Mit NoCode zum Smart Home

Sei es die eigene Abwesenheit zu simulieren, um das eigene Zuhause vor Einbrüchen zu schützen, oder das Hochbeet auf dem Balkon mit Wasser zu versorgen. Mit der passenden Smart Home Lösung lässt sich das einfach erledigen. Für das Erstellen der gewünschten Logik und Abläufe stehen oft sehr intuitive NoCode Oberflächen zur Verfügung. In den meisten Fällen ist auch keine aufwändige Anpassung der bestehenden Infrastruktur notwendig.

Vor einigen Jahren wohnte ich in einer alten Mietwohnung. Einige Lichtschalter waren unpraktisch positioniert, dies war ein guter Grund, meine erste Schritte in der Smart Home Welt zu vollziehen. Mein Ziel war es, ohne invasive Eingriffe in der Wohnung, zusätzliche Lichtschalter zur Verfügung zu haben. Dafür eignen sich einfache Smart-Home-Umgebungen, die auf dem ZigBee Standard beruhen. Auf dem ZigBee Standard beruhen fast alle Smarte Lampen und Lichtschalter (z.B. Philips Hue und IKEA TRÅDFRI). Nach dem Tausch der betreffenden Lampe und dem Einrichten eines ZigBee Hubs (homee) konnte schon bald mit dem Erstellen der ersten Logik begonnen werden. Neben der einfachen Installation in einer Mietwohnung, sind die nicht nötigen Programmierkenntnisse einer von vielen weiteren Vorteilen. Die Anforderungen an solcher Smart-Home Lösungen in einer Wohnung sind meist eher gering und die Logik entsprechend trivial zu realisieren. Zudem wird bei allen mir bekannten Smart-Home-Plattformen eine NoCode-Umgebung bereitgestellt. Für Personen, denen NoCode noch kein Begriff ist, findet hier die Definition gemäss Wikipedia.
Nachdem das erste Problem gelöst war, tauchten sofort weitere Optionen und Wünsche auf. Nach dem die Möglichkeiten der Lampen und Lichtschalter ausgeschöpft waren, wurde der Horizont auf eine Garten- und Balkonbewässerung eines Kollegen erweitert. Auch dieses Problem liess sich immer noch in der NoCode-Umgebung lösen. Dies, obwohl der Wetterdienst, einen Bodenfeuchtigkeitssensor und weitere Aktoren involviert sind. Entscheidend für diese Erweiterung war die Umstellung auf die weitverbreitete Open-Source-Smart Home Umgebung Home Assistant (HA). Home Assistant ist eine Flughöhe höher als der bisher eingesetzte ZigBee Hub und kann optimal als zentrales Steuerungssystem eingesetzt werden. In Home Assistant können neben dem bereits vorhandenen ZigBee-Hub viele weitere Geräte und Dienste eingebunden werden. Zum Beispiel Geräte, die sich im selben Netzwerk befinden, oder wie bereits erwähnt, ein Wetterdienst. Das Verknüpfen dieser Vielzahl an Geräten und Dienste erfolgt einmal mehr einfach in einer NoCode-Umgebung. Diese sieht anders aus, dafür sind die Möglichkeiten weit grösser. Konkret sieht die einfache Logik für die Bewässerung folgendermassen aus.

NoCode Bewässerung
Beispiel einer Bewässerung in Home Assistant mit NoCode, Bildquelle: Screenshot aus privatem Home Assistant Projekt

 

Dabei wird an jedem Wochentag um 5:30 die Regenmenge am gewünschten Standort und die Bodenfeuchtigkeit geprüft. Falls diese beiden Bedingungen die Kriterien für eine Bewässerung erfüllen, wird nach einer vorgegebenen Schrittkette der Bewässerungsablauf gestartet. Diese Schrittkette ist aus technischen Gründen nötig, da mehrere Bewässerungskreise an der Pumpe angeschlossen sind. Nach jedem Zyklus wird auf den nächsten Kreis weitergeschaltet. Als nächstes Projekt wird der Windsensor des Sonnensegels dafür genutzt, um auch die vertikalen Beschattungsmarkisen vor den Fenstern zu öffnen, falls der Wind zu stark wird. Dieser Schritt ist nicht mehr ohne invasiven Eingriff möglich, da die Beschattung auch weiterhin über die vorhandenen Schalter funktionieren muss. Es gibt aber kleine Geräte, die hinter den vorhandenen Schalter passen und das Signal des Schalter sowie das des Smart Homes verarbeiten. Diese Option gilt natürlich auch bei Lichtschaltern, auch da lassen sich vorhandene Lichtschalter mit einem Gerät im Hintergrund erweitern damit sie «smart» werden.

Die Möglichkeiten sind fast unerschöpflich. An weiteren Ideen und Möglichkeiten wird bereits nachgedacht und diese stehen vielleicht schon bald kurz vor der Umsetzung. Wann setzten Sie Ihr erstes Smart Home Projekt mit Hilfe von NoCode um?

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Philipp Walker

Philipp Walker besucht das CAS Software Development with AI & NoCode

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