Geschichten hinter den Kulissen des Departements Technik & Architektur

Gruppenarbeiten – Notwendiges Übel oder soziales Highlight?

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Keine Architektin und kein Gebäudetechniker stellt allein ein Haus auf die Beine und an jedem Umbau arbeiten Innenarchitekten und Ingenieurinnen mit vielen anderen Berufsgruppen zusammen. Diese Fähigkeit, gemeinsam an ein Projekt heranzugehen, trägt im Berufsalltag genauso viel zu seinem Gelingen bei wie die Kenntnis der harten Fakten des eigenen Fachbereichs. An der Hochschule Luzern ist die Arbeit in Gruppen – disziplinären und interdisziplinär zusammengesetzten – deshalb vom ersten Semester an ein wesentlicher Bestandteil des Studiums.

Arbeiten in der Gruppe: Toll, ein anderer machts?

Zugegeben, nicht jede Gruppe funktioniert gut. Amerikanische Motivationsforscher brauchen TEAM als Abkürzung für «Together Everyone Achieves More» (Gemeinsam erreicht jeder mehr). Wenn es sich jedoch zum Deutschen «Toll, Ein Anderer Machts» entwickelt, wird es schnell frustrierend. Deshalb wechselt die Zusammensetzung der Gruppen an der Hochschule immer wieder.

Zum Beispiel eine Küche bauen
Im ersten Studienjahr bereits meistern die Studierenden aller Studienrichtungen des Fachbereichs Bau im so genannten «Kontextmodul Bau» in gemischten Teams eine Herausforderung. Gemeinsam lösen sie eine Aufgabe, die vor Weihnachten jeweils einem Härtetest unterzogen wird. Das kann der Bau eines Biwaks sein, in dem die Studierenden dann zum Beweis seiner Funktionstüchtigkeit selber übernachten, oder die Konstruktion einer mobilen Küche, auf der zum Abschluss gemeinsam ein fünfgängiges Menü zubereitet wird.

Zusammenarbeit im Kontextmodul Bau

Zum Beispiel im Bachelor+ ein Konzept für einen Umbau entwickeln
Für etwa 20 besonders geeignete Studierende der Fachrichtung Bau gibt es seit 2017 nun auch die Chance, mit dem Bachelor+ Interdisziplinarität am Bau abzuschliessen. Hier entwickeln Studierende in interdisziplinär zusammengesetzten Gruppen einen Vorschlag für ein reales Umbauprojekt. Vom Bauherrn erhalten sie Vorgaben, was ein Umbau alles ermöglichen muss. Gecoacht durch Dozentinnen und Dozenten machen sie sich an die Arbeit und lernen voneinander im Team und auch aus den daraus entstandenen Fehlern. «In einer Gruppe tastete zum Beispiel die Architektin eine bestehende Wand nicht an, weil sie davon ausging, dass sie tragend sei. Es war der Gebäudetechniker, der darauf hinwies, dass dem nicht so sei. Dadurch entstanden plötzlich auch für den architektonischen Entwurf neue Freiheiten», erinnert sich der Studiengangleiter. Ein Student berichtet, wie seine Gruppe sehr lange alle Aspekte gemeinsam durchdachte, bis das Team feststellte, dass sie dadurch verglichen mit den anderen im Rückstand waren. So lernten sie, dass Gruppenarbeit nicht bedeutet, alles gemeinsam zu machen, sondern so zu arbeiten, dass alle ihre Kompetenzen am besten einbringen können.

Beim Bachelor+ steht Team-Work im Fokus

Die Architekturstudentin Franziska Winterberger schreibt in ihrem Blog auf Zentralplus, wie sich ihre Haltung zum Thema Gruppenarbeit im Verlauf des Studiums verändert:

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