräch. Der gesamte Bewerbungsprozess fand remote statt, da ich mich zu diesem Zeitpunkt noch in England befand. Es folgten mehrere Gespräche – darunter zwei mit Fachpersonen aus dem Bereich Cybersecurity und ein abschliessendes Interview mit der Recruiterin. Was mich an Accenture überzeugt hat, war die fachliche Vielfalt und die Möglichkeit, mein Wissen im Bereich Security in ganz unterschiedlichen Projekten einzusetzen und weiterzuentwickeln. Auch die Flexibilität im Arbeitsalltag sowie die Work-Life-Benefits spielten für mich eine wichtige Rolle. Umso mehr habe ich mich gefreut, als die Zusage kam und daher hab ich nicht gezögert, dass Angebot anzunehmen. Für mich war klar: Das ist der richtige nächste Schritt.
Von Deepfakes bis Data Protection: Wie mein Job in der Cybersecurity aussieht
Was genau machst du in deiner Rolle als Cybersecurity Consulting Analyst? Mit welchen Tools, Technologien oder Themen arbeitest du am meisten?
In meiner Rolle als Security Consulting Analyst begleite ich unterschiedlichste Cybersecurity-Projekte direkt beim Kunden. Diese Projekte können kurzfristig angesetzt sein, etwa zur Abdeckung eines spezifischen Bedarfs, oder sie laufen über längere Zeiträume und sind strategisch eingebettet. Mein Fokus liegt auf der Umsetzung und Weiterentwicklung von Sicherheitsmassnahmen in Unternehmen. Dazu gehört unter anderem die Durchführung von Risiko-Assessments, bei denen potenzielle Schwachstellen in IT-Systemen identifiziert und bewertet werden. Darauf aufbauend entwickle ich individuelle Sicherheitsstrategien, die den spezifischen Anforderungen und der Risikobereitschaft des Kunden entsprechen. Derzeit arbeite ich besonders viel mit Themen rund um Data & AI Security. Dazu zählen unter anderem Data Leakage Prevention, Data at Rest Scanning, Data Labelling und Data Governance. Auch im Bereich Generative AI ergeben sich spannende Herausforderungen – etwa beim Thema Deepfakes, wo es darum geht, geeignete Awareness-Massnahmen und Schutzkonzepte zu entwickeln.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus? Was begeistert dich und was fordert dich heraus?
Aktuell bin ich zu 100 % auf einem Projekt im Einsatz. In der Regel arbeite ich an mindestens drei Tagen pro Woche vor Ort beim Kunden und stehe dort im engen Austausch mit meinen Stakeholdern. Unser Tag beginnt meist mit einem guten Kaffee und einem kurzen Daily-Stand-up, um Prioritäten und aktuelle To-dos zu besprechen. Anschliessend widme ich mich den Aufgaben, die meinen Fokus erfordern. Mittags essen wir oft im Team gemeinsam oder ich nutze die Zeit für eine Sporteinheit. Am Nachmittag folgen dann meist weitere Meetings oder vertiefte Projektarbeiten. An den Tagen, an denen ich nicht beim Kunden vor Ort bin, arbeite ich entweder im neuen Accenture-Campus in Zürich oder remote von zu Hause. Auch hier stehen die Projektarbeit und Kundentermine im Mittelpunkt. Was mich jedoch am meisten begeistert, ist die tägliche Abwechslung: Kein Tag verläuft exakt wie der andere. Die Bandbreite reicht von Budget-Besprechungen über technische Detailfragen, in die ich mich rasch und tief einarbeiten muss, bis hin zu kreativen Präsentationen.
Karriere & Kultur: Was Accenture für mich besonders macht
Welche Benefits oder Aspekte der Unternehmenskultur bei Accenture schätzt du besonders?
