Mit User Story Mapping zum besseren Produkt dank besserer Planung, einfacherer Priorisierung und Release-Planung sowie einem gemeinsamen Ziel-Verständnis.
Die Herausforderung
Jeder der schon agil Software entwickelt hat, kennt die Situation. Man bewirtschaftet mit viel Aufwand ein umfangreiches Backlog, priorisiert immer wieder gewissenhaft und am Schluss fühlt sich das Produkt doch nicht vollständig an. Häufig kann der Nutzende nicht sinnvoll entlang des Prozesses arbeiten, weil für die durchgängige Funktion wichtige Teile fehlen. Aber was ist schiefgelaufen und vor allem, wie können wir es im nächsten Projekt besser machen?
Der Weg aus dem Chaos
Einen möglichen Ausweg dafür bietet uns Jeff Patton mit der Technik des User Story Mapping an. Die Idee ist so einfach wie bestechend. Anstatt fortlaufend aus einem umfangreichen Backlog immer wieder die vermeintlich wichtigsten User Stories zu priorisieren, ohne den Arbeitsprozess des Nutzenden zu berücksichtigen, wird genau dieser in den Fokus gerückt. Die Releases werden so geplant und umgesetzt, dass der Nutzende entlang des gesamten Prozesses eine durchgängige User Experience erhält. Aber User Story Mapping kann noch viel mehr, als euch bei der Planung und Priorisierung zu unterstützen. Es schafft sogar noch etwas viel wertvolleres: Ein gemeinsames Verständnis für das geplante Vorhaben. Ausserdem entsteht die Basis für eine Diskussion aller Teammitglieder und den involvierten Stakeholdern. Dies hilft, die Wichtigkeit einzelner Stories optimal einzuschätzen und eine sinnvolle Priorisierung vorzunehmen. Zusätzlich vereinfacht User Story Mapping die Release-Planung, da diese sehr einfach durch eine «Trennlinie» in der Map visualisiert werden kann.
Bevor wir anfangen
Am Anfang habt ihr eine Entscheidung zu treffen: Analog oder digital? Wenn Ihr euch für die gute und bewährte analoge Variante entscheidet, empfehle ich Klebezettel zu verwenden. Diese lassen sich einfach anordnen und ihr könnt auch eine Wand für die Story Map nutzen. Für die digitale Variante existieren verschiedene Tools, die das Story Mapping unterstützen bzw. dafür optimiert sind. Persönlich empfehlen kann ich die Collaboration Plattform Miro, welche die gleichzeitige Bearbeitung einer Map durch mehrere Personen zulässt. Dies wird in Echtzeit visualisiert und unterstützt die Dynamik, welche für den Prozess des User Story Mapping unerlässlich ist.
Wie gehen wir vor beim Story Mapping?
Um eure erste eigene Story Map zu erstellen, könnt Ihr in drei einfachen Schritten vorgehen. Ich zeige euch diese anhand eines Beispiels: Online einen Artikel kaufen – hat jeder von euch schon gemacht, oder?
Schritt 1: Schreibt alle Schritte auf, im Story Mapping Tasks genannt, die während des Prozesses durchlaufen werden. Dies sieht in etwa so aus:

Schritt 2: Organisiert eure Tasks zu einem Ablauf von links nach rechts. Wenn Ihr danach eine Geschichte entlang euren Tasks erzählen könnt, habt ihr alles richtig gemacht.

Schritt 3: Detailliert eure Tasks und zerlegt sie in Subtasks. Diese kleinen Subtasks helfen euch, eure Releases zu planen. Zusammengehörende Tasks können zu Aktivitäten gruppiert werden.

Die Fokussierung auf den Ablauf und die Wirkung, welche Ihr für den Nutzenden erzielen wollt, helfen euch die Zusammenhänge im Auge zu behalten.
Welche Vorteile ergeben sich aus dem User Story Mapping?
- Der Nutzende und sein Prozess bleiben im Fokus
- Eindimensionales Backlog wird mehrdimensional und somit übersichtlicher
- Vereinfachung der Release-Planung
- Gemeinsames Verständnis aller beteiligter Teammitglieder und Stakeholder
Probiert es einfach bei eurem nächsten Projekt mal aus.
Happy Mapping!
