Data Governance: Vom Regulierungsdruck zur Wertschöpfung

Heutzutage greifen Bankmitarbeitende in ihrem Arbeitsalltag auf umfangreiche, bereichsübergreifende Datenbestände zurück. Data Governance schafft hierfür einen verbindlichen Rahmen und verpflichtet alle Beteiligten zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Daten. Eine ordnungsgemäss implementierte Data Governance gewährleistet die Genauigkeit, Sicherheit und Verwendbarkeit von Daten und erhöht die Effizienz, Compliance und das Vertrauen der Kunden.

Wichtigkeit von Data Governance bei Banken
Die umfangreichen Datenbestände von Banken reichen von Kunden- und Transaktionsdaten bis hin zu Markt- und Risikodaten. Diese Vielfalt eröffnet Chancen, die weit über des Tagesgeschäfts hinausreichen. Richtig genutzt ermöglichen diese Daten ein besseres Verständnis der Kundenbedürfnisse, verbessern Prozesse und fördern die Entwicklung innovativer Dienstleistungen. Gleichzeitig wächst mit der Datenmenge auch der regulatorische Druck, etwa durch Vorgaben der FINMA, das DSG und andere Richtlinien. Ohne klare Regeln zu Datenqualität, Verantwortlichkeiten und Nutzung kann dieses Potenzial schnell in Risiken umschlagen. Fehlerhafte Analysen, unzuverlässige Berichte und Sicherheitslücken wären die Folge. Eine robuste Data Governance trägt dazu bei, dass Daten verlässlich, sicher und zielgerichtet eingesetzt werden und damit den langfristigen Erfolg innerhalb der Banken ermöglichen.

Inhalte der Data Governance
Data Governance bezeichnet die Gesamtheit der Richtlinien, Rollen, Prozesse und Technologien, die eine korrekte, konsistente und verantwortungsvolle Nutzung von Daten gewährleisten. Im Bankwesen bedeutet dies unter anderem klar definierte Verantwortlichkeiten, verbindliche Qualitätsstandards, nachvollziehbare Datenflüsse und eindeutige Regeln für die Speicherung und Löschung. Damit soll sichergestellt werden, dass die Mitarbeitenden entsprechend ihrer Rolle und ihren Aufgaben Zugriff auf zuverlässige Daten haben.

Herausforderungen in Schweizer Banken
Die Datenlandschaften vieler Banken haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und bestehen aus zahlreichen Systemen. Infolgedessen sind Informationen oft doppelt vorhanden, unterschiedlich definiert oder schwer auffindbar. Diese Inkonsistenzen können zu Unsicherheiten bei Analysen und Entscheidungen führen. Zudem sind Zugriffsrechte nicht immer klar geregelt, was insbesondere im Hinblick auf personenbezogene Daten zu erhöhten Risiken führen kann. Die Einhaltung des CIA-Prinzips wird unter solchen Bedingungen zu einer Herausforderung. Zudem erwägen viele Banken den Wechsel von lokalen Infrastrukturen zu Cloud-Lösungen. Diese Transformation bringt neue Anforderungen mit sich und erfordert eine sorgfältige Abwägung von Flexibilität, Kontrolle und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Wesentliche Erfolgsfaktoren einer Data Governance

  • Klare strategische Zielsetzung: Data Governance soll auf die Unternehmensziele der Bank abgestimmt und fest im Unternehmen verankert sein.
  • Strikte Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften: Die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sowie Rückverfolgbarkeit, konsistente Daten und Dokumentation sind unerlässlich.
  • Unterstützung vom Management: Die Unternehmensleitung zeigt vor, dass Datenverwaltung ernst genommen wird.
  • Hohe Datenqualität für Risiko- und Finanzberichte: Es müssen robuste Rahmenbedingungen und effektive Fehlerkorrekturprozesse gewährleistet sein, damit die Daten zuverlässig und genau sind.
  • Rollen und Verantwortlichkeiten: Klare Zuständigkeiten müssen definiert werden.
  • Datenkonsistenz: Einheitliche Datenmodelle, zentralisierte Stammdaten und eindeutige Identifikatoren verhindern Fehler, Duplikate und operative Risiken.
  • Robuste IT- und Sicherheitsarchitektur: Aufgrund hoher Risiken und strenger Anforderungen sind strenge Zugriffskontrollen, Verschlüsselung, Überwachung und Schutz vor Cyberangriffen unerlässlich.
  • Datenherkunft und Transparenz: Die Rückverfolgbarkeit der Datenherkunft und -verarbeitung ist für Audits, Risikomodelle und Analysen entscheidend.
  • Aufbau einer Data Governance Kultur: Schulungen, Sensibilisierung und aktive Verantwortung machen Governance effektiv.

Vom Pflichtthema zum Wettbewerbsvorteil:
Professionelles Datenmanagement reduziert Risiken, verhindert kostspielige Fehler und unterstützt die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Es schafft ausserdem die Grundlage für die Nutzung von Daten zur Verbesserung von Analysen, zur Personalisierung von Angeboten, zur Bereitstellung KI-gestützter Dienste und zur Optimierung von Prozessen.

*Dieser Beitrag wurde nachträglich mit KI korrigiert, um die Lesbarkeit und Verständlichkeit zu verbessern.

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Sutki Hereqi

Sutki Hereqi ist Senior Data Scientist bei der Berner Kantonalbank AG und bloggt aus dem Unterricht des CAS Data Governance.

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