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Kurse auf ILIAS gestalten – Inputs aus der ILIAS-Konferenz

Rückblick auf die 25. Internationale ILIAS-Konferenz

Am 9. und 10. September fand an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg die 25. Internationale ILIAS-Konferenz statt. Dort trafen sich ILIAS-Entwickler:innen, Instructional Designer:innen sowie E-Learning-Verantwortliche aus Hochschulen und Unternehmen.

Das Programm bot eine breite Palette an Beiträgen zu Themen rund um ILIAS (und teilweise auch darüber hinaus): Barrierefreiheit in Lernmaterialien, aktuelle Entwicklungen der Plattform, die Integration von Künstlicher Intelligenz, Anpassungen von Content-Styles, der Einsatz von ILIAS als Prüfungstool mit dem Safe Exam Browser (SEB), als Bewertungstool, der Export von Lerninhalten als Open Educational Resources (OER) sowie die Nutzung der Plattform für internationale Zusammenarbeit.

Die beiden Keynotes richteten den Blick über die Lernplattform hinaus. Die eine widmete sich dem Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz, Ethik und dem Export von Werten durch KI-Systeme. Die andere setzte sich mit Learning Analytics auseinander und beleuchtete damit verbundene Themen wie Datenschutz sowie die Integration entsprechender Funktionen in Lernmanagementsysteme.

Somit konnte von dieser Konferenz aus unterschiedlichen Ebenen vieles mitgenommen werden: 1) Perspektiven, wie sich die Lehre insgesamt zukünftig gestaltet könnte, 2) eine Vorstellung, wie das LMS ILIAS in den nächsten Jahren weiterentwickelt wird, und 3) konkrete Tipps und Tricks für praktische Umsetzungsmöglichkeiten in ILIAS.

Als eines dieser praxisbezogenen Learnings soll hier einer der Beiträge kurz vorgestellt werden, und zwar ein Input mit dem Titel „Raus aus der PDF-Schleuder. Wie komme ich einfach zu einem attraktiven, didaktisch und organisatorisch sinnvollen Kurs?“

Mit dem ILIAS-Kurs die Lehre didaktisch und organisatorisch unterstützen

ILIAS-Kurse können weit mehr sein als eine einfache Ablage für PDF-Dokumente. Die Vielzahl an verfügbaren Objekten und Funktionen ermöglicht es, Lehre sowohl didaktisch als auch organisatorisch wirkungsvoll zu unterstützen, sich also von der sogenannten «PDF-Schleuder» zu lösen und das Potenzial eines Lernmanagementsystems gezielt auszuschöpfen.

An der Universität Stuttgart wurde hierfür ein Kriterienkatalog entwickelt, der sowohl für überwiegend in Präsenz durchgeführte Lehrveranstaltungen ebenso eingesetzt wird als auch für Blended-Learning-Formate oder vollständig online stattfindende Kurse benutzt werden kann.

Der Kriterienkatalog basiert auf einer umfangreichen Analyse von ILIAS-Kursen, die von Studierenden besonders positiv bewertet wurden. Ergänzend wurde die Analyse mit bestehenden Kriterienkatalogen zur Online-Lehre abgeglichen.

Der Katalog umfasst fünf Kategorien mit Leitfragen, die als Checkliste dienen. Sie unterstützen Dozierende dabei, bei der Kursgestaltung wichtige organisatorische und didaktische Aspekte zu berücksichtigen und die Möglichkeiten von ILIAS gezielt zu nutzen. Ziel ist es, übersichtliche, lernförderliche und attraktive Kurse zu gestalten.

Die Kategorie «Übersicht und Organisation der Lehrveranstaltung» thematisiert beispielsweise die Bereitstellung eines Lehrplans oder einer Kursübersicht, die Nennung von Ansprechpersonen und Sprechstunden, die Darstellung synchroner und asynchroner Kommunikationswege sowie die Bereitstellung von Informationen zur Art des Leistungsnachweises.

Unter «Lernziele» werden Dozierende dazu aufgefordert, die Lernziele sowohl für den gesamten Kurs als auch für einzelne Lernaktivitäten klar, transparent und kompetenzorientiert zu formulieren.

«Leistungsnachweis(e) und Lernstandkontrolle» befasst sich mit der Auswahl geeigneter ILIAS-Objekte für Leistungsnachweise, etwa Tests, Foren, Übungen oder Blogs. Zudem wird darauf hingewiesen, die inhaltlichen und formalen Rahmenbedingungen, beispielsweise die Bewertungskriterien, nachvollziehbar darzustellen.

Bei der «Digitalisierung der Inhalte» liegt der Fokus auf der Qualität der Lernmaterialien. Dabei werden sowohl die fachliche Fundierung und die Verwendung wissenschaftlicher Referenzen als auch technische Aspekte wie die Barrierefreiheit von Materialien oder Zusatzfunktionen, beispielsweise Geschwindigkeitsregler bei Videos, berücksichtigt.

Im Mittelpunkt der «ILIAS-Kursgestaltung» steht die übersichtliche Strukturierung des Kurses. Dabei liegt der Fokus auf der Anordnung von Ordnern und Objekten sowie auf der lernförderlichen und motivierenden Gestaltung der Lernumgebung mithilfe des Seiteneditors. Darüber hinaus wird geprüft, ob ILIAS-Objekte zielführend und ihrem Zweck entsprechend eingesetzt werden, sei es zur didaktischen Unterstützung, etwa zur Überprüfung von Lernzielen, oder zur organisatorischen Kommunikation, beispielsweise durch einen Newsbereich.

Die Leitfragen unterstützen Dozierende dabei, ihre Kurse auf Vollständigkeit zu überprüfen. Dabei müssen nicht in jedem Kurs oder Setting sämtliche Leitfragen gleichermassen relevant sein. Teilweise überschneiden sich die Fragen oder setzen unterschiedliche Schwerpunkte, weshalb die Kategorien nicht als starres Raster verstanden werden sollten.

Dennoch helfen solche Leitfäden dabei, sich bewusst mit der Gestaltung eines Kurses auseinanderzusetzen. Der Kriterienkatalog ist bewusst niederschwellig gehalten und zeigt, wie bereits mit einfachen Mitteln das Potenzial von ILIAS besser genutzt werden kann. Schon die Umsetzung einzelner Kriterien kann dazu beitragen, einen Kurs übersichtlicher, motivierender und zielführender zu gestalten.

Wer seinen Kurs weiterentwickeln möchte, kann den Kriterienkatalog als Open Educational Resource (OER) herunterladen.

Wir wünschen euch viel Freude beim Ausprobieren und Gestalten eurer Kurse.

Wer Fragen hat oder Unterstützung zur Gestaltung seines ILIAS-Kurses wünscht, kann sich gerne melden beim ZLLF Lernmedien, Lernplattform ILIAS | Hochschule Luzern.

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