Seit drei Jahren ist die generative KI in aller Munde. Es hat sich vom Hype Thema mittlerweile in unserem Lebensalltag etabliert. Die KI entwickelt sich ständig weiter und liefert immer bessere Resultate. Wir Menschen haben realisiert, dass sich mit ihr einfach und schnell Produktivitätssteigerungen umsetzen können. Viele von uns nutzen sie regelmässig im privaten und geschäftlichen Umfeld. Profitieren alle Menschengruppen gleichermassen vom KI-Boom? Hilft uns die KI intelligenter zu werden? Gibt es Spielregeln, die es zu berücksichtigen gilt?
Der rasante Aufstieg von künstlicher Intelligenz
Ende 2022 hat die Firma OpenAI ChatGPT der Öffentlichkeit vorgestellt. Es war das erste Tool seiner Art und gilt als Meilenstein im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Interesse für die neue Technologie war von Anfang an riesig. Innert weniger Tagen verzeichnete sie bereits über eine Million User. Der Hype wurde durch die omnipräsente Medienberichterstattung noch verstärkt. Die wichtigsten Faktoren für den Erfolgszug sind die einfache Nutzung und die erstaunlichen Resultate im Bereich der Text-, Bild- & Audiogenerierung. Viele Arbeitgeber sprangen rasch auf den KI-Zug auf und führten KI-Funktionalitäten in ihren Unternehmen ein.
Die Bequemlichkeit und ihre Konsequenzen: Ergebnisse der MIT Studie 2025
Wir haben schnell erkannt, dass durch den Einsatz von generativer KI mit wenig Aufwand auf den ersten Blick schnell qualitativ gute Ergebnisse erzielt werden können. Allzu oft wird ein Prompt abgesetzt und der Text 1:1 übernommen. Dieses Vorgehen hat aber auch Nachteile. Eine aktuelle Studie des MIT Massachusetts Institute of Technology aus dem Jahr 2025 hat untersucht, wie sich der Einsatz von KI beim Schreiben auf das menschliche Gehirn auswirkt. Die Ergebnisse sind besorgniserregend: Wer seine Texte ausschliesslich mit KI erstellt, zeigt messbar geringere geistige Aktivität. Er erinnert sich schlechter an Inhalte und entwickelt weniger eigene kreative Gedanken. In der Untersuchung wurden verschiedene Teilnehmergruppen miteinander verglichen. Am niedrigsten lagen die Werte bei den KI-Nutzern. In manchen Fällen lag die neuronale Verbindung zwischen wichtigen Bereichen um mehr als die Hälfte unter dem Durchschnitt.
Wer profitiert am ehesten vom KI Boom?
In der MIT Forschung wurde untersucht, wie KI die Fähigkeiten von verschiedenen Arbeitsgruppen beeinflusst. Es geht um Deskilling (die Entwertung von Fähigkeiten) oder Upskilling (die Erweiterung von Fähigkeiten). KI sorgt also dafür, dass sich der Leistungsunterschied zwischen Experten und Anfängern verringert. Sie ermöglicht es weniger qualifizierten Personen, Aufgaben zu erledigen, welches früher von Experten erledigt wurden. Aus Sicht der Performance profitieren die weniger Qualifizierten mehr von Einsatz der KI.
Fazit: Die richtige Einstellung macht es aus
Generative KI ist ein leistungsstarkes Werkzeug, das uns erlaubt, mit wenigen Eingaben komplexe Aufgaben zu bewältigen. Es gelingt uns ohne tiefgehende Fachkenntnisse schnell oberflächlich beeindruckende Ergebnisse zu erzielen. Sie steigert unsere Leistungsfähigkeit (Performance), jedoch nicht automatisch unsere menschliche Intelligenz. Der Schlüssel, um wirklich intelligenter zu werden, liegt aus meiner Sicht in der eigenen Einstellung – im Mindset. Entscheidend ist die Motivation, Neues selbstständig zu entdecken, zu lernen, Erkenntnisse zu gewinnen, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und Fehler zuzulassen. Dieser Prozess erweitert unseren Horizont und fordert unser Gehirn aktiv heraus. Genau diese Fähigkeiten sind im Einsatz mit KI relevant. Sie kann halluzinieren und eigene Verzerrungen in ihre Resultate einfließen lassen. Sie greift auf Daten aus der Vergangenheit zurück. Diese können zudem fehlerhaft oder generisch sein (KI-Schrott). Je weniger wir also von der Materie verstehen, desto schlechter können wir die Ergebnisse beurteilen. Wer sich ausschließlich auf KI-Inhalte verlässt und diese nicht hinterfragen kann und will, wird nicht klüger. Ohne selbst erworbenes Fachwissen fehlt die Fähigkeit, Ergebnisse zu prüfen – eine Kompetenz, die essenziell bleibt.
Am Ende profitieren diejenigen von KI, welche bereit sind, ihr Wissen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie sind neugierig, sehen Fehler als Lernchance, reflektieren und wollen neuen Wert kreieren. Für diese Nutzergruppe bedeutet KI echtes Upskilling. Alle anderen legen den Fokus auf die rasche Verrichtung ihrer Arbeit (Performance). Ohne Mehrwert entsteht KI-Schrott: Minderwertiger generischer Inhalt von geringer Qualität. Damit sich die KI weiterentwickeln kann, benötigt sie jedoch laufend neue relevante Daten und die Kreativität des menschlichen Geistes.
