Die Erfolgsfaktoren der Digitalisierung gehen weit über die Einführung neuer Strategien oder Technologien hinaus. Ein treibender Motor für die digitale Transformation ist der Kulturwandel, welcher auf allen Stufen eines Unternehmens nötig ist. Damit dieser Umschwung gelingt, ist das Aufbrechen von Silos und etablierten Strukturen wichtig. Ein zentraler Hebel hierfür ist der aktive Wissenstransfer, welcher nicht nur die klassische Weitergabe von Informationen einbezieht.
Wer vor Kurzem den Job oder das Unternehmen gewechselt hat, kennt es: Ein Einführungsplan hilft beim schnellen Start. Neue Kolleginnen und Kollegen werden schnell kennengelernt, Strukturen und Abläufe werden klar – das Daily Business kann beginnen.
Doch sind wir nach der Einführung auch agil genug und bereit für die Digitalisierung und deren Wandel? Oder bleiben wir Passagiere in einem Silo, das in eine Sackgasse manövriert?
Zeit für 3 reflektierende Fragen, die sich rund um das System der Unternehmung drehen:
- Wissen was wir tun:
Haben wir den Kundennutzen jederzeit im Fokus und kennen wir die Kundenbedürfnisse von morgen? - Wissen, warum wir es tun:
Ist die Firmen-Vision als stetiger Fixstern greifbar vor den Augen aller Mitarbeitenden? - Wissen, wie das Ziel erreicht wird:
Kennen wir den Weg nicht nur als Einzelperson, sondern als Team im eigenen Bereich und der ganzen Firma?
Oftmals ist es so, dass nicht zu allen der obigen Fragen ganz eindeutige und plausible Antworten vorliegend sind. Die Erkenntnis, dass noch Luft nach oben ist, ist bereits ein Ansatz auf dem aufgebaut werden kann. Denn «Nur wer weiss, wo er steht, kann entscheiden, wohin er will.» Hier scheiden sich demnach die Wege zwischen «Verharren im Status Quo und der vermeintlichen Komfortzone» und «Erkennen der Notwendigkeit, den Wandel aktiv zu betreiben»

Wer weiss – der kann
Ist die Selbsterkenntnis und somit auch ein positives Mindset gegenüber dem digitalen und kulturellen Wandel vorhanden, gilt es die weiteren Parameter «Verhalten und Verhältnisse» anzupassen. Um am Puls der Zeit zu bleiben, ist die Offenheit gegenüber dem lebenslangen Lernen eine zentrale Notwendigkeit auf mehreren Stufen:
- Unternehmung: Förderung der Wissenskultur und zur Verfügung stellen von Ressourcen (Zeit und Plattformen) die ein Wissensaustausch möglich machen.
- Führungskräfte: Sie agieren als Katalysatoren, indem sie Wissen in beide Richtungen der Mitarbeitenden und der Führungskräfte aktiv teilen.
- Mitarbeitende: Bezeugen Offenheit und Bereitschaft Wissen anzunehmen und dieses gleichzeitig weiter zu teilen
Wissenstransfer als Enabler
Der Kulturwandel setzt in einem ersten Schritt die Neudefinierung von Werten, Verhaltens- und Arbeitsweisen innerhalb der Unternehmung voraus. Aber wo anfangen, damit das Losbrechmoment überwunden werden kann? Zugegeben kein einfaches Unterfangen für eine(-n) CDO sich in dieser BANI-Welt von A-Z allein zurecht zu finden. Klassische Modelle aus der Thematik des Wissenstransfers helfen die richtigen Steine ins Rollen zu bringen und eine Auslegeordnung herbei zu führen:
- Cross-Funktionales Taskforce-Team aus verschiedenen Abteilungen und Hierarchiepositionen fördert den Transfer von spezifischen Spezialwissen und eröffnet neue Perspektiven
- Mentoring durch erfahrene (externe) Know-How-Träger
- Interaktive Kurz-Workshops, die auf aktuelle Herausforderungen eingehen und Lösungen durch den Wissens-Austausch erarbeiten.
Wissenstransfer als Booster
Liegt die Basis für eine Neuausrichtung bereit, gilt es die neuen Werte aus der Taskforce in einem zweiten Schritt in alle Sphären der Unternehmung auszurollen. Dies geschieht mittels E-Learnings und Peer-to-Peer Trainings damit das benötigte Know-How in den Arbeitsalltag verankert wird. Befähigte Mitarbeitende sind in der Lage aktiv den kontinuierlichen Verbesserungsprozess mitzugestalten und weitere Innovationen zu pushen. Die Einrichtung von KI-gestützten internen Wissensdatenbanken dienen als Unterstützung bei der täglichen Arbeit und Entscheidungsfindung von diffizilen Thematiken.

Fazit
Durch den Austausch und die Weitergabe von Wissen können Unternehmen ihre Mitarbeitenden aktiv in Change-Prozesse einbinden. Ein Gefühl der Zugehörigkeit schafft psychologische Sicherheit und fördert die Selbstmotivation für agile Teams. Der Wissenstransfer ist mehr als nur eine Begleitmassnahme – er ist essentiell für einen nachhaltigen Wandel. Gleich wie die Digitalisierung ist der aktive Wissensaustausch kein endendes Projekt, sondern sollte als nie endender Prozess innerhalb der Firmenstruktur verankert werden.
