Workshop Café vom 7. Oktober 2026 mit Andres Wanner: Wer übernimmt den Ball?

Im Oktober-Workshop-Café mit Andres Wanner stand eine Frage am Anfang: Wie sorgen wir dafür, dass die Ergebnisse eines Workshops weiterwirken? Entscheidend dafür ist zunächst, welche Ziele mit dem Workshop verfolgt werden sollen. Geht es um Entscheidungen oder konkrete Entwicklungen, dann müssen verbindliche Schritte folgen. In anderen Fällen geht es eher um Identität oder Kultur, so wie vor einigen Jahren, als das Departement Informatik aus den drei Bereichen Wirtschaftsinformatik, Informatik und Digital Ideation zusammenkam. Hier ist eher der Gedanke des Philosophen Bohm aus seinem Buch «Der Dialog» hilfreich. Er plädiert darin für einen leeren Raum, in dem der Austausch stattfinden kann. Der Workshop soll sich dann im Bewusstsein der Teilnehmenden verankern, etwa durch ein Bild oder eine gemeinsame Formulierung (z. B. die «go for it»-Mentalität, die sich damals bei einem Strategieworkshop der HSLU I herauskristallisiert hat).

Im Facilitation-Framework «Art of Hosting» ist jeder Workshop in einen Prozess aus Vor- und Nachbereitung eingebettet. Gastgeber:innen und Auftraggeber:innen planen schon im Voraus, was mit den Resultaten geschehen soll (Harvesting). In jedem Fall lässt sich durch vorausschauende Planung vieles dafür tun, dass die Resultate sichtbar, gut lesbar und weiterverfolgbar sind.

Ergebnisse weiterverfolgen

Im Workshop Café haben wir daher in Gruppen darüber reflektiert, wie ein Workshop so gestaltet werden kann, dass die Ergebnisse weiterverfolgt werden. Die Teilnehmenden fanden es hilfreich, wichtige Aussagen schon während des Workshops stichwortartig festzuhalten, und dabei ggf. sogar den Tonfall mitzunotieren (z.B. Interesse, Verärgerung). Es hilft auch, Verbindlichkeiten bereits im Workshop zu vereinbaren, und zu vereinbaren, wer den Ball übernimmt. So kam die Idee der Workshop-Bälle ins Spiel. Ein Ball steht für eine Aufgabe oder ein Ergebnis, das weitergetragen werden soll. Entscheidend ist, dass klar bleibt, bei wem der Ball liegt, an wen er weitergespielt wird und wann er zurückkommt. So können Vorhaben ins Rollen kommen, ohne dass einzelne Personen alle Bälle gleichzeitig in der Luft halten müssen.

Ebenfalls muss die Nachbearbeitung des Workshops nicht notwendigerweise bei der Workshopleitung liegen, sondern kann problemlos an eine Art Spurgruppe delegiert werden.

Die Idee der Bälle lässt sich auch spielerisch weiterdenken: vielleicht erhältst du nach dem nächsten Workshop eine Postkarte, mit der du nachreichen kannst, was dir später noch zum Thema einfällt.

Und wohin spielst du nach deinem nächsten Workshop den Ball?

Das nächste Workshop Café findet am Mi 4.11. 11:45 statt; ausnahmsweise Online, da das Thema diesmal lautet: Online Workshops (mit Ron Porath).

Weiterführende Links:

https://artofhosting.org

Bohm, D. (mit Nichol, L., & Grube, A.). (2011). Der Dialog: Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen. Klett-Cotta.