Künstliche Intelligenz verändert auch die Gebäudetechnik. Dies aber nicht durch Jobabbau oder Vollautomatisierung, sondern durch bessere Entscheidungen und höhere Effizienz. Wer KI richtig einsetzt, stärkt seine Mitarbeitenden statt sie zu ersetzen. Dieser Beitrag plädiert für einen realistischen, mutigen und menschzentrierten Umgang mit KI in unserer Branche.
Wenn heute über Künstliche Intelligenz gesprochen wird, dominieren oft Extreme. Entweder wird KI als Heilsversprechen für alle Effizienzprobleme gefeiert – oder als Bedrohung für Arbeitsplätze verteufelt. In der Gebäudetechnik halte ich beides für falsch. Meine Überzeugung ist klar: KI wird in unserer Branche keine Jobs vernichten, solange wir bereit sind, zu lernen, offen zu bleiben und uns weiterzuentwickeln. Diese Sicht deckt sich mit aktuellen arbeitsmarktökonomischen Einschätzungen, etwa von OECD und PwC, die KI als tätigkeitsverändernde, nicht berufsvernichtende Technologie beschreiben.
Gebäudetechnik ist ein heterogenes Geschäftsfeld. Sie ist geprägt von Technologien, die für verschiedenste Gebäude mit unterschiedlichen Nutzungsarten, wechselnden Nutzern in unterschiedlichen klimatischen Bedingungen ihren Zweck erfüllen müssen. Genau deshalb wird es auf absehbare Zeit nicht möglich sein, ganze Prozesse sinnvoll und effizient zu automatisieren. Wer etwas anderes verspricht, kennt entweder die Realität unserer Arbeit oder die Grenzen heutiger KI-Systeme nicht. Auch The Economist ordnet KI nicht als disruptive Ausnahme, sondern als „normale“ Allzweck-Technologie ein, deren Wirkung oft überschätzt wird.
Das heisst aber nicht, dass KI für uns irrelevant ist. Im Gegenteil. Ihr grösster Nutzen liegt dort, wo sie uns von Routinen entlastet. KI kann Daten auswerten, Berichte vorbereiten, Anomalien erkennen, Wartungsbedarfe prognostizieren, Varianten vergleichen oder uns bei langweiligen Routinearbeiten (wie Stunden-Rapportierung) unterstützen. Aber sie entscheidet nicht und sie trägt keine Verantwortung. Das bleibt Aufgabe des Menschen. Studien zeigen klar: KI ergänzt menschliche Arbeit, statt sie zu ersetzen.
Für mich ist deshalb klar: „Human in the loop“ ist kein Provisorium, sondern ein Prinzip. KI darf Vorschläge machen, Muster erkennen und Optionen aufzeigen. Die letzte Entscheidung – technisch, wirtschaftlich und sicherheitsrelevant – muss beim Menschen bleiben. Gerade in einer Branche, in der Fehlentscheide reale Konsequenzen haben, ist das keine technologische, sondern eine ethische Frage. OECD und PwC betonen genau diesen Punkt der menschlichen Verantwortung, Überwachung und kritischen Hinterfragung.
Der eigentliche Wandel liegt nicht in der Technik, sondern in den Tätigkeiten. KI ersetzt keine Berufe, sie verschiebt Aufgaben. Dokumentation, Analyse und Standardkommunikation werden effizienter. Dafür gewinnen andere Fähigkeiten an Bedeutung: Systemverständnis, kritisches Denken und Entscheidungsfähigkeit. Matthias Zehnder bringt es auf den Punkt: Im KI‑Zeitalter wird nicht weniger, sondern mehr menschliche Urteilskraft benötigt.
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Verantwortung. KI einzuführen, heisst nicht, ein Tool auszurollen. Es heisst, Mitarbeitende mitzunehmen. Schulung, Weiterbildung und Lernkultur sind entscheidender als jedes einzelne System. Laut PwC wünschen sich über die Hälfte der Mitarbeitenden gezielte KI‑Weiterbildung – haben aber noch keinen Zugang dazu.
Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist das entscheidend. KI ist kein Ersatz für fehlende Menschen, sondern ein Hebel, um mit den vorhandenen Ressourcen besser umzugehen. Ökonomisch ist dieser Effekt gut beschrieben: Effizienzsteigerungen senken Kosten und erhöhen die Nachfrage – bekannt als Jevons‑Paradox. Auch Branchenerhebungen zeigen: Trotz Automatisierung steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften weiter.
KI wird die Gebäudetechnik nicht revolutionieren, aber sie wird sie spürbar verändern. Nicht durch Jobabbau, sondern durch Effizienz. Nicht durch Vollautomatisierung, sondern durch Unterstützung. Entscheidend ist, dass wir KI bewusst einsetzen: menschenzentriert, verantwortungsvoll und praxisnah. Wenn wir bereit sind, uns weiterzubilden, stärkt KI unsere Mitarbeitenden – und damit unsere Unternehmen. Wer hingegen glaubt, KI ersetze Erfahrung und Verantwortung, wird scheitern. Die Zukunft gehört nicht der KI allein, sondern der Zusammenarbeit von Mensch und Technologie.
Dieser Blogbeitrag wurde mit Unterstützung von KI verfasst. Inhalt, Struktur und Gesinnung stammen vom Autor.
