Vorteile und Risiken der e-ID – was bringt die swiyu Wallet?

Knapp 65‘000 gemeldete Fälle 2025, schätzungsweise 1,8 Milliarden Franken Schaden pro Jahr – die Cyberkriminalität führt neben Diebstahls- und Vermögensdelikten die Kriminalitätsstatistik an. Obwohl die Vorgehensweise der Täter oft dieselbe ist, sind die Ermittlungen komplex und die Aufklärungsquote mit 20 Prozent tief. Identitätsdelikte, also der Diebstahl und der Missbrauch persönlicher Daten, könnten nun Dank der Einführung der e-ID schon bald einen Rückgang erfahren.

Geburtsdatum, AHV-Nummer, akademischer Abschluss – alles in der Wallet

Der Staat fungiert als Herausgeber der e-ID und ist für die technische Vertrauensinfrastruktur verantwortlich. Bereitgestellt wird die digitale Identifikation über die offizielle App swiyu Wallet. Die Verifikation im Alltag funktioniert unkompliziert: der auf einer Website oder einem Prüfgerät angezeigte QR Code wird gescannt und die App fragt gezielt die benötigten Attribute an, welche die Inhaberin oder der Inhaber explizit freigeben muss. Muss bei einem Onlinekauf z.B. das Alter geprüft werden, muss nur das Geburtsjahr freigegeben werden.

Dank der e-ID lassen sich E-Governance-Prozesse und Onlinetransaktionen orts- und zeitunabhängig abwickeln. Aber auch in der physischen Welt kann die e-ID eingesetzt werden, z.B. in Form des digitalen Führer- oder Mitgliedsausweises. Behörden, Unternehmen und Organisationen können sich verifizieren und im staatlichen Vertrauensregister erfassen lassen, um elektronische Nachweise auszustellen und/oder zu validieren.

Vertrauensstruktur zur swiyu Wallet
Sicherer Austausch von digitalen Nachweisen über die technische Infrastruktur des Bundes (Bildquelle: www.eid.admin.ch)

Cyber-Identitätsdelikte sind hochtechnische Straftaten, die auf persönliche Daten abzielen. Derartige Daten gibt es ausreichend. Täglich bewegen sich 40 Petabyte durch das Schweizer Internet. Nicht alle sind gleichsam nützlich für Missbräuche, aber Identitäts-, Finanz-, Unternehmens- und Systemdaten sind Kriminellen dienlich. Mit gestohlenen Personendaten werden Verträge abgeschlossen, Bestellungen ausgelöst, Sozialleistungen beantragt oder Fake-Profile für Liebesbetrug erstellt. Hier setzt die e-ID an – eine Lösung zur elektronischen Identifikation, die Missbrauch und Betrug präventiv unterbinden soll.

Mehr Daten im Netz, mehr Möglichkeiten für Missbrauch?

Die e-ID hat eine mehr als 15-jährige Geschichte. Obwohl das ursprüngliche Konzept bis zur heutigen Form grundlegend überarbeitet wurde, bleiben viele skeptisch. Die Vorlage zur Einführung der e-ID wurde nur knapp mit 50,4 Prozent angenommen. Als kritisch werden vor allem folgende Punkte angesehen:

  • Staatliche Überwachung: Hat der Staat als Herausgeber und Verantwortlicher der Infrastruktur unbegrenzten Zugang zu den Daten?
  • Indirekter Zwang und Überkontrolle: Ist zukünftig für jede Dienstleistung und jeden digitalen Kauf eine explizite Legitimation notwendig?
  • Sicherheitsrisiken und Hacking: Ist das System tatsächlich resistent gegen gezielte Cyberangriffen?
  • Datensammlung: Jede Legitimation verursacht Datenströme. Das Senden, Empfangen und Speichern von Validierungsdaten wirft Fragen zur Nachhaltigkeit und zum wachsenden Datenvolumen auf.
  • Digitale Abhängigkeit: Ein funktionierendes Smartphone wird zur zwingenden Voraussetzung für die elektronische Identifikation im Alltag.

Die Kritik ist nachvollziehbar. Ein Blick auf die technische Umsetzung der e-ID zeigt jedoch, wie den Risiken entgegengewirkt wird.

  • Keine zentrale Speicherung: Die persönlichen Daten liegen ausschliesslich lokal in der Wallet auf dem Smartphone des Nutzers.
  • Selektive Datenfreigabe: Bei Prüfungen werden nur die absolut notwendigen Attribute freigegeben, z.B. das Geburtsjahr zur Bestätigung einer «über 18 Jahre» Prüfung.
  • Keine Nutzerprofile: Die einzelnen Prüfungstransaktionen sind kryptografisch nicht miteinander verknüpfbar, sodass keine Nutzerprofile erstellt werden können.
  • Ökologische Nachhaltigkeit: physische Kopien von Dokumenten, Postversand und Behördengänge reduzieren sich.
  • Minimale staatliche Rolle: der Staat betreibt lediglich die Vertrauensinfrastruktur und die kryptografischen Schlüssel zur Echtheitsprüfung. Es erfolgt keine zentrale Datensammlung.
  • Inklusion: Die e-ID ist kostenlos, freiwillig und für alle zugänglich
  • Kein Zwang: e-ID soll denen dienen, die schon heute digital leben und arbeiten. Sie verfolgt keinen Anspruch, die analoge Welt zu missionieren.

Um das Vertrauen in die Technik zu stärken, stehen auf der offiziellen Website Schritt-für- Schritt Anleitungen und technische Dokumentationen zur Verfügung, der Quellcode ist auf GitHub öffentlich zugänglich (Open Source) und eine Public Beta der e-ID bietet Unternehmen, Behörden und Privatpersonen die Möglichkeit, den Prüfprozess vorab praxisnah zu testen.

Für digital affine Menschen, die bereits Onlinebanking, bargeldloses Zahlen und Smart-Home-Apps nutzen, ist die swiyu Wallet die logische Ergänzung im Alltag. Für die Schweiz als Ganzes bietet sie die Chance auf verifizierte, hochwertige Daten, die eine zielgerichtete, korrekte Verarbeitung ermöglichen.

Dieser Blogbeitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.

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Claudia Luterbach

Claudia Luterbach ist Fachexpertin Compensation & Controlling. Ihr Arbeitsalltag umfasst Analysen und die empfängergerechte Aufbereitung der Ergebnisse in Berichten und Diagrammen. Der Blogbeitrag entstand im Rahmen des CAS Business Intelligence & Analytics.

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