Stell dir vor, jemand hätte dir 2019 gesagt, dass Millionen Menschen gemeinsam an Konzerten teilnehmen, ohne Konzertgelände, ohne Gedränge vor der Bühne und ohne verschwitzte Zugfahrten nach Hause. Du hättest vermutlich gelächelt und weitergemacht wie immer, am Konzert ankommen, warten und mitsingen. Heute wissen wir, die Eventbranche hat sich neu erfunden. Und sie ist noch lange nicht fertig damit.
Bis in die 2010er-Jahre waren Events klar physisch. Man reiste an. Man war da. Oder eben nicht.
Digitale Elemente spielten zwar bereits eine Rolle, jedoch nur am Rand. Tickets wurden online gekauft, es gab vielleicht einen Livestream, eine Twitter-Wall oder eine App für das Konferenzprogramm. Alles nützlich, aber nichts entscheidend. Das Digitale war Beilage, die Präsenz der Hauptgang.
Und dann kam 2020 und mit ihr die Pandemie.

Innerhalb weniger Wochen fiel weg, was als unerschütterlich galt: volle Hallen, internationale Reisen, Grossveranstaltungen. Events verschwanden jedoch nicht.
Konzerte, Konferenzen und Messen zogen in den digitalen Raum. Videokonferenzen, Eventplattformen und Livestreams wurden zur neuen Infrastruktur. Die Pandemie wirkte wie ein radikaler Innovationsbeschleuniger.
Vom Provisorium zum klaren Wettbewerbsvorteil
Was zunächst nach einem Provisorium aussah, entpuppte sich durch erhöhte Reichweite und reduzierte Teilnahmebarrieren schnell als Wettbewerbsvorteil. Inhalte liessen sich aufzeichnen, wiederverwenden und auswerten. Events wurden messbarer.
Vor allem aber änderte sich die Rolle des Publikums. Teilnehmende wollten nicht mehr nur dabei sein, sie wollten interaktiv eingebunden werden.
B2C: Wenn Konzerte keine Stadien mehr brauchen
Im Freizeit- und Kulturbereich zeigte sich dieses Potenzial besonders deutlich. Virtuelle Konzerte und gestreamte Festivals erreichen heute ein globales Publikum.
Vollständig virtuelle Events funktionieren jedoch nur dann, wenn Interaktion zum zentralen Element wird. Ein prägendes Beispiel dafür liefert das virtuelle Konzert von Travis Scott im Game Fortnite. Die Konzertreihe begeisterte ein Millionenpublikum. Personalisierte Avatare wurden vom Publikum bewegt, und die Umgebung reagierte auf die Musik. So wurde das Publikum Teil der Inszenierung. Der Moment lebte nicht von der Performance allein, sondern von der kollektiven Reaktion darauf.
Genau darin liegt die Stärke virtueller Events. Sie erzeugen Energie nicht durch Nähe im Raum, sondern durch gemeinsame Aktionen. Interaktion ersetzt physische Präsenz und schafft ein Erlebnis, das in dieser Form auf keiner klassischen Bühne möglich wäre.
B2B: Entkopplung des Physischen
Als Fachkonferenzen, Townhalls oder Produktlaunches nicht mehr vor vollen Sälen stattfinden konnten, rückte eine grundlegende Frage ins Zentrum: Was muss ein Corporate Event eigentlich leisten?
Die Antwort fiel pragmatisch aus. Teilnahme wurde von physischer Anwesenheit entkoppelt, ohne den Anspruch auf Qualität aufzugeben. Führungskräfte, Mitarbeitende und externe Anspruchsgruppen können unabhängig vom Standort eingebunden werden. Gleichzeitig wird der physische Raum dort gezielt genutzt, wo er echten Mehrwert erzeugt, etwa für vertiefte Diskussionen, Vertrauensaufbau und informellen Austausch.
Der vielleicht wichtigste Effekt zeigt sich jedoch auf einer anderen Ebene. Inhalte lassen sich besser vorbereiten, aufzeichnen, modularisieren und mehrfach einsetzen. Beteiligung wird sichtbar, Interaktion messbar und die Wirkung des Events nachvollziehbar.
Damit veränderte sich auch die Rolle der Präsenzteilnahme grundlegend. Sie ist kein Pflichttermin mehr, sondern eine bewusste Entscheidung.
The New Normal

Hybride Events sind weder ein Kompromiss noch ein Übergangsmodell. Sie sind ein bewusst gestalteter Raum, in dem physische Begegnungen und digitale Teilhabe gleichwertig zusammenspielen. Wer vor Ort ist, bringt Tiefe. Wer digital teilnimmt, bringt Reichweite. Beides zusammen schafft Wirkung.
Fazit
Es geht nicht darum, das Live-Erlebnis zu ersetzen, sondern es zu erweitern. Virtuelle und Hybride Events sind keine Trends, sondern das neue Normal, weil es den Bedürfnissen entspricht, wie Menschen heute teilnehmen, interagieren und entscheiden.
Weiterführende Links:
- Future Meeting Space Studie
- Virtuelle Events – Schnee von gestern oder Vision der Zukunft?
- Gamification in the event industry
Hinweis: KI wurde für folgendes eingesetzt: Recherche, Überprüfung von Sprache sowie Rechtschreibung
