Quo vadis Apotheke?

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Werden die Apotheken sich zu Kompetenzzentren von Gesundheits-Netzwerken entwickeln?

Als ich vor mehr als 20 Jahren dieses analoge Bild schoss, wollte ich nur meine Eltern damit aufziehen, warum ich mich gegen einen Pharmaziestudium entschieden habe.

Der wahre Grund lag daran, dass in meinen Augen damals der Apotheker ein Einzelkämpfer auf dem Gesundheitsfeld  war, und die Interprofessionalität entgegen alle Erwartungen kein Standard darstellte.

Ich habe mich nach mehr Austausch, mehr Interaktionen mit andere Berufsgruppen im Gesundheitsumfeld gesehnt und mir ein ausgerpägteres gemeinsames Arbeiten zur Wohle des Patienten gewünscht.

Nun bin ich dann doch mit Umwegen Apothekerin geworden und ich muss schon lachen, meine Träume von damals scheinen ein Stück näher zu kommen.

Die fortschreitende digitale Transformation verändert auch die Kundenbedürfnisse im Gesundheitswesen. Die Kommunikation zwischen Dienstleister, Kunden und Patienten wird zunehmend digitaler. Digitalisierte Services und Produkte ermöglichen den Kunden,  ihre Gesundheit selbst zu gestalten. Auch neue bis vor kurzem branchenfremde Anbieter dringen mit neuen Produkten und Services auf dem Markt und sind nicht nur an dessen Verkauf  sondern auch an den unterschiedlichsten Daten der Kunden interessiert. Die Pharmaunternehmen suchen vermehrt den direkten Kontakt zum Kunden nicht zuletzt, um an ihre Daten zu kommen.

Apotheken werden ihr Geschäftsmodell hinterfragen und sich neu orientieren und ausrichten müssen, wenn sie nicht ihre Kunden an starke Wettbewerber verlieren wollen.

Das Bedürfniss  in Zukunft wird nicht sein, das Produkt „Arzneimittel“ zu bekommen, sondern eine qualitativ hochstehende, personalisierte und massgeschneiderte Gesundheitslösung und Beratung auf Augenhöhe zu erleben. Diese Lösungen wird nebst dem Produkt auch noch Patientenschulungen und Patienteninformationen beinhalten. Die Aufgabe der Apotheke wird folgerichtig darin gesehen, die individuellen Bedürfnisse des Patienten zu erkennen und empathisch und kompetent darauf zu reagieren, um so den Patienten noch aktiver in die Therapie integrieren zu können. Um diese Aufgabe bestmöglich zu erfüllen, muss sich der Apotheker noch viel stärker mit interdisziplinären  (Industriepartner, Technologiepartner) und interprofessionellen Partner (Ärzte, Pflege, Physiotherapie, Ernährungsexperten..) vernetzen. Langfristig könnte das EPD (elektronische Patientendossier) den interprofessionellen Austausch zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringer im Gesundheitsfeld verbessern und stärken.

Und wer weiss, vielleicht stellt der Apotheker doch plötzlich wieder selber Medikamenten her, personalisiert und massgeschneidert…zeitgemäss mit Hilfe eines 3D Medikamentnprinters?!

Ich freue mich schon drauf.

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