Cloud und KI verändern die Treuhandbranche spürbar. Effizienzgewinne sind real, die Herausforderungen beim Datenschutz ebenso. Digitalisierung bleibt nur dann nachhaltig, wenn Datenhoheit und Verantwortung bewusst miteinbezogen werden. Ein aktuelles Praxisbeispiel aus der Schweiz zeigt auf, wie eine branchenspezifische KI-Plattform digitale Innovation und den Schutz sensibler Daten verbindet.
Digitalisierung ist längst Realität – jetzt entscheidet der Umgang mit Daten
Digitale Buchhaltung, Mandantenportale und KI-gestützte Assistenzsysteme gehören für viele Treuhandbüros längst zu den täglichen Werkzeugen. Belege werden automatisch erkannt, Buchungsvorschläge generiert und Prozesse beschleunigt. Es bleibt mehr Zeit für Beratung und Kundenkontakt.
Der Umgang mit Daten hat sich grundlegend verändert. Heute werden nahezu alle sensiblen Informationen wie Vermögenswerte, Einkommensdaten, Lohnlisten und Steuerdaten in IT-Systemen erfasst und verarbeitet. Für Treuhänderinnen und Treuhänder ist es unumgänglich, sich mit Datenschutzfragen auseinanderzusetzen.
Bekannte Risiken – sachlich eingeordnet
Beim Einsatz von Cloud- und KI-Lösungen tauchen immer wieder ähnliche Fragen auf:
- Datenstandorte
Viele digitale Dienste verarbeiten Daten ausserhalb der Schweiz. Kundendaten unterstehen fremden Rechtsordnungen.
- Zugriffsmöglichkeiten
Neben Treuhandbüro und Mandanten können auch Anbieter:innen oder Subunternehmen technisch auf Daten zugreifen.
- KI-Training
Bei generischen KI-Tools ist oft unklar, ob eingegebene Informationen fürs Training verwendet werden.
Die aufgeführten Punkte stellen keine grundsätzliche Kritik an der Digitalisierung dar, vielmehr zeigen sie, wo bewusste Steuerung und klare Entscheide im Umgang mit sensiblen Daten nötig sind.
Ein positives Praxisbeispiel aus der Schweiz
Wie sich Risiken reduzieren lassen, zeigt TreuhandGPT: Über 2000 Treuhandbüros nutzen eine branchenspezifische KI-Plattform auf Schweizer Infrastruktur, die Kundendaten nicht für Trainingszwecke nutzt und auf offene, öffentliche Chatbots verzichtet.
Dieser Ansatz reduziert Datenschutzrisiken, etwa im Hinblick auf Datenabfluss, rechtliche Grauzonen und die unerwünschte Nutzung sensibler Informationen. Gleichzeitig zeigt das Beispiel, dass sich Datenschutz und KI vereinbaren lassen, wenn Lösungen bewusst gestaltet werden und der Datenschutz als fester Bestandteil der Digitalstrategie verstanden wird.
KI unterstützt – die Verantwortung bleibt
KI ist ein Hilfsmittel und kein Entscheidungsträger. Die fachliche Prüfung liegt weiterhin beim Menschen, der sicherstellen muss, dass KI-gestützte Ergebnisse korrekt umgesetzt werden.
Am wirkungsvollsten ist KI, wenn sie in bestehende Prozesse integriert und klare Rollen, Verantwortlichkeiten und Qualitätsansprüche definiert sind.
Was Treuhandbüros konkret tun können
- Digitalisierung ist Führungssache
Der Einsatz von Cloud und KI sind Führungsentscheide. Klare Regeln sind nötig: Welche Informationen dürfen in welche Systeme?
- Passende Lösungen wählen
Lösungen mit klarer Datenhoheit bieten hohe Sicherheitsstandards. Bevorzugt werden sollten Angebote, die Datenschutz, Compliance und Geschäftsmodell von Anfang an einbeziehen.
- Mitarbeitende sensibilisieren
Klare Richtlinien, Schulungen und feste Ansprechpersonen helfen, Fehlanwendungen vorzubeugen. So wird Datenschutz Teil der gelebten digitalen Unternehmenskultur und nicht nur eine weitere Policy im Intranet.
- Verantwortung klar festlegen
KI darf unterstützen, aber nicht automatisiert entscheiden. Kontrollen, Plausibilisierungen und Dokumentationen bleiben Aufgaben des Menschen und schaffen Transparenz sowie ein geringeres Haftungsrisiko.
Wie Datenschutz Vertrauen schafft
Datenschutz ist mehr als gesetzliche Pflicht. Er bildet die Basis des Vertrauens in der Treuhandbranche. Mandanten erwarten, dass ihre sensibelsten Daten effizient und sorgfältig behandelt werden. Wer Digitalisierung bewusst gestaltet, stärkt Glaubwürdigkeit und langfristige Kundenbeziehungen.
Fazit: Fortschritt braucht klare Leitplanken
Cloud und KI werden die Treuhandbranche weiter prägen, entscheidend ist, wie digitale Tools eingesetzt werden. Das Beispiel von TreuhandGPT zeigt, dass sich Effizienzgewinne und Datenschutz sehr wohl verbinden lassen, wenn Technologie gezielt eingesetzt und strategisch geführt wird. Digitale Innovation mit klaren Leitplanken schafft Sicherheit, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit.
Weiterführende Links
- TreuhandGPT
- „KI für 2000 Schweizer Treuhandbüros“
- „Update – Geltendes Datenschutzgesetz ist auf KI direkt anwendbar“
- „Verwendung generativer KI, Leitfaden zum Datenschutzgesetz“
Künstliche Intelligenz wurde ausschliesslich zur Recherche, Überprüfung von Sprache und Rechtschreibung genutzt.
