Software Programmierung hält Einzug ins Kinderzimmer

Heute lernen unsere Kinder im Informatikunterricht der Schule weitaus mehr zukunftsorientierte Lerninhalte als wir noch vor 20 Jahren. Auch in der Freizeit gibt es zahlreiche Angebote, um Softwareprogrammierung bereits im Kindesalter zu erlernen. Die Kompetenzen, welche die heutigen Schüler:innen in ein paar Jahren in die Berufswelt mitbringen, werden die zukünftige Arbeitsweise grundlegend verändern.

1990 vs. 2026

Vor rund 25 Jahren wurde Informatik als neues Schulfach eingeführt. Im Unterricht wurden vor allem die Grundlagen der Computerbedienung vermittelt:

  • das 10-Finger-System
  • die wichtigsten Funktionen der Microsoft-Office-Anwendungen
  • das Surfen im World Wide Web
  • die Bedienung von Suchmaschinen

Heute beinhaltet der Informatikunterricht deutlich mehr zukunftsorientierte Lerninhalte und auch in der Freizeitgestaltung gibt es zahlreiche Möglichkeiten Software Development bereits im frühen Kindesalter zu erlernen:

  • Lego bauen mithilfe von KI-Vorschlägen
  • Programmieren von Robotern
  • Entwickeln von Spielen
  • etc.

 

Kindgerechte Lernstrategien und -inhalte

Der heutige Informatikunterricht ist nicht mit dem von früher vergleichbar. Statt starrer Programme stehen spielerische Zugänge zum Softwareuniversum im Vordergrund. Scratch, Micro:bit oder Minecraft Education ermöglichen es Kindern, eigene Ideen umzusetzen, ohne sich vorgängig vertiefte Programmierkenntnisse aneignen zu müssen. Gleichzeitig wird Informatik nicht mehr als isoliertes Fach verstanden. Viele Schulen verknüpfen sie mit Mathematik, Sprache oder Naturwissenschaften. Kinder programmieren Geschichten, steuern Roboterexperimente oder lösen Rätsel. Lernen wird dadurch kreativer, vernetzter und praxisnäher.

 

Programmieren als neue Grundkompetenz

Unsere Welt wird zunehmend digital gesteuert. Fast jeder Beruf, von der Pflege bis zur Logistik, ist heute in irgendeiner Form von Software abhängig. Programmieren zu verstehen bedeutet deshalb nicht, selbst Softwareentwickler:in werden zu müssen. Es bedeutet vielmehr, die Logik hinter Anwendungen und deren Zusammenhänge zu begreifen.

Kinder lernen dabei Fähigkeiten, die weit über Technik hinausgehen. Sie entwickeln Problemlösungskompetenz, strukturiertes und vernetztes Denken, Kreativität sowie ein grundlegendes Verständnis dafür, wie digitale Systeme funktionieren. Den Umgang mit Software erleben Kinder im Schul- und Alltag täglich hautnah mit. Die Grundkenntnisse in der Softwarenutzung sowie das technische Verständnis werden bereits in der Kindheit und während der Schulzeit aufgebaut. Dadurch entsteht für die Kinder von heute eine neue Grundkompetenz, die vergleichbar ist mit Lesen und Schreiben.

 

Chancen und Risiken

Die erweiterten Grundkompetenzen bedeuten nicht automatisch, dass jede:r Schüler:in später als Softwareentwickler:in arbeitet. Ein besseres Verständnis für Software ermöglicht jedoch den Einsatz von Low- und No-Code-Tools mit geringen Einstiegshürden im Arbeitsalltag.

Mit aufkommenden KI-Agenten innerhalb dieser Tools können Probleme einfacher gelöst, Optimierungen schneller erkannt und Ziele effizienter erreicht werden, ohne dass eine persönliche 1:1-Betreuung erforderlich ist. Diese Möglichkeiten stehen zunehmend allen zur Verfügung und sind nicht mehr ausschliesslich ausgebildeten Softwareentwickler:innen vorenthalten.

Die Veränderungen sind bereits heute im Arbeitsalltag spürbar und bringen auch Herausforderungen mit sich. Generation X und Y, die bereits länger im Berufsleben stehen und die Digitalisierung erst in ihrer Jugend oder im frühen Erwachsenenalter erlebt haben, sind gefordert mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten und ihren Umgang damit zu finden. Gleichzeitig sind auch die Unternehmen gefordert, die digitale Entwicklung sowie die unterschiedlichen Kompetenzniveaus von langjährigen Mitarbeitenden und neuen Berufseinsteigenden Rechnung zu tragen.

 

Fazit

Kinder werden in wenigen Jahren bereits als sogenannte Citizen Developers aus der Schule kommen. Dank dieser neuen Grundkompetenzen starten sie mit mehr Programmierkenntnissen in ihre berufliche Laufbahn als viele langjährige Berufstätige und heben dadurch die Arbeitsweise auf ein neues Niveau.

Die grosse Chance besteht darin, Digitalisierung und Automatisierung allen Berufstätigen zugänglich zu machen. Gleichzeitig birgt diese Entwicklung auch Risiken, denen Unternehmen und Arbeitnehmer:innen nur gemeinsam entgegenwirken können.

 

Quellenangaben

Raspberry Pi

Lehrplan 21 des Kantons Luzern

 

Der Blogbeitrag wurde mit KI geprüft.

 

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Michèle Hass

Michèle Hass besucht das CAS Software Development with AI & NoCode. Als IT-Leiterin einer Business Unit und Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern begegnet die Autorin dem Blog-Thema aus zwei Perspektiven und ist mit den Auswirkungen direkt konfrontiert.

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