Was ich an Accenture besonders schätze, ist die Vielfalt an Weiterbildungsmöglichkeiten – abgestimmt auf die individuellen Interessen und Karriereziele. Gerade in meiner Analyst-Rolle hatte ich die Chance, viele verschiedene Themen innerhalb der Cybersecurity kennenzulernen. Wenn ein bestimmter Bereich mein Interesse weckt, habe ich die Möglichkeit, mich gezielt darin zu vertiefen, eine Zertifizierung zu absolvieren oder mich sogar fachlich zu spezialisieren. Neben der Projektarbeit beim Kunden bietet Accenture auch viele Möglichkeiten für soziales Engagement und persönliche Interessen. So engagiere ich mich beispielsweise für eine Non-Profit-Organisation, die wir im Rahmen von Pro-Bono-Projekten unterstützen. Dabei helfe ich nicht nur bei der Umsetzung von Projekten, sondern vernetze auch Freiwillige innerhalb von Accenture, die ihre Expertise einbringen möchten. Zudem nutze ich gerne die Chance, mein Wissen weiterzugeben – zum Beispiel bei Karrieremessen, wo ich Accenture Security repräsentiere und mich mit Studierenden austausche.
Wie wichtig ist Teamarbeit in deinem Job bzw. bei Accenture?
Teamarbeit ist in meiner Rolle das A und O. Viele Aufgaben, die ich heute täglich übernehme, könnte ich allein weder in der geforderten Qualität noch in der nötigen Geschwindigkeit umsetzen. Was Accenture besonders macht, ist das interne Netzwerk: Accenture vereint eine enorme Bandbreite an Know-how. Durch den Austausch mit Kolleg:innen aus unterschiedlichen Bereichen entstehen laufend neue Perspektiven, man lernt ständig dazu. Gerade in komplexen Projekten ist interne Zusammenarbeit oft der Schlüssel, um individuelle Kundenanforderungen in effiziente Lösungen zu implementieren. Gleichzeitig ist die Zusammenarbeit mit dem Kunden vor Ort essenziell, um Projekte erfolgreich umzusetzen – nicht nur fachlich, sondern auch menschlich.
Was war dein bisher schönster Erfolg bei Accenture?
Mein bisher schönster Erfolg bei Accenture war die Verlängerung eines Projekts, auf Grund von positivem Feedback meiner Arbeitsleistung. Das Projekt war inhaltlich herausfordernd und hat mich immer wieder an neue fachliche Grenzen gebracht und genau darin lag der Mehrwert. Darüber hinaus habe ich die Möglichkeit genutzt, mich vertieft mit Themen aus dem Bereich Data & AI auseinanderzusetzen – inklusive gezielter Weiterbildungen und Schulungen. Die Kombination aus fachlichem Wachstum, Kundenvertrauen und positiver Rückmeldung macht den Erfolg für mich besonders.
Was ich meinem früheren HSLU-Ich heute mitgeben könnte? Stress dich nicht so sehr mit der Frage, was als Nächstes kommt. Du bist genau richtig, wo du gerade bist – auch wenn es sich nicht immer so anfühlt. Während meines Austauschjahres war ich selbst in einer Phase, in der vieles offen war. Ich wusste, dass mich Cybersecurity begeistert, aber nicht, wie ich dieses Interesse konkret umsetzen möchte. Lehrerin? Unternehmerin? Auswandern? Weiter studieren? Alles war denkbar und alles war gleichzeitig auch ein bisschen überwältigend. Heute bin ich an einem Punkt, an dem ich sagen kann: Ich hab aktuell den richtigen Platz in der Arbeitswelt für mich gefunden. Deshalb: Hab Vertrauen in deinen Weg. Es muss nicht von Anfang an alles klar sein. Manchmal entstehen die besten Wege erst unterwegs, wenn man offen bleibt und ausprobiert. Zusammengefasst ist Cybersecurity ein sehr dynamischer Bereich, welcher in der Zukunft noch wichtiger wird. Für IT-Studierende, die sich für Themen wie Netzwerke, Kryptographie, Betriebssysteme, Datenmanagement oder Programmierung begeistern, kann Security genau das Richtige sein. Hast du Fragen? Dann vernetze dich gerne mit mir auf LinkedIn.
👉 Upcoming: Im nächsten Blogpost tauchen wir in die Welt von Accenture Song ein. Noah Büchel (he/him), der 2022 seinen Bachelor in Design Management, International – Communication Design an der HSLU abgeschlossen hat, erzählt, wie er über Fjord seinen Weg zu Accenture Song im Bereich Service & Business Design gefunden hat. Hast du Fragen an Noah oder interessierst dich für Themen rund um Design, Innovation und Consulting? Dann schreib sie gerne in die Kommentare, vielleicht beantworten wir genau deine Frage im nächsten Interview!