Technologie muss den Menschen stärken, nicht ersetzen. Meine Erfahrung bei der Bürgenstock Collection zeigt: Die zentrale Herausforderung bei New Work ist es, Menschen zu entwickeln, statt sie nur zu beschäftigen. Die Zukunft der Arbeit ist für mich also kein technisches Projekt, sondern eine Führungsaufgabe. Wer beides verbindet, gewinnt nicht nur Talente, sondern Herzen. Genau darin sehe ich den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
In meiner Küche verlassen jeden Monat Mitarbeitende das Team. Nicht, weil etwas nicht stimmt, sondern weil sie den nächsten Schritt machen. Für mich ist das kein Verlust, sondern Teil von Führung: Wer heute geht, ist oft der Küchenchef von morgen.
Gleichzeitig sind im Bürgenstock Resort zahlreiche Küchenchefs und Sous Chefs seit über acht Jahren Teil meines Teams – ein starkes Zeichen für Vertrauen und Entwicklung. Doch wie entsteht Vertrauen in die Führung? Und wie geht man als Führungskraft mit den zunehmenden Möglichkeiten der Automatisierung um?
Talente wollen Sinn statt Hierarchie
Im EMBA beschäftige ich mich derzeit mit dem Megatrend New Work. Die Erwartungen an die Arbeit ändern sich grundlegend: Sinn, Flexibilität und Entwicklung stehen im Vordergrund. Neue Arbeitsmodelle sind entscheidend, um Talente zu gewinnen und zu halten. Starre Hierarchien und 60-Stunden-Wochen schrecken ab. Wer Mitarbeitende hingegen einbindet, gewinnt Loyalität und Innovationskraft.
Starre Hierarchien und 60-Stunden-Wochen schrecken ab.
In der Arbeitswelt von heute haben wir es aber nicht nur mit neuen Erwartungen seitens der Mitarbeitenden zu tun. Wir sind auch konstant mit Veränderungen, mit Wandel konfrontiert. Gerade vor dem Hintergrund der zunehmenden Automatisierung sehe ich das Vertrauen in die Führung als zentral.
Nehmen wir das Beispiel Nachhaltigkeit: Längst gibt es technische Geräte und Software, die in der Küche für mehr Effizienz und weniger Food Waste sorgen. Künstliche Intelligenz und datenbasierte Tools verändern die Branche grundlegend. Soll ich in meinem Hotel also möglichst viel automatisieren?
Automatisierung schafft Freiräume für Menschlichkeit
Nachhaltigkeit ist für den Gast längst kein Extra mehr. Kein Hotel kann sich mit Nachhaltigkeit differenzieren. Was Gäste fordern, sind glaubwürdige ESG-Konzepte. Diese Glaubwürdigkeit entsteht zum einen aus Messbarkeit – hierfür hilft uns die Technologie. Zum anderen bedeutet Glaubwürdigkeit aber auch, dass die Mitarbeitenden Teil des Wandels sind.
Man schafft Freiräume für das, was in der Hotellerie zählt: echte Begegnungen, persönlicher Service und Emotionen.
Automatisierung darf deshalb kein Selbstzweck sein. Man schafft Freiräume für das, was in der Hotellerie zählt: echte Begegnungen, persönlicher Service und Emotionen. Der Wandel verlangt nach einer neuen Art von Leadership. Empathie, Vertrauen und Lernbereitschaft sind zentrale Kompetenzen. Gerade im Spannungsfeld von Technologie und Mensch zeigt sich: Führung bedeutet heute, Orientierung zu geben und zugleich Freiräume zu schaffen.
Führungskräfte müssen psychologische Sicherheit schaffen, damit Teams mutig denken und Neues ausprobieren können. Wer Technologie, Menschlichkeit und Nachhaltigkeit vereint, führt nicht nur Unternehmen erfolgreich, sondern prägt Kultur. Technologie ist der Enabler – Menschlichkeit der Differenzierer.

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Strong reflection on how leadership in hospitality is evolving. Balancing technology and human connection is exactly the challenge ahead.
Thank you, Moghadam – I really appreciate your perspective.
Absolutely, this balance will define the future of our industry.