KI im Klassenzimmer: Entlastung für Lehrpersonen, Lernen gezielt verbessern

Chancen für eine zeitgemäße Bildung

Der Einsatz künstlicher Intelligenz im schulischen Kontext hält vielversprechende Perspektiven für die Zukunft der Bildung bereit. In der Praxis begegnen wir überlasteten Lehrkräften, die Klassen werden zunehmend heterogener und die Anforderungen steigen an die pädagogische Arbeit. Im Rahmen der Digitalisierung bietet Künstliche Intelligenz (KI) erstmals realistische Chancen, den Unterrichtszyklus spürbar verbessern zu können. Die pädagogische Verantwortung wird nicht abgegeben. Dafür sind bestimmte Bedingungen notwendig und bringt die Frage mit sich, wie sich KI einsetzen lässt, um die Lehrkräfte zu entlasten anstatt zusätzliche zu belasten. 

Schulen stehen vor der Aufgabe, digitale Technologien effektiv für Bildungszwecke zu nutzen. Lehrer werden zunehmend durch Verwaltungsaufgaben, Dokumentationspflichten und rechtliche Unsicherheiten belastet, (OECD, 2021; UNESCO, 2023). Aktuelle Publikationen zeigen, dass Digitalisierung akzeptiert wird, wenn sie den Unterricht vereinfacht, nicht erschwert.

Hier kommt KI als Assistenzsystem ins Spiel. Sie übernimmt Routineaufgaben, strukturiert Lernprozesse und schafft Zeit für zentrale pädagogische Aufgaben. Entscheidend ist ihre didaktisch durchdachte Integration durch einen geführten Change-Management-Prozess.

KI als kognitives Hilfsmittel

Die Lernforschung nach Salomon und Perkins (1989) beschreibt Lernen als einen Prozess, der durch geeignete Hilfsmittel unterstützt wird. KI kann als kognitive Hilfe fungieren, indem sie Informationen strukturiert und die Lernorganisation unterstützt. Gleichzeitig kann sie Fortschritte sichtbar machen und wird das Denken der Lernenden nicht ersetzen.

Schulen als komplexe Systeme

Bronfenbrenners ökologische Systemtheorie zeigt, dass Innovationen nur dann funktionieren, wenn sie in Bildungs- und Organisationskontexte eingebettet sind. Schulen sind komplexe soziale Systeme, in denen technologische, organisatorische und pädagogische Aspekte gemeinsam betrachtet werden müssen.

Marco und Sandra Barenkamp zeigen auf, dass KI im Unterricht neue berufliche Kompetenzen erfordert. Lehrer bleiben die zentralen Gestalter von Lernprozessen und KI gibt Orientierung, trifft aber keine Entscheidungen.

Praktischer Mehrwert: Entlastung und Unterstützung

Im Zuge der Digitalisierung sehen sich Lehrer zunehmend mit administrativen, dokumentarischen und rechtlichen Belastungen konfrontiert (OECD, 2021; UNESCO, 2023). Unterstützung durch die KI erfolgt beispielsweise bei der Vorbereitung, Dokumentation oder Strukturierung von Lernmaterialien, während die pädagogische Verantwortung beim Lehrer verbleibt.

Für Schüler eröffnen sich durch die KI neue Möglichkeiten wie: adaptive Lernpfade, strukturierte Rückmeldungen und transparente Lernschritte. Darüber hinaus wird individuelles Lernen ermöglicht trotz heterogener Klassen. Die angewendeten digitalen Formate ergänzen traditionelle Methoden und stärken Selbstständigkeit sowie Motivation.

Konkreter Mehrwert im Unterrichtszyklus

KI unterstützt während des gesamten Unterrichtszyklus:

  • Planung: Strukturierung von Lernzielen und Unterrichtseinheiten
  • Umsetzung: adaptive Lernpfade für unterschiedliche Lernniveaus
  • Bewertung: transparentes Feedback und Übersichten der Lernfortschritte

Die KI liefert verlässliche Vorschläge und Daten. Die Bewertungen und Entscheidungen treffen die Lehrkräfte.

Datenschutz als pädagogische Voraussetzung

Datenschutz ist im schulischen Kontext nicht verhandelbar. Kinder benötigen besonderen Schutz. KI-Systeme können nur dann eine entlastende Wirkung zeigen, wenn sie DSGVO-konform, transparent und verständlich sind (Ismail & Aloshi; Council of Europe). Datenschutz muss technisch umgesetzt werden und für Lehrkräfte, Kinder und Eltern nachvollziehbar sein.

Veränderung erfordert Vertrauen, Sicherheit und Anleitung

Die Einführung von KI ist ein bedeutsamer Veränderungsprozess für Bildungseinrichtungen. Laut Schein (1996) gelingt nachhaltige Veränderung nur, wenn Lehrkräfte neue Technologien in einer sicheren, transparenten und verständlichen Umgebung ausprobieren können. Ein Mangel an Einbindung und Anleitung führt hingegen zu Widerstand und folglich zu einem Scheitern des Projektes.

Fazit

KI schafft einen Mehrwert für den Schulalltag durch technologische Innovationen in Kombination mit klaren pädagogischen Leitlinien, datenschutzkonformer Umsetzung und organisatorischer Integration. Als strukturiertes Hilfsmittel unterstützt sie Lehrkräfte, fördert individuelle Lernprozesse und erschafft Transparenz. Eine erfolgreiche Implementierung in der Bildungsorganisation macht KI zu einem zentralen Instrument nachhaltiger Schulentwicklung.

Quellenliste

  1. Barenkamp, M. & Barenkamp, S. (2026). Künstliche Intelligenz im Schulunterricht. Springer.
  2. Diekmann, M. & Jung, D. (2025). So geht Schule: Bildung im Zeitalter von KI. Murmann.
  3. Salomon, G. & Perkins, D. N. (1989). Rocky road to transfer. 24(2), 113–142, Educational Psychologist
  4. Bronfenbrenner, U. (1979). The ecology of human development. Harvard University Press.
  5. Keshavarz, N., et al. (2010). Schools as complex adaptive systems. Social Science & Medicine, 70(10), 1467–1474.
  6. (2021). Teachers and school leaders as valued professionals. OECD Publishing.
  7. (2023). Guidance for generative AI in education and research. UNESCO Publishing.
  8. Ismail, I. A. & Aloshi, J. (2025). Data privacy in AI-driven education. In AI applications and strategies in teacher education (Chap. 8).
  9. Council of Europe. (2023). Data protection and the right to privacy in education and AI.
  10. Schein, E. H. (1996). Kurt Lewin’s change theory. 9(1), 27–47, Systems Practice
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Martin Bringmann

Martin Bringmann arbeitet als Senior Projektleiter bei der AR Informatik AG und bloggt aus dem Unterricht des CAS Chief Digital Officer. Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie kann KI in Schulen bestmöglich eingesetzt werden, so dass sie sowohl Lehrpersonen im Unterrichtsalltag entlastet als auch Schülerinnen und Schüler in ihrem individuellen Lernprozess unterstützt. Dies ist nur möglich unter der Berücksichtigung von Datenschutz, pädagogischer Qualität, sowie der praxisbezogenen Einbindung in die bestehenden Strukturen und Abläufe der Organisation. Dieser Blog-Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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