Drei Gründe weshalb Bitcoin in ein Anlageportfolio gehört

Aktuell sind die Krypto-Märkte auf Talfahrt, nachdem die Popularität und der Wert zahlreicher Kryptos über die letzten Jahre wieder stark anstiegen. Der Platzhirsch unter den digitalen Vermögenswerten ist immer noch Bitcoin. Die erste Blockchain-basierte Kryptowährung besteht seit 2009 und erklomm immer wieder neue Höchststände. Dennoch stehen viele Anleger der noch jungen Anlageklasse weiterhin skeptisch gegenüber. Zurecht? Hier drei Argumente für Bitcoin im Anlagekontext.

In Kryptos und allen voran in Bitcoin investieren – soll ich, soll ich nicht? Nur Spekulation oder doch eine echte Alternative zu Fiat-Geld? Diese Diskussion wurde seit des mittlerweile über 17-jährigen Bestehens der Kryptowährung abermals geführt und ist mit der ungefähren Werthalbierung seit dem Allzeithoch wieder höchst aktuell.

Im Zeitverlauf änderte sich die Anzahl Befürworter und der Umstand, dass diese vermehrt aus der traditionellen Finanzwelt kommen. Diese hatte sich lange gegen Bitcoin ausgesprochen. Die Argumente waren ein zu hohes Preisschwankungsrisiko, kein eruierbarer Fundamentalwert sowie regulatorische und technologische Risiken.

Unabhängig von der kurzfristigen Preisentwicklung gibt es meiner Meinung nach vor allem drei Investitionsargumente für die strategische Beimischung von Bitcoin im Portfolio:

  1. Zu gross, um zu ignorieren (aufgrund Anteils am globalen Marktportfolio)
  2. Digitales Gold
  3. Diversifikation

1) Zu gross, um zu ignorieren

Der Anteil von digitalen Vermögenswerten am globalen Marktportfolio (aggregierter Wert aller Kapitalmarktanlagen) beträgt um 1.5%. Studien prognostizieren, dass sich dieser Anteil in den nächsten Jahren vervielfachen wird. Weiter ist davon auszugehen, dass die Bitcoin-Dominanz hoch bleibt. Keiner der Altcoins konnte bisher die Vormachtstellung von Bitcoin ernsthaft in Frage stellen. Die Referenz zum Marktportfolio ist gerade für passive Investoren relevant, welche einfach den Kapitalmarkt replizieren wollen, ohne aktive Anlageentscheide zu treffen. Entsprechend ist eine Nicht-Investition in Bitcoin ein aktiver Entscheid eines Untergewichts. Für Kleinanleger sind nicht alle möglichen globalen Assets investierbar. Für Kryptos gilt dies nicht, gibt es heutzutage doch zig Möglichkeiten, ein Exposure aufzubauen.

2) Digitales Gold

Erstens sehe ich Bitcoin nicht als Substitut für Gold, sondern als Komplementäranlage. Zweitens kommt hier das Argument des Inflationsschutzes ins Spiel, welches nicht für alle Währungsräume gleich relevant ist. Drittens will ich den Stellenwert weder von Gold noch Bitcoin nur auf den Kaufkrafterhalt reduzieren. Beide Assets besitzen zusätzlich einzigartige Eigenschaften.

Die Fakten zum Kaufkraftverlust von Fiat-Währungen sind klar. Sowohl der US-Dollar wie der Euro haben über die letzten 25 Jahre über 40% an Kaufkraft eingebüsst (gemessen anhand Konsumentenpreisinflation). Von einigen Schwellenländern müssen wir gar nicht erst sprechen. Bei der Staatsverschuldung sehen wir, dass diese zum einen in vielen Ländern steigt, zum anderen das Werkzeug der finanziellen Repression durchaus salonfähig geworden ist. In den USA erscheinen Staatsschulden zunehmend problematisch: Verdoppelung in letzten 10 Jahren, 120% des BIP, Zinsen als viertgrösste Budgetposition. Damit einhergehend ist der Greenback drauf und daran, seinen Status als Weltwährung einzubüssen.

Sowohl Gold wie Bitcoin sind global limitierte Assets, welche im Grundsatz dezentral resp. nicht staatlich aufgesetzt sind. Gold hat eine wesentlich längere Historie und ist weniger volatil, während Bitcoin im Vergleich grundsätzlich tiefere Verwahrungs- und Verschiebungskosten aufweist. Zudem ist der Zugang zu Bitcoin demokratisierter.

3) Diversifikation

Zentral bei der Diversifikation ist die Korrelation von Vermögenswerten zueinander. Diese zeigt für Bitcoin unter Berücksichtigung einer rollierenden, mehrmonatigen Korrelation (tägliche Daten) ein vorteilhaftes Bild – heisst die Beimischung wirkt diversifizierend. Für sich betrachtet weist Bitcoin seit Lancierung eine extreme Volatilität auf. In Kombination mit der erzielten Preisrendite wurde diese aber mehr als entschädigt. Infolge der zunehmenden Institutionalisierung von Bitcoin gehe ich davon aus, dass sowohl Rendite wie Volatilität künftig niedriger ausfallen werden, im Vergleich zu anderen Vermögenswerten aber erhöht bleiben. Die Einzigartigkeit von Bitcoin verspricht zudem weiterhin Diversifikation im Portfoliokontext.

Und was ist mit den Risiken? Klar, diese gibt es auch, wie bei jedem Investment. Bei Bitcoin sind dies für eine kürzere Zeitspanne eine hohe Volatilität und damit verbundenes Verlustpotenzial. Mögliche regulatorische und technologische Risiken bleiben ebenfalls.

Zusammenfassend hat Bitcoin für mich den Status einer Anlage bewiesen und die genannten Investitionsargumente sprechen auch in Zukunft dafür.

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Severin Schütz

Severin Schütz besucht das CAS Blockchain. Er arbeitet im Asset Management der Zürcher Kantonalbank und ist seit sieben Jahren in Bitcoin investiert.

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