Von der Cloud ins Rechenzentrum: Kubernetes verbindet Welten

Die IT-Welt steckt in einem Spagat. Die Cloud lockt mit Flexibilität, das Rechenzentrum mit Stabilität. Doch wer verbindet diese Welten? Kubernetes! Der Start der IT-Welt, der Container orchestriert wie ein Dirigent sein Orchester. Mit Kubernetes wird aus „Entweder-oder“ ein „Sowohl-Als-Auch“. Egal ob in der Cloud oder im Rechenzentrum – Kubernetes sorgt dafür, dass alles rund läuft. Ein bisschen wie Magie, nur technischer!

Warum hybride IT-Strategie?

Die heutige IT-Landschaft verlangt Flexibilität und Sicherheit in gleichem Masse. Cloud-Plattformen bieten skalierbare, flexible Lösungen, während Rechenzentren oft aus Gründen der Kontrolle, Sicherheit und Compliance unverzichtbar sind. Diese duale Anforderung bringt Unternehmen in eine Zwickmühle: Wie lassen sich die Vorteile beider Welten nutzen, ohne sich in deren Komplexität zu verlieren?

Mögliche Beweggründe für einen Hybridansatz:

  • Schrittweise Migration vom Rechenzentrum in die Cloud
  • Applikationsmodernisierung
  • Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften mit Rechenzentrum vor Ort
  • Globale Reichweite
  • Latenzempfindliche Workloads in der Nähe der Benutzer (Edge-Computing)
  • Optimierung von Workloads auf der Basis von Kosten und SLAs
  • Disaster Recovery und Business-Kontinuität
  • Skalierbarkeit und Flexibilität

 

Was bedeutet Kubernetes?

Kubernetes wird als „Kuh-ber-neh-tes“ ausgesprochen und oft als k8s (ausgesprochen „kay-eights“ oder „Kates“) abgekürzt. Der Name leitet sich vom altgriechischen κυβερνήτη ab, was Kapitän oder Steuermann bedeutet. In der IT-Welt ist Kubernetes ein Container-Orchestrator und bietet eine einheitliche, automatisierte Lösung für Netzwerk, Skalierung, Bereitstellung, Wartung und viele andere Aufgaben, die bei der Bereitstellung von Containern anfallen. Es gibt verschiedene Container-Orchestratoren, die für verschiedene Anwendungsfälle geeignet sind:

  • Docker Swarm: Ein Orchestrator, der direkt in die Docker-Engine integriert ist und sich gut für kleinere Cluster eignet, bei denen Sicherheit oberste Priorität hat.
  • Apache Mesos: Ein älterer Orchestrator für containerisierte und nicht-containerisierte Workloads, ursprünglich an der UC Berkeley entwickelt und manchmal für Big-Data-Workloads verwendet.
  • Kubernetes: Zum Zeitpunkt dieses Schreibens ist Kubernetes zweifellos der am weitesten verbreitete Container-Orchestrator der Branche. Dieses Open-Source-Projekt entstand 2014 bei Google. Ursprünglich basierte es auf Google internem Cluster-Manager Borg und wird seit 2015 von der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) weiterentwickelt.

 

Gründe, die für Kubernetes sprechen:
  • Konsistenz: Die Applikation wird unabhängig vom Standort stets in konsistenter Weise bereitgestellt.
  • Skalierbarkeit: Kubernetes ermöglicht eine automatische Skalierung von Applikationen je nach Bedarf. Die Skalierung auf Null ist ebenso möglich.
  • Infrastrukturunabhängigkeit: Kubernetes kann plattformübergreifend betrieben werden. Sei es die öffentliche Cloud, die private Cloud, das Rechenzentrum.
  • Automatische Selbstheilung: Kubernetes entdeckt mögliche Probleme eigenständig und agiert bei Bedarf selbst, wie zum Beispiel fehlerhafte Container zu stoppen und neu zu starten.
  • Flexibilität: Kubernetes unterstützt verschiedene Arten von Workloads, wie auch stateless und stateful Applikationen.
  • Ressourceneffizienz: Kubernetes optimiert die Nutzung von Ressourcen durch effizientes Scheduling und Load Balancing.
  • Ökosystem: Kubernetes bietet zahlreiche Werkzeuge, die zusätzliche Funktionen bereitstellen.

 

Einsatzmöglichkeiten von Kubernetes:

Hybrid-Workloads, Multi-Cloud-Strategien, Edge-Computing – kleine, dezentrale Cluster, nicht zusammen an einem dezidierten Standort – bieten 24 Stunden einen Vorteil, sowie das IoT und CI/CD mit Kubernetes. So viele neue Projekte eröffnen somit neue Möglichkeiten und damit auch viele neue Herausforderungen:

  • Komplexität: Kubernetes ist auf den ersten Blick sehr komplex, aber es wird mit der richtigen Schulung und der Verwendung von Helm-Charts oder verwaltetem Kubernetes viel einfacher.
  • Sicherheitsanforderungen: Kubernetes verfügt über eingebaute Sicherheitsfunktionen und lässt sich in vorhandene Sicherheitskonzepte integrieren, sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch in der Cloud.

 

Fazit:

Kubernetes ist mehr als nur eine Plattform – es ist der Innovationstreiber hinter der IT. Es bietet Unternehmen Flexibilität, die weit über die aktuellen Zwei-Stack-Szenarien hinausgeht. Durch die ständige Weiterentwicklung der IT-Landschaft, spielt die Fähigkeit zur nahtlosen Verwaltung von Workloads über verschiedene Umgebungen hinweg eine entscheidende Rolle. Mit Kubernetes können Unternehmen nicht nur aktuelle Entwicklungen aufnehmen, sondern sich auch aktiv auf die Zukunft vorbereiten, die voraussichtlich KI und IOT berücksichtigen wird.


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Artem Zwahlen

Artem Zwahlen arbeitet als Technical Pre-Sales Spezialist im Bereich Red Hat bei TDSynnex Schweiz GmbH und bloggt aus dem Unterricht des CAS Cloud und Plattform Manager.

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