Wie Avatare die Weiterbildung verändern

Stand-up Meeting, 20. Nov. 25 mit Jonas Furrer und Jasmin Meyer

Im letzten Stand-up zeigten uns Jonas und Jasmin, wie Avatar-Videos mit der Plattform HeyGen erstellt werden können, und welche Möglichkeiten und Grenzen diese Technologie für die Lehre bietet. Die wichtigsten Punkte aus dem Austausch haben wir hier zusammengefasst.

1. Herstellung von Avataren

Um auf HeyGen einen Avatar/digital Twin erzeugen zu können, muss man ein kurzes Video (3–4 Minuten) von sich auf die Plattform hochladen. Anschliessend gibt man den Text ein. Die KI generiert dann das Video mit diesem Text.
Die Inhalte werden somit weiterhin von den Dozierenden selbst erarbeitet und eingegeben.
Der Zugang zu HeyGen ist aktuell eingeschränkt: Die Lizenzen laufen ausschliesslich über Jonas Furrer.
Um Missbrauch zu reduzieren (z. B. Identitätsdiebstahl), macht die Plattform einen Gesichtsabgleich.

2. Einsatzbereiche in der Lehre

Avatar-Videos eignen sich gut für wiederkehrende Inhalte, da sie diese konsistent darstellen. Aktualisierungen sind unkompliziert: Es reicht, einzelne Sequenzen neu zu generieren, was am Ende für die Dozierenden weniger Aufwand bedeutet.
Für Tutorials und Lerninhalte sind Avatare besonders praktisch, zum Beispiel, wenn Inhalte in mehreren Sprachen angeboten werden sollen.
Weniger geeignet sind sie für persönliche, authentische Kommunikation oder für komplexere Themen, die Interaktion erfordern.

3. Vorteile für Lernende

Studierende schätzen die Flexibilität:
– individuelle Lerngeschwindigkeit
– steuerbare Abspielgeschwindigkeit
– Wiederholbarkeit einzelner Abschnitte
Avatar-Videos können zudem leicht auf ILIAS eingebunden und mit weiteren Materialien kombiniert werden.

4. Aktuelle Nutzung an der HSLU

An der HSLU werden Avatar-Videos bisher vor allem in der Weiterbildung eingesetzt:
– Einführungsmodule
– Brückenangebote
– Begrüssungen
– WIPRO-Modul
Weitere Einsätze sind aktuell nicht bekannt.

5. Lizenz- und Zukunftsfragen

Die Nutzung ist momentan stark lizenzgebunden: Neue Lizenzen sind teuer und an ungünstige Bedingungen geknüpft (z. B. Bezahlung pro angeschauter Minute).
Für eine breitere Anwendung braucht es mittelfristig eine stabilere Lösung.
Zudem besteht eine Abhängigkeit vom Anbieter HeyGen, was Preisänderungen oder Unternehmensrisiken einschliesst.

Die im Anschluss geführte Diskussion war sehr lebhaft und berührte auch den Punkt, wie die Relevanz der Dozierenden in Zukunft aussieht. Die HSLU hat als praxisorientierte Ausbildungsstätte hier klar einen Vorteil über die Erfahrung der Dozierenden. Das Thema „Avatare im Unterricht“ wird auf jeden Fall weiter beobachtet.

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