Mit Sévérine Müller zieht erneut eine Frau in die Geschäftsleitung der Suva ein. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines Kulturwandels. Es zeigt: „Female Leadership“ ist bei der Suva längst kein Trend mehr, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor.
In diesen Wochen übernimmt Sévérine Müller das Departement Gesundheitsschutz und Personal und wird damit Mitglied der Geschäftsleitung der Suva. Sie folgt auf Edith Müller Loretz. Dass zwei Frauen in Folge diese Position besetzen, ist ein deutliches Signal. Bei der Suva findet ein Umdenken statt: Ein modernes Führungsverständnis, hin zu mehr Vielfalt und mehr Chancengleichheit.
Job- und Top-Sharing ausdrücklich erwünscht
Zahlen aus einer internen Diversity-Analyse zeigen: Die Suva rekrutiert überdurchschnittlich viele Frauen, auch für Führungspositionen. Flexible Arbeitsmodelle wie Teilzeit und Job/Top-sharing sind nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht. Mitarbeitende, die Teilzeit arbeiten, werden gezielt in Kaderfunktionen befördert. Das ist ein starkes Signal gegen stereotype Karrieremuster. Denn vielerorts sind traditionelle Führungsbilder noch immer präsent: Männer gelten häufig als „natürliche” Führungskräfte, während Frauen ihre Kompetenz erst unter Beweis stellen müssen.
„Weiche“ Fähigkeiten wie Empathie, Teamorientierung oder transparente Kommunikation sind zentrale Erfolgsfaktoren in der modernen Arbeitswelt. Studien zeigen, dass Teams mit Frauen oft kooperativer arbeiten und bessere Ergebnisse erzielen. Die Suva hat diesen Wandel erkannt. Sie investiert gezielt in Gleichstellung, baut kulturelle Hürden ab und setzt auf inklusive Sprache sowie faire Rekrutierungs- und Beförderungsprozesse. Unconscious-Bias-Trainings und transparente Karrierekriterien gehören ebenso dazu wie die aktive Unterstützung von Mitarbeitenden mit Familienpflichten.
Kein «Warum?», sondern «Wie können wir helfen?»
Als Mutter von zwei schulpflichtigen Kindern arbeite ich heute in Teilzeit in einer Kaderfunktion. Dies wurde nicht zuletzt durch die Rahmenbedingungen der Suva ermöglicht. Genauso wichtig war mir das Vertrauen meines modernen und verständnisvollen Vorgesetzten. Er unterstützt mich sowohl in meiner Führungsrolle als auch während meiner EMBA-Weiterbildung und schafft aktiv Voraussetzungen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Alltag erleichtern. Sitzungen werden zwischen 9 und 16 Uhr angesetzt, bei Bedarf hybrid oder vollständig online.
In besonderen Situationen, wenn zum Beispiel eines meiner Kinder krank ist, zählen Flexibilität und echtes Vertrauen. Dann heisst es nicht „Warum?“, sondern „Wie können wir helfen?“. So kann ich Verantwortung übernehmen, ohne mich verbiegen zu müssen. Das stärkt mein Vertrauen, meine Motivation und meine Wirkung als Führungskraft.
Nicht einfach integriert werden
Für mich persönlich wird deutlich, wie wichtig es ist, dass Unternehmen nicht nur Programme anbieten, sondern eine echte Vertrauenskultur leben. Die Suva ermöglicht es mir, Mutter, Führungskraft und EMBA-Teilnehmerin zugleich zu sein – ohne Kompromisse. Sie schafft Rahmenbedingungen, in denen Frauen nicht einfach integriert werden, sondern gleichberechtigt Raum erhalten.
Die Wahl von Sévérine Müller in die Geschäftsleitung ist also mehr als ein symbolischer Schritt. Sie steht für eine Unternehmenskultur, die weibliche Führungskräfte nicht als Ausnahme sieht, sondern als festen Bestandteil des Erfolgs.

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Liebe Léonore, vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel! Besonders als Mami in der Versicherungswelt habe ich mich in vielen Punkten wiedergefunden. Es tut gut zu sehen, dass Female Leadership nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern gelebte Realität sein kann. Ihr Beitrag zeigt, dass echter Kulturwandel möglich ist. Grüsse Franziska