Kennst du die Unreal Engine? Vermutlich schon länger als du denkst

In einer Zeit, in der überall von generativer KI und integrierten KI-Funktionen die Rede ist, möchte ich ein Werkzeug vorstellen, das nicht grundsätzlich auf KI basiert und dennoch mehrere Branchen prägt: die Unreal Engine von Epic Games. Ein Tool für Echtzeit-Rendering, Physik, Animation, Audio und interaktive 3D-Welten. In diesem Beitrag zeige ich auf, wo Unreal heute eingesetzt wird, wo du ihr vermutlich schon begegnet bist und wie sie Arbeitswelten verändert.

 

Vom Game zur Plattform
Die Unreal Engine ist eine Echtzeit-3D-Engine: ein Werkzeugkasten für digitale Welten mit Licht, Schatten, Kamera, Physik, Animation, Audio und Interaktion.
Sie hat ihren Ursprung im Shooter Unreal von 1998 und war damals vor allem Spieltechnologie. Heute reicht sie weit über Games hinaus.
Newzoo schätzte den globalen Games-Markt für 2025 auf 188,8 Milliarden US-Dollar mit 3,6 Milliarden Spielenden. Gaming ist also längst nicht mehr nur Unterhaltung, sondern auch ein wirtschaftliches und technologisches Labor.

Genau dieser Transfer ist bei Unreal passiert. Die Engine wurde bekannt, weil sie Spielewelten in Echtzeit darstellen konnte. Heute ist diese Fähigkeit auch für Filmstudios, Architekturbüros, Autohersteller und Simulationsanbieter wertvoll. Digitale Räume, Fahrzeuge oder Szenen lassen sich direkt verändern und sofort prüfen.

 

Virtuelle Sets statt Greenscreen
Ein gutes Beispiel ist „The Mandalorian”. Für die erste Staffel wurde die Unreal Engine in einem LED-Volume eingesetzt. Die Schauspieler standen dabei nicht nur vor einem Greenscreen, sondern in einem Studio mit riesigen LED-Wänden und einer LED-Decke. Darauf liefen digitale Umgebungen aus Unreal, die sich bei Kamerabewegungen in Perspektive, Licht und Hintergrund anpassten. Dadurch war es möglich, visuelle Effekte direkt in der Kamera aufzunehmen. Laut Epic wurde dieser Workflow bei mehr als der Hälfte der ersten Staffel genutzt. Dieselbe Produktionstechnik wurde übrigens auch bei der Amazon-Serie „Fallout” eingesetzt.

 

Architektur, Autoindustrie und Simulation
In der Architektur ist es nicht anders. Zaha Hadid Architects nutzt die Unreal Engine nicht nur für Präsentationsbilder, sondern bereits in der Konzeptphase zur Designbewertung. Modelle aus Maya, Rhino und anderen Werkzeugen werden in Unreal übertragen, wo Formen, Räume, Sichtachsen und die Wirkung interaktiv geprüft werden. Für Kunden oder Planungsteams ist das ein anderer Zugang als bei einem statischen Rendering.

Audi Business Innovation hat mit der Unreal Engine eine „Automotive Visualization Platform” für Marken des Volkswagen-Konzerns entwickelt. Die Plattform erzeugt 3D-Visualisierungen für digitale Touchpoints – von Konfiguratoren bis hin zu Marketingkampagnen. Audi nennt über 40 Märkte und mehr als 3.300 gerenderte Bilder und Videos pro Minute.

Noch weiter vom Gaming entfernt ist Lockheed Martin. Das Unternehmen nutzt Unreal für Simulationen in der Luft- und Raumfahrt, etwa für realistische Trainingsumgebungen, Skalierbarkeit und vernetzte Systeme. Eine Technologie, die viele zuerst mit Games verbinden, wird damit Teil von Training, Planung und technischer Vorbereitung.

 

Was sich für Unternehmen verändert
Der Einsatz der Unreal Engine verändert nicht nur Berufe, sondern ganze Arbeitsabläufe: Digitale Szenen, Produkte oder Räume können früher sichtbar gemacht, schneller angepasst und direkter bewertet werden. Filmproduktionen sparen Nachbearbeitung, weil Hintergründe und Lichteffekte teilweise schon während des Drehs entstehen. Architektur- und Automobilteams können Varianten testen, ohne ständig neue Renderings, Modelle oder Prototypen zu erstellen. Unternehmen werden dadurch agiler und müssen viele technische Grundlagen nicht selbst entwickeln. Der Mehrwert liegt also nicht nur in schöneren Bildern, sondern in kürzeren Produktionswegen, wiederverwendbaren 3D-Modellen und besserer Zusammenarbeit.

 

Wie sich Unreal weiterentwickelt
Ich finde es unheimlich spannend, wie sich diese Game Engine entwickelt hat und welche Chancen und Disruptionen daraus entstanden sind.
Epic arbeitet aktuell an prozeduraler Weltenerstellung, besseren Virtual-Production-Workflows, integrierten MetaHuman-Funktionen, einem KI-Assistenten im Unreal Editor und KI-gestützten NPC-Gesprächen für Fortnite-Entwickler (siehe auch Roadmap & Release Blog von Epic). Damit dürfte Unreal künftig noch stärker zur Brücke zwischen Gaming, Film, Architektur, Industrie und künstlicher Intelligenz werden.

Bist du bereits mit einem durch Unreal Engine erschaffenen Produkt in Berührung gekommen, oder war das alles ganz neu für dich?

Dieser Blogbeitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt

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Andreas Müller

Andreas Müller ist Stv. Teamleiter E-Commerce bei der F. Borner AG in Reiden und bloggt aus dem Unterricht des CAS Digital Business Innovation.

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