Es ist Samstag auf der Flying-Ranch in Triengen und die letzten Vorbereitungen für den Flug nach Locarno laufen. Das Tablet wird gestartet, das Wetter überprüft, die NOTAMs und die geplante Route gecheckt.
Digitale Tools wie das Tablet machen das Fliegen wie auch die Planung für Privatpilotinnen und Privatpiloten effizienter und reduzieren während des Fluges den Workload im Cockpit.
Die Digitalisierung bietet viele Chancen, schafft gleichzeitig aber auch Abhängigkeiten.
Digitalisierung im Cockpit
Die heutige Privatfliegerei ist geprägt von verschiedenen Tools, welche für die Flugvor– und Nachbereitung wie auch im Cockpit während des Fluges verwendet werden. Mit der Einführung des iPads im Jahre 2010 wurde die Digitalisierung für die Privatfliegerei erstmals erschwinglich und erlebte dadurch einen regelrechten Boom.
Vor dem Flug planen die Pilotinnen und Piloten den Flug. Programme wie Skydemon oder Garmin Pilot ersetzen die Papierkarten durch digitale Luftraumkarten. Die gesamte Routenplanung, Treibstoffberechnung, Weight and Balance werden auf dem Tablet abgewickelt. Auch das Wetter wird überprüft. Wetterapps wie Windy liefern genaue Wetterdaten. Es werden zudem Livecams konsultiert, um die Wetterverhältnisse auf der Route zu prüfen. Zur Vorbereitung kann der Flug in einem herkömmlichen Flugsimulator aus dem Gaming-Bereich einmal abgeflogen werden. Anflüge, Checklisten und Notverfahren können im Simulator ebenfalls trainiert werden.
Während dem Flug dient das Tablet als digitales Kniebrett. Das Tablet zeigt die aktuelle Position des Flugzeugs auf einer Moving-Map und warnt vor Luftraumverletzungen. Anflugkarten, Frequenzen und viele weitere Informationen können auf dem Tablet angezeigt werden. Nach dem Flug werden die Flugzeiten in ein digitales Flugbuch eingetragen. Dadurch entfällt das mühsame Zusammenzählen der Flugstunden und Fehler werden minimiert.

Den Satz „Papierkarten? Brauch ich nicht. Ich habe ja mein Tablet.“ habe ich schon öfters gehört. Doch was sind die Gefahren, die die Digitalisierung im Cockpit mit sich bringt?

Technologieversagen: Dies ist eines der grössten Risiken, die das Fliegen mit Tablet und Co. mit sich bringt. Nachdem in der Grundausbildung das Fliegen mit Karte gelernt und trainiert wurde, fliegen viele nur noch mit dem Tablet im Cockpit und verlassen sich blind darauf. Sie gehen davon aus, dass das Tablet oder die anderen technischen Hilfsmittel immer fehlerfrei funktionieren. Ein Flugzeugcockpit ist für ein Tablet und andere digitale Hilfsmittel eine anspruchsvolle Umgebung. Faktoren wie Vibrationen, Hitze und die Sonneneinstrahlung können zu einem Ausfall des Geräts führen. Wer sich auf diese Situation nicht vorbereitet, kann schnell überfordert werden und Fehlentscheidungen treffen.
Verlernen von Grundlagen: Durch das nahezu blinde Vertrauen in die technischen Hilfsmittel werden die in der Grundausbildung erlernten Fähigkeiten nicht mehr trainiert und somit verlernt. Durch ein Tablet, welches das Flugzeug auf einer Moving-Map darstellt, gehen Fähigkeiten, wie sich mit einer Papierkarte zu orientieren und einen Kurs nach Kompass und Zeit zu schätzen, verloren.
Falscher Umgang und Ablenkung: Damit die digitalen Hilfsmittel nicht zu einem noch höheren Workload im Cockpit beitragen, ist es wichtig, dass der Umgang mit diesen Geräten gelernt wird.
Fehlerhafte Daten: Die Daten sind nur so gut wie ihre Datenbasis. Fehlende Kartenupdates, veraltete Wetterdaten oder Softwarefehler können dazu führen, dass die Pilotin oder der Pilot aufgrund der fehlerhaften Datenbasis falsche Entscheidungen trifft.
Vorbereitung und Training sind und bleiben der Schlüssel
Das digitale Cockpit entwickelt sich immer weiter, und es gibt immer mehr und bessere Möglichkeiten, die Pilotin oder den Piloten während des Fluges zu entlasten. Eines bleibt aber konstant: Fliegen verzeiht keine Fehler. Daher ist es unabdingbar, immer einen Notfallplan zu haben.
Meine persönliche Erfahrung als Privatpilot zeigt, dass die digitalen Hilfsmittel eine grosse Hilfe sind. Damit die Tools keine Gefahr darstellen, muss der Flug sorgfältig vorbereitet werden. Ich empfehle auch, ein Backupgerät und/oder physische Karten mitzuführen, damit während eines Systemausfalls nicht die Gefahr von Luftraumverletzungen oder Orientierungsverlust besteht. Zudem sollten regelmässige Trainingsflüge ohne den Gebrauch von digitalen Hilfsmitteln durchgeführt werden. Dies stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Werden diese Punkte beachtet, steht einem sicheren Flug nichts mehr im Wege.

Dieser Blogbeitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.
