Die CMDB ist kein IT-Problem

Alle reden von Datenqualität, aber wenn es um die CMDB geht, zeigen die meisten in Richtung IT. «Das macht doch das ITSM-ServiceNow-Team.» Falsch gedacht. Die Qualität einer CMDB entscheidet sich nicht im Tool, sondern dort, wo Services und Produkte designt werden: bei den Product- und Service-Ownern. Warum das so ist und was ein Flughafen damit zu tun hat, erfahren Sie hier im Blog.

Die CMDB ist ein Flughafen und kein Parkplatz

Stellen Sie sich einen Flughafen vor. Der Flughafenbetreiber definiert die Runways, vergibt die Slots, legt Sicherheitsregeln fest und sorgt dafür, dass die Anzeigetafeln stimmen. Was er nicht tut: jedes Flugzeug selbst fliegen oder warten. Das ist Sache der Airlines. Ohne deren Mitwirkung herrscht Chaos, egal wie perfekt der Tower arbeitet.

Genau so funktioniert eine CMDB. Die Configuration Management Database ist das zentrale Gedächtnis. Sie beschreibt, welche Services existieren, wie sie zusammenhängen und woraus sie bestehen. Ohne sie navigieren Incident-, Problem- und Change-Management im Blindflug. Und trotzdem höre ich regelmässig: «Das ITSM ServiceNow-Team stellt uns die CMDB bereit, oder?» Das ist ungefähr so, als würde man vom Flughafenbetreiber erwarten, dass er auch gleich alle Flugzeuge registriert, wartet und stilllegt. Spoiler: Das macht er nicht.

Praxisbezug: Willkommen in der «WG-Küche»

Eine CMDB ohne geführtes Configuration Management ist wie eine WG-Küche: Alle nutzen sie, aber niemand fühlt sich für den Abwasch zuständig. Das Resultat? Daten ohne klare Ownership, Services ohne saubere Modellierung, und bei jeder Zero-Day-Schwachstelle die gleiche Frage: «Welche CIs gehören eigentlich zu diesem Service?» Kommt Ihnen das bekannt vor?

Der Tower gibt die Regeln vor und fliegen müssen die Airlines

Hier kommt die entscheidende Erkenntnis: Wer das Configuration Management verantwortet, ist der Flughafenbetreiber. Diese Rolle definiert die Regeln, das Operating Model, die Governance. Sie sorgt dafür, dass das System konsistent, verlässlich und lesbar ist. Aber sie registriert nicht jedes Flugzeug selbst. Das tun die Product- und Service-Owner, denn sie kennen ihre Services am besten.

Konkret heisst das: Product- und Service-Owner müssen wissen, wie ihre Services in der CMDB abgebildet werden. Welche Configuration Items gehören dazu? Wie funktioniert das Lifecycle-Management vom Onboarding bis zum Retire? Das ist Kernverantwortung, nicht Aufgabe des ITSM-Teams.

Was macht die Rolle „Configuration Manager“ konkret?

Der Configuration Manager baut keine CIs. Er baut das System, das sicherstellt, dass andere dies richtig tun: Governance und Policies definieren, Verantwortung pro Domäne und CI-Klasse zuweisen, das Datenmodell mit Pflichtfeldern, Naming Conventions und Lifecycle-Stufen festlegen sowie Qualität durch automatisierte Prüfregeln, einen Health Score pro Domäne, Reporting und Dashboards messbar machen. Kein Dashboard, kein sichtbarer Fortschritt, kein Vertrauen in die CMDB.

Was können Sie als Product- oder Service-Owner morgen anders machen?

Stellen Sie sich eine einfache Frage: Wissen Sie, wie Ihr Service in der CMDB abgebildet ist? Wenn nicht, fehlt der Organisation genau hier ein Puzzleteil.

Suchen Sie das Gespräch mit dem Configuration Management. Wenn Sie zusätzliche Attribute oder Informationen benötigen, ist das möglich, solange es strukturiert passiert. Die Rolle „Configuration Manager“ ist Hüter der Qualität, kein Verhinderer. Gemeinsam entsteht die Brücke zwischen Business und IT.

Und vergessen Sie nicht: Discovery allein reicht nicht. Das Tool liefert technische Attribute wie OS, Version oder Hostname. Aber wer ist verantwortlich? Welchem Service ist ein Server zugeordnet? Diese Informationen kommen von Ihnen und brauchen Governance und Lifecycle-Management, damit sie aktuell bleiben.

Fazit:

Eine CMDB ist nur so gut wie das Engagement derjenigen, die ihre Services darin abbilden. Oder, um beim Bild zu bleiben: Der Flughafen kann noch so modern sein. Ohne Airlines, die ihre Flugzeuge korrekt registrieren, bleibt die Anzeigetafel leer.

Dieser Blog-Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt

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Ralph Meier

Ralph Meier ist Service Management Business Partner bei der UMB AG und bloggt aus dem Unterricht des CAS Enterprise Architecture. Als Service Management Business Partner verantwortet Ralph Meier unter anderem Configuration Management und wird aktuell neu aufgebaut gemeinsam mit dem Business. Enterprise Architecture begeistert ihn, weil sie genau das verbindet, was auch sein Alltag fordert: Business und IT zusammenbringen, Komplexität reduzieren, klare Governance schaffen und Lifecycle und Verbesserungen gemeinsam ermöglichen.

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