«Open Access braucht einiges an Durchhaltevermögen»

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Open Access (OA) als Veröffentlichungsart ist im Bibliothekswesen in aller Munde. Und trotzdem ist es immer noch nicht genug etabliert, um OA in der Weise voranzutreiben, wie sich das der Schweizerische Nationalfond und Verfechter des OA wünschen.

Ute Klotz, Dozentin, Forscherin und Autorin an der HSLU Informatik, beantwortet anlässlich der internationalen Open Access Woche Fragen zum Thema «Open Access publizieren» und zeigt Schwierigkeiten der Thematik auf.

Hast du schon einmal Open Access (OA) publiziert und warum hast du dich dafür/dagegen entschieden? 

Ute Klotz: «Ja, ich habe schon mehrmals Open Access publiziert. Es ist nicht immer in erster Linie eine Frage des Open Access, sondern oftmals der Themen, der MitautorInnen, der Termine und möglicher Akkreditierungsrichtlinien. Dazu kommt je nachdem noch die Frage der Finanzierbarkeit und zeitlichen Verfügbarkeit.

Es sind aber auch manchmal individuelle Lösungen möglich. So hat das Denknetz Romy Günthart und mir erlaubt, unseren Jahrbuchbeitrag 2018 ins Englische zu übersetzen und diesen Open Access via LORY/Zenodo zu veröffentlichen.»

 

Wie ist deine Haltung zu OA und welche Erfahrungen hast du im Publizieren von OA-Publikationen gemacht? 

«Ich habe bisher gute Erfahrungen gemacht. Die Feedbacks der Peer Reviews sind klar, genau, zutreffend und helfen, den Artikel/Buchbeitrag zu verbessern.

Ich sehe aber auch, dass die Betreuung der Infrastruktur eines OA Journals zeitaufwändig ist und in der Freizeit erledigt werden muss. Das bedeutet, dass nach einiger Zeit ein anderer Kollege bzw. Kollegin dies übernehmen muss. Es braucht also wirklich ein solides Netzwerk, um ein OA Journal zu betreiben.

Hinzukommt, dass beim Start eines neuen OA Journals der Bekanntheitsgrad noch nicht gross ist. Es braucht einiges an Durchhaltevermögen bis genügend gute Artikel eingehen, um das OA Journal regelmässig publizieren zu können.»

 

Was müsste sich verändern, damit du oder Kolleginnen/Kollegen häufiger OA publizieren würden? Wo siehst du als Forschende der HSLU das grösste Verbesserungspotenzial? 

 «Das ist schwierig. Wie eingangs erwähnt, sind es mehrere Faktoren. «

 

Kannst du in deinem Fachgebiet OA Zeitschriften empfehlen?

 «Ich kann einfach die OA Zeitschriften nennen, in denen ich publiziert habe. Dazu gehört die Online Zeitschrift «Anwendungen und Konzepte der Wirtschaftsinformatik» des Arbeitskreises Wirtschaftsinformatik der Gesellschaft für Informatik (GI) in Deutschland. Die Vertreter der deutschsprachigen Fachhochschulen (DACH) haben sich hier zusammengetan, um eine fachspezifische OA Online Zeitschrift herauszubringen. Bettina Hübscher, Sheron Baumann und ich haben ebenfalls einen Buchbeitrag im Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Verwaltungswissenschaften (2017) veröffentlicht. Dieses ist auch im Directory of Open Access Journals aufgeführt.

Des Weiteren ist Im Rahmen unseres interdisziplinären Themenclusters «Digitale Transformation der Arbeitswelt» ist eine OA Working Paper Series geplant. Dabei beraten hat uns Simone Rosenkranz als Vertreterin der ZHB Luzern. «

Antonia Stadler

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