Lernen geht über das Studium hinaus: Future Skills-Förderung mit Rflect

Stand-up Meeting, 5. Febr. 2026 mit Hannes Felber: Werkstattgespräch zum Pilotprojekt mit Rflect für die Förderung von Future Skills – als Teil des HSLU/PH Zug-Projektes Zukunftsweisende Lehrformate und digitale Lehrpraxis (swissuniversities)

Für Hannes Felber steht im Zentrum, dass Studierende im Laufe ihres Studiums zur Erkenntnis gelangen, dass Lernen über das Studium hinausgeht. Die Fähigkeit, sich Wissen eigenständig anzueignen, zählt zu den zentralen Future Skills – jene Schlüsselkompetenzen, die nachhaltiges und erfolgreiches Handeln in einer sich rasant wandelnden Arbeitswelt ermöglichen. Strukturierte Reflexionsprozesse spielen bei der Förderung dieser Kompetenzen eine entscheidende Rolle.

ETH Competence Framework. Copyright of ETH Zurich
Darstellung der Future Skills im Competence Framework der ETH: gleichwertig neben Methoden und Social skills: ©ETH Zurich

Reflektieren mit Rflect
Future Skills werden partizipativ, reflexiv und transformativ entwickelt, so Hannes Felber. Das Tool Rflect unterstützt Dozierende dabei, reflexionsbasierte Lernprozesse effizient zu begleiten. Studierende formulieren Lernziele, notieren Fortschritte und reflektieren auf Rflect. Alles ist an einem Ort gebündelt. Das schafft für Studierenden und Dozierende Überblick.

Strukturiert und konfigurierbar
Die Plattform strukturiert den Lernprozess durch Leitfragen, Abgaben und Coachingtermine, die vollständig von den Dozierenden konfiguriert werden können.

 Zentrale Erkenntnisse zu Rflect und Future Skills

  1. Persönliche Coachings haben für Studierende Vorrang, selbst wenn der Prozess über eine Plattform gesteuert wird.
  2. Lernziele werden von Studierenden selbst definiert
    Im Pilotmodul definierten die Studierenden ihre Lernziele selbst, mit Fokus auf Future Skills. Das funktionierte besonders gut, da viele Teilnehmende bereits berufstätig waren. Ein Beispiel dafür war die Entwicklung von Kreativkompetenzen. Dies beinhaltete dann die Durchführung und Reflexion eigener Workshops. Der Einbezug theoretischer Frameworks blieb teilweise eine Herausforderung.
  3. Qualität statt Quantität bei der Reflexion
    Weniger ist mehr. Statt sehr häufiger Reflexionen mit vielen Fragen erwiesen sich zweiwöchentliche Reflexionen mit wenigen, gezielten Fragen als deutlich wirksamer und akzeptierter. Ausserdem macht Hannes Felber zwei Beobachtungen: Die Weiterentwicklung von Future Skills funktioniert nur bei motivierten Studierenden. Und Studierende sollten nicht zwingend nur Future Skills als Lernziele definieren müssen. Die Plattform eignet sich auch für die Weiterentwicklung rein fachlicher Kompetenzen.
  4. Quantitative Messungen von Lernerfolg sind im Zusammenhang mit Future Skills wenig sinnvoll ist. Stattdessen wurde der Lernfortschritt qualitativ sichtbar gemacht, indem Studierende über ihre Projekte und die daraus erworbenen Kompetenzen reflektierten.

Future Skills als Kern der Plattform und der Evaluation
Future Skills und Inner Development Goals sind fest in der DNA von Rflect verankert, nicht zuletzt durch das starke Engagement des Gründers und CEO Niels Rot. Der Pilot an der T&A ist noch nicht abschliessend ausgewertet, die bisherigen Rückmeldungen der Studierenden sind jedoch positiv. Ziel ist es, Future Skills künftig bereichsübergreifend in die Lehre zu integrieren. Der angekündigte Abschlussbericht dürfte dafür wichtige Impulse liefern.

Wer Fragen zur Nutzung oder Feedbacks zu Rflect hat, darf sich gerne direkt bei Hannes Felber melden.
Mehr zum Thema der Future Skills siehe auch Ehlers, Ulf-Daniel; Future Skills: Die Zukunft des Lernens, die Zukunft der Hochschule; Springer, Wiesbaden 2020.

Link zu den Slides
Link zur Aufnahme des Stand-Up Meetings