Wer Führungsgremien überzeugen will, muss verständlich sprechen. In einem Spital treffen unterschiedliche Fachwelten aufeinander. Wer verständliche Begriffe verwendet um den Nutzen eines Vorhabens greifbar zu machen, schafft eine gemeinsame Grundlage für Entscheidungen. Wie das gelingt, zeigt das Beispiel der digitalen Landkarte.
Wenn Fachsprache dem andern Fach zur Fremdsprache wird
«Wir benötigen eine Enterprise Architecture, um unsere Business Capabilities mit dem Application Repository abzugleichen und eine Transformations-Roadmap abzuleiten.»
Für IT-Fachleute mag dieser Satz ein nachvollziehbares Vorhaben beschreiben. Bei anderen kann er vor allem Fragen auslösen: Welches Problem lösen wir damit? Was bringt es uns? Und warum sollen wir dafür Geld ausgeben?
Eine gute Idee kann an ihrer Kommunikation scheitern. Nicht, weil ihr der Nutzen fehlt, sondern weil die Erklärung Wissen voraussetzt, das nicht alle Stakeholder teilen.
Vielfalt braucht eine gemeinsame Sprache
Die obersten Entscheidungsgremien einer Gesundheitseinrichtung versammelt vielfältige Erfahrungen. Medizin, Pflege, Immobilien, Hotellerie, Finanzen, Ethik oder soziale Arbeit bringen aber nehmen auch jeweils eigene Perspektiven ein. Zwar ist diese Vielfalt wertvoll, jedoch bedeutet sie nicht, dass alle dieselben Fachbegriffe gleich verstehen oder überhaupt kennen.
Wer unter «Architektur» zunächst an Gebäude denkt, verbindet mit dem Begriff etwas anderes als eine IT-Fachperson. Wer bei «Transformation» eine umfassende Reorganisation erwartet, fürchtet möglicherweise eine grössere Veränderung, als eigentlich gemeint ist.
Die Verantwortung für eine gemeinsame Verständigungsbasis liegt bei den Präsentierenden. Verständlichkeit bedeutet nicht, Inhalte anspruchslos zu machen. Sie bedeutet, sie so zu erklären, dass alle mitdenken, nachfragen und urteilen können.
Die digitale Landkarte als verständlicher Einstieg
Das soll auch dem Vorhaben und Begriff «Enterprise Architecture» dienen. Ein fachfremder Zuhörer versteht kein Fachchinesisch, er wird kaum erkennen, was dahintersteckt. Das Bild einer «digitalen Landkarte» ermöglicht einen einfacheren Ansatz.
«Unsere digitale Landkarte zeigt, welche Aufgaben, Abläufe, Informationen und IT-Anwendungen zusammengehören. Sie hilft uns zu erkennen, wo Veränderungen notwendig sind und welche Vorhaben voneinander abhängen.»
Verständlicher noch wird der Nutzen durch ein Beispiel aus dem betrieblichen Umfeld:
«Wenn wir die Patientenaufnahme verbessern wollen, betrifft das nicht nur ein einzelnes Team und ihr dafür genutztes Programm. Wir müssen wissen, welche Bereiche, Abläufe und Systeme zusammenwirken und welche Information wo benötigt werden. Die digitale Landkarte hilft uns, diese Zusammenhänge zu überblicken und so die Entscheidung auf den übergeordneten Nutzen auszurichten.»
Damit erspart man sich die auch die Erklärung was ein abstrakter Fachbegriff bedeutet, und kommt direkt zur Frage, welchen Beitrag das Vorhaben für die Organisation leistet.
Anschaulich bleiben, ohne ungenau zu werden
Ein verständliches Bild darf den Inhalt nicht verfälschen. Die digitale Landkarte ist deshalb eine Grundlage, aber kein alleiniger Ersatz für Erklärungen zu Aktivitäten und Nutzen von Enterprise Architecture. Insbesondere Herausforderungen und erwartete Komplexitäten, längere Durchlaufzeiten bei enthaltenen Teilvorhaben sollten nicht verschwiegen werden. Wer seine digitale Landkarte nur in lustig-bunten Farben malt, darf sich nicht wundern wenn er sich bei unerwarteten Grautönen dann rechtfertigen muss.
Auch sollte nicht völlig auf Fachsprache verzichtet werden, nur eben wohldosiert und nicht gleich zu Beginn. Entscheidend ist, dass zuerst das Verständnis ent- und nicht die Hürde steht.
Den Entscheid ins Zentrum stellen
Niemand in einem fachübergreifenden Gremium muss IT-Fachsprache beherrschen. Die Mitglieder müssen dennoch beurteilen können, ob ein Vorschlag aus der IT sinnvoll ist und zur Entwicklung der Organisation beiträgt.
Wer verständlich formuliert, senkt deshalb nicht den fachlichen Anspruch. Er schafft Raum für die Fragen, auf die es wirklich ankommt und stellt den Entscheid ins Zentrum.
KI eingesetzt für Sparring, Sprache/Stuktur/Korrektur, Bildgenerierung
