Was kommt dir als Erstes in den Sinn, wenn du an die Hauswartungsbranche denkst? Wohlmöglich grosse Schlüsselbunde, Routinekontrollen oder Heizungsreparaturen. All das sind stereotypische Vorstellungen aus unserer Schulzeit. Der Realität entsprechen tun sie jedoch immer weniger. In diesem Blogbeitrag wird aufgezeigt, wie sich die Tätigkeit des Hausdienstes aufgrund technologischer Neuheiten stetig verändert. Ebenfalls werden einige Profiteure dieser Entwicklungen genannt.
Sensoren ersetzen Kontrollgänge
Seit jeher gehören Routinekontrollen zum täglichen Brot des Material- und Gebäudeunterhalts. Stimmt die Temperatur der Radiatoren in jedem Büroraum? Wurden alle Abfallcontainer auf dem Betriebsgelände geleert? So hatten die Hausdienste lange Zeit keine andere Option als einen Rundgang durch das Betriebsgelände zu machen. Wurde dies nicht pflichtbewusst erledigt, erreichten den Hausdienst schon bald böse Mails mit Betreff «Abfallcontainer in der Produktionshalle 3 voll». Dank verbauter Sensoren sind viel effizientere Abläufe möglich. Ein gutes Beispiel sind die smarten Abfallbehälter der Firma ECUBE Labs. Ultraschallsensoren messen den Füllstand eines Abfallbehälters. Mit dem webbasierten Zugriff auf die Datenanalyse-Plattform CleanCityNetworks erhält der Hausdienst Echtzeitinformationen zum Füllstand. Dank dieser Echtzeitdaten spart sich der Hausdienst die Zeit, jeden Abfallbehälter vor Ort zu überprüfen.
Schlüssel werden nicht mehr gedreht
Vorbei sind die Zeiten, als der Verlust eines Schlüsselbundes schlaflose Nächte verursachte. Vielerorts ist der mechanische Schlüssel passé und somit auch ein überdimensionierter Schlüsselkasten, worin der Hausdienst unzählige Schlüssel lagerte. Türen lassen sich mittels Badges, Smartphones oder biometrischer Erkennung öffnen. Zugangsberechtigungen können innerhalb weniger Klicks einer Person zugeteilt oder entzogen werden. Evolo smart der Firma Dorma Kaba ermöglicht es Hauswarten ein Zutrittsmedium (z. B. Badge) via Smartphone-App oder via Webzugang zu programmieren. Folglich müssen Hausdienste keine Schlüssellisten mehr führen. Auch höhere Sicherheit wird gewährleistet dank digitaler Zutrittssteuerung.
Handwerk und Datenmanagement
Der digitale Wandel erweitert das Aufgabenprofil der Hauswartungsbranche. Liegenschaftspflegende müssen heute nicht nur physische Aufgaben ausführen, sondern auch Daten interpretieren und digitale Systeme bedienen können. So ist es möglich, dass eine Firma unterschiedlichste digitale Produkte zur Effizienzsteigerung eingekauft hat. Ein Hauswart oder eine Hauswartin muss diese Programme und Daten entsprechend auch verstehen und anwenden können. Arbeitnehmende, die sich gegen diese Entwicklungen wehren, riskieren mittelfristig schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Neue digitale Geschäftsmodelle entstehen
Die digitalen Erneuerungen bieten einer Vielzahl von Unternehmungen neue digitale Geschäftsmodelle. Die Schlüsselfirma Dorma Kaba führt heute wie auch früher mechanische Schlüssel mit Zylindern im Angebot. Dabei handelt es sich um Einnahmequellen pro Anzahl verkauftes Produkt, welches Stück für Stück fabriziert werden muss. Neu können – zusätzlich zu den produzierten Schliess-Systemen – jährliche Lizenzgebühren für die Nutzung Ihrer Smartphone-App verlangt werden. Jeder User oder jede Userin der App bedeutet für die Schlüsselfirma eine Einnahmequelle. Weiter erzeugt die Unternehmung mit ihrem Einsatz des Evolo Smartsystems einen sogenannten Lock-in-Effekt. Der Kunde ist abhängig von den Produkten des Anbieters. Ein Wechsel zur Konkurrenz würde bedeuten, dass sämtliche smarten Schliess-Systeme wieder ausgetauscht werden müssten, was hohe Kosten verursacht. Eine Komptabilität der Kaba-Schlüsselanlagen zu Konkurrenzprodukten ist mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht gewährleistet.
Mehr als nur Spielereien
Die Entwicklungen in der Hauswartungsbranche zeigen exemplarisch, wie digitale Innovation heute entsteht. Es entsteht nicht durch alleinstehende Technologien, sondern durch intelligente Verbindung von Daten und Dienstleistungen, welche beim Enduser als gewinnbringend betrachtet werden. Gebäude liefern laufend Informationen, Prozesse werden automatisiert und Geschäftsmodelle verändern sich.
Der digitale Wandel passt dadurch nicht nur Werkzeuge und Abläufe an, sondern beeinflusst ganze Berufsbranchen. Der Schlüsselbund wird kleiner, die Menge der gesammelten Daten jedoch grösser.
Dieser Blogbeitrag wurde vom Autor selbst geschrieben. ChatGPT wurde als Hilfsmittel für Satzformulierungen eingesetzt.
