Wenn Prozesse im Alltag nerven, entstehen schnell eigene Lösungen mit LowCode. Doch aus dem schnellen Erfolg wird oft eine Sackgasse. Dieser Beitrag zeigt, wie nachhaltige Lösungen entstehen, wenn Fachbereiche und IT zusammenarbeiten.
Ein Prozess im Arbeitsalltag nervt gewaltig, kostet Zeit, ist unübersichtlich oder mit viel manuellem Aufwand verbunden. Eine klassische, «echte» IT-Lösung programmieren zu lassen, sprengt aber das Budget. Irgendwann hört das Team, dass es da diese «Power Plattform» gibt. Zägg Bum – schon sitzt jemand aus der Fachabteilung in einem App in a Day-Workshop oder klickt sich durch ein Microsoft-Zertifikat. Beide Kurse machen es denkbar einfach: Man nimmt eine Excel-Tabelle als Datenbank, verknüpft sie, und mit zwei, drei Klicks entsteht eine App mit einem Formular, das Daten unkompliziert erfassen und anpassen kann. Eine eigene Lösung ist gefunden und der Stolz über den schnellen Erfolg ist absolut berechtigt.
Wenn App in a Day zur Falle wird
Doch genau hier fangen meist die Probleme an. Die App wird oft der Einfachheit und des Marketings geschuldet, auf einer simplen Excel-Liste im persönlichen OneDrive aufgebaut. Das führt schnell zu einer tickenden Zeitbombe. Tritt die erstellende Person aus dem Unternehmen aus, ist die App für das gesamte Team tot. Auch Themen wie Sicherheit oder unbeabsichtigte Bearbeitungen werden schnell zum Problem: Wer welche Daten sehen oder bearbeiten darf, lässt sich mit Excel kaum sauber lösen.
Richtig frustrierend wird es dann bei den unvermeidlichen Erweiterungswünschen aus der Praxis: «Können wir eine automatische Teams-Nachricht senden, wenn sich ein Status ändert?», «Wieso lädt der Katalog – mit all den Bildern in jeder Zeile – so lange geht das nicht effizienter?», «Wie wäre es mit automatischen Erinnerungen über Power Automate oder einem Genehmigungsprozess (Approval)?». Und dann kommt noch die Klassiker-Frage: «Kann man das Tool nicht direkt mit SAP verbinden?».
Spätestens bei diesen komplexeren Anforderungen stösst der Fachbereich an sein technisches Limit, dem man ohne IT-Hintergrund nicht mehr gewachsen ist. Aus dem Stolz auf die eigene App wird bald einmal Frustration.
Support statt Schranken
An diesem Punkt kommt die IT oder eine erfahrene, zentral organisierte Gruppe von Citizen Developers ins Spiel. Über das Center of Excellence (CoE) oder ähnliche Berichte, poppt die neue App im Dashboard auf. Statt mit Verboten oder Einschränkungen zu drohen, geht die IT wohlwollend auf das Fachbereichs-Team zu. Sie hört zu und analysiert, was für ein Problem gelöst wurde. Lösungen aus dem Fachbereich orientieren sich meist mehr nach dem Bedarf als klassische IT‑Projekte, die oft eher theoretisch geplant werden. Die IT bietet ihre Hilfe an: Sie übernimmt den Prototypen und hebt die Idee auf ein solides, unternehmensweites Fundament.
Wie IT dann echten Mehrwert schaffen kann
Als Erstes werden die Datenstrukturen auf ein robustes, dauerhaft verfügbares Backend gebaut – SharePoint für Basics oder Dataverse für erweiterte Unternehmensbedürfnisse. Komplexere Features können durch die Erfahrung des IT-Teams problemlos eingefügt werden: performante Filter, die saubere Trennung von Daten und Medien, Item Level Security, ein rollenspezifisches UI und automatisierte Approvals oder Benachrichtigungen in Microsoft Teams. Das Team bindet externe Datenquellen an oder führt alles in einem Power BI zusammen.
Das sind Dinge, die in fast jeder App vorkommen, für ein zentrales Team kein Problem mehr darstellen und effizient als Erweiterung eingebaut werden können.
Zudem sorgt die IT mit sauber getrennten Dev und Prod Umgebungen dafür, dass künftige Anpassungen den laufenden Betrieb nicht stören.
Ein grosser Vorteil liegt auch auf strategischer Ebene: Wenn drei Monate später ein anderes Team im Unternehmen mit demselben oder ähnlichen Problem auftaucht, muss die App nicht mehrfach neu erstellt werden – die IT führt die Anforderungen zusammen und baut eine gemeinsame Lösung. Aus zwei isolierten App-Ideen wird dann eine einzige Lösung, die die Bedürfnisse aller Teams abdeckt.
Fazit
LowCode ist kein Werkzeug, um die IT abzuschaffen. Es hilft Fachbereichen, ihre Probleme schnell selbst sichtbar und lösbar zu machen.
Daraus entsteht ein Prototyp, der den Bedarf des Fachbereichs aufzeigt. Wenn die IT dann unterstützend einsteigt, entstehen daraus Lösungen, die auch langfristig funktionieren.
Am besten funktioniert LowCode deshalb genau so: Fachbereich und IT arbeiten zusammen.
Dieser Blogbeitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.
