KI-Musik: Produktion und Vermarktung in der Cloud

Mit Hilfe bedienungsfreundlicher KI-Tools wird die Produktion und Vermarktung von Musik in der Cloud demokratisiert. Wenige Mausklicks und ein paar Franken reichen aus, seiner musikalischen Kreativität freien Lauf zu lassen.

Dieser Blog-Beitrag zeigt auf, wie sich ein Musik Song oder ein ganzes Album von der Idee bis zur kommerziellen Publikation auf bekannten Streaming Plattformen wie Spotify, Apple Music oder YouTube Music produzieren und vermarkten lässt. Während des ganzen Prozesses kommen generative KIs sowie in der Cloud betriebene Software (SaaS) zum Einsatz, welche den wesentlichsten Teil der Arbeit übernehmen. Arbeiten, welche ohne KI von Komponisten, Interpreten und Produzenten in aufwendiger, manueller Tätigkeit ausgeführt werden. Die von Hyperscalern wie Microsoft (Azure), Amazon (AWS) oder Google (GCP) zur Verfügung gestellte Rechenleistung, macht einen solchen Anwendungszweck erst möglich.

Songtext und Titel

Soll ein Song mit Text (Lyrics) produziert werden, wird im ersten Schritt eine generative KI wie z. B. Microsoft Copilot oder ChatGPT genutzt. Ein Prompt wie im nachstehenden Beispiel führt zu einem vollständigen Songtext inkl. Titel und Anweisungen, um welchen Teil des Songs es sich handelt.

Prompt

Schreib mir einen eingängigen Ballerman Hit (Song), welcher sich um den Rennradfahrer Joe dreht, der auf Malle gerne um die Insel fährt und Abends ein paar Bier trinkt.

Antwort von Microsoft Copilot

Titel: „Joe – King von Malle“ 

[Strophe 1] Joe startet in den Tag, die Sonne glüht so heiß, Mit seinem Rennrad unterm Hintern, fährt er kreis’ um Kreis. Auf Malle kennt er jeden Weg, jedes Pflaster, jeden Pfad, Er flitzt an Palmen, durch die Gassen – der Strand ruft, es wird hart!

Fehlen Ideen für einen Song, hilft der kreative Ansatz der generativen KIs dabei, Neues zu generieren.

Song produzieren

Mit der Musik KI von Suno AI wird mittels eines einfachen Prompts ein Song erstellt. Als Songtext wird der zuvor generierte Text verwendet. Mittels eines weiteren Prompts können der Stil, das Tempo, die Sprache und die Stimme des Songs beeinflusst werden.

Nach wenigen Sekunden kann der frisch generierte Song gehört und weiterverarbeitet werden. Die Lyrics oder Teile des Songs können nach Bedarf so lange angepasst werden, bis das Ergebnis gefällt.

Nebst dem Song wird für diesen auch ein Song Cover (Bild) mittels KI generiert. Das Bild orientiert sich am Songtext und dem Stil.

Printscreen der Suno AI Prompts, welche die Ausgabe des Songs beeinflussen
Suno AI Prompts, welche die Ausgabe des Songs beeinflussen (selbst erstellter Printscreen der Suno AI Applikation)

Soll die produzierte Musik in einem späteren Schritt kommerziell genutzt werden dürfen, wird während der Erstellung ein kostenpflichtiges Abo vorausgesetzt.

Printscreen der Suno AI Abovarianten
Suno AI Abovarianten (selbst erstellter Printscreen der Suno AI Webseite)

Der Download der Songs als MP3- oder WAV-Datei ist der letzte Schritt mit Suno AI. Vorzuziehen ist hierbei das unkomprimierte Format WAV, welches eine höhere Bitrate – quasi die Auflösung der Audiodatei – bietet.

Kommerzielle Vermarktung

Nebst allgemein bekannten Streaming Plattformen wie Spotify, Apple Music und YouTube Music gibt es zahlreiche weitere Anbieter. Jede Plattform manuell zu bedienen und darin Musik hochzuladen wäre sehr aufwendig. Der kostenpflichte online Dienst DistroKid ist zwar keine generative KI, nimmt jedoch viel Arbeit ab. In einem einfachen Verfahren legt man seinen persönlichen Account an, hinterlegt seine Bankverbindung für Auszahlungen, lädt die Songs hoch und stattet diese mit Metadaten aus. Herausfordernd in diesem Prozess ist lediglich die US-amerikanische Steuererklärung, welche direkt mit Angabe der Bankverbindung ausgefüllt werden muss. Nach wenigen Tagen werden die Songs mittels automatisierter Workflows publiziert. Ab dann können Endkunden die Musik streamen.

DistroKid lässt sich seine Dienstleistungen in einem Abomodell jährlich bezahlen.

Printscreen der DistroKid Abovarianten
DistroKid Abovarianten (selbst erstellter Printscreen der DistroKid Webseite)

Werden Songs auf den Streaming Plattformen von deren Benutzern gehört, resultiert dies in sogenannten Streams, welche dem Produzenten mit Beträgen – sogenannten Tantiemen – im Bruchteil von Rappen gutgeschrieben werden.

Selbstversuch

In einem Selbstversuch konnte ich mit einem Aufwand von zwei langen Abenden acht Songs in zwei Alben produzieren und auf kommerziellen Streaming Plattformen aufschalten lassen. Die Erfahrung damit zeigte, dass die Arbeitsschritte einfach, schnell und effizient umgesetzt werden konnten.

Ob ich damit einen musikalischen Erfolg erzielen werde, bleibt fraglich. Die Erfahrung mit den genutzten Technologien bleibt nachhaltig.

Albumcover «Volle Kanne Ballermann» mit Strand, Palmen und Sonne
Albumcover «Volle Kanne Ballermann» (Bild erstellt mit ChatGPT)

Vorschau zum Album «Volle Kanne Ballermann»

Albumcover «Digital Vollgas» mit Bling Bling Symbolen
Albumcover «Digital Vollgas» (Bild erstellt mit ChatGPT)

Vorschau zum Album «Digital Vollgas»

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Markus Schmid

Markus Schmid ist Applikations-Manager bei der Stadt Luzern (Verwaltung) und bloggt aus dem Unterreicht des CAS Cloud and Platform Manager. Der Bezug zur Musik resultiert aus persönlichem Interesse, welches mit Cloud Technologien kombiniert wird. https://www.linkedin.com/in/markus-schmid-egolzwil/

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