Wenn Entscheidungen auf Annahmen statt auf validierten Erkenntnissen beruhen, wird es schnell teuer. Design Sprints helfen Requirements Engineers Ideen zu testen, Kundenfeedback einzuholen, Diskussionen abzukürzen und fundierte Anforderungen abzuleiten. Wie genau, das erfährst du in diesem Blog-Beitrag.
Lohnt sich das?
Eine Frage, die Unternehmen und besonders Requirements Engineers tagtäglich beschäftigt. Meist in Kombination mit weiteren Fragestellungen wie: «Braucht man das wirklich?» oder «Wie viele Kunden wollen das überhaupt?». Es sind entscheidende Fragen, die sich stellen, bevor eine neue Funktion entwickelt oder ein neues Projekt gestartet wird. Will man als Unternehmen erfolgreich sein, geht es schliesslich darum, die richtigen Dinge richtig zu machen.
Umso erstaunlicher ist, wenn Unternehmen trotz grosser Unsicherheit folgenschwere Entscheidungen gestützt auf Annahmen und persönlichen Meinungen treffen. Ein Indiz, um solche Entscheidungen zu erkennen, sind Aussagen wie: «Ich glaube, dass unsere Kunden…» oder «Ich habe schon immer gesagt, dass…». Die Hauptgründe für solche Bauchentscheidungen sind meist hoher Zeitdruck und ein subjektives, oft verzerrtes Empfinden darüber, was Kunden wollen. Ein bekanntes Phänomen in diesem Kontext ist der sogenannte HiPPO-Effekt (Highest Paid Person’s Opinion) von Avinash Kaushik (Web Analytics: An Hour a Day, 2007). Dieser beschreibt, wie in Unternehmen die Meinung der ranghöchsten oder bestbezahlten Person oft mehr Gewicht hat als datenbasierte Erkenntnisse.
Wie kann dir der Design Sprint helfen?
Wenn du als Requirements Engineer, Business Analyst, Product Owner, Projektleiter oder UX Designer das nächste Mal mit ungeprüften Anforderungen oder internen Meinungen konfrontiert bist, bietet dir der Design Sprint einen Ausweg.
Der Design Sprint ist ein von Google Ventures entwickeltes Workshopformat, das erlaubt, innerhalb von 4-5 Tagen Kundenbedürfnisse zu verstehen, Lösungsansätze zu entwickeln und diese sofort mit Kunden zu testen. Der Design Sprint ist wie ein Innovations- und Validierungs-Turbo fürs Requirements Engineering. Am Ende erhältst du validierte Fakten, ein getesteter Prototyp und eine ganze Reihe konkreter Anforderungen, die direkt in User Stories übersetzt werden können.
Im Design Sprint arbeitest du dich strukturiert durch folgende Phasen:
- Verstehen: Was wollen unsere Nutzer wirklich?
- Lösung: Welche Lösungen könnten das Problem lösen?
- Prototyp: Schnell bauen statt lange diskutieren.
- Testen: Echte Nutzer, echtes Feedback, echte Klarheit.

Wann lohnen sich Design Sprints besonders?
- Frühe Innovationsphasen mit noch unklaren Anforderungen
- Neue digitale Produkte oder Services
- Redesign bestehender Prozesse mit Nutzerfokus
- Validierung von Hypothesen (z. B. zur Nutzerakzeptanz)
- Entwicklung von MVPs (Minimum Viable Products)
Wann eher nicht?
- Technisch stark vorgegebene Projekte ohne Nutzerinteraktion
- Projekte mit bereits klar definiertem Funktionsumfang
- Reine Compliance- oder Regulatorik-Themen
Selbst moderieren oder teilnehmen?
Wenn du dir überlegst, selbst einen Design Sprint im Unternehmen durchzuführen, dann findest du online viele hilfreiche Vorlagen und Anleitungen. Zum Beispiel unter The Design Sprint — Google Ventures oder im Buch Sprint von Jake Knapp.
Was du jedoch unbedingt beachten solltest, du kannst nicht gleichzeitig neutral moderieren und aktiv an der Lösung mitarbeiten. Zudem hilft es, wenn du selbst schon einige Erfahrungen mit Prototypen und UX-Design gesammelt hast.
Meine Erfahrungen mit Design Sprints
In den letzten drei Jahren konnte ich in rund 15 Design Sprints sowohl als Teilnehmer und als Moderator miterleben, wie aus ersten Ideen die Grundlage für konkrete Softwareprodukte entstand oder sich Annahmen und Hypothesen im Test mit Kunden als vollkommen falsch erwiesen haben. So oder so lieferten die Resultate des Design Sprints eine bessere Entscheidungsbasis, reduzierten das Risiko von Fehlinvestitionen und förderte vor allem Klarheit und Transparenz im Team und im Management.
In meinen Arbeitsalltag als Business Analyst bei der Suva sind Design Sprint ein fester Bestandteil. Sie helfen uns, komplexe Fragestellungen mit unterschiedlichen Stakeholdern zu analysieren und von Beginn den Kunden in die Entwicklung neuer Lösungen einzubeziehen.
Melde dich für mehr Informationen
Neben meiner Tätigkeit bei der Suva unterstütze ich Unternehmen beim Entwerfen, Validieren und Umsetzen neuer Produkte und Dienstleistungen. Als neutraler Moderator begleite ich durch den gesamten Design Sprint Prozess – Von der Vorbereitung und Organisation über die Rekrutierung von Testpersonen bis hin zur Durchführung und Dokumentation der Ergebnisse.
Möchtest du mehr erfahren? Dann melde dich bei mir.
Mehr zum Design Sprint auf lichtsteiner.digital
Weiterführende Links zum Thema
- Der HiPPO-Effekt: Was ist der HIPPO-Effekt?
- Google Ventures Design Sprint: The Design Sprint — Google Ventures
- Buch «Sprint» auf Exlibris: Sprint von Jake Knapp, John Zeratsky, Braden Kowitz
- Video Intro zum Design Sprint: GV’s Sprint Process in 90 Seconds (YouTube)
Deiser Blog-Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.
