Konferenz

stART11: Transmedia und Weltbeherrschung

Patrick Breitenbach war einer der Redner, für den Präsentation ein performatives Medium ist und der einen entsprechend unterhaltsamen und doch präzisen Vortrag hielt. Während Frank Tentler tags zuvor noch mehr Demut eingefordert hatte, betitelte Breitenbach seinen Beitrag frech mit „How to hack the global brain with megalomaniac transmedia storytelling“. Das Global Brain sind die Datenbanken des Internets und mit dem Hacking weisst Breitenbach darauf hin, dass  Storytelling als ein Werkzeug benutzt werden kann, mit dem man die Mechanism der Aufmerksamkeitsökonomie des Webs für die eigenen Zwecke nutzen kann. Er schlägt eine siebenstufige Strategie vor:

breitenbach: jesus vs darwin

Am Anfang steht natürlich eine fesselnde Geschichte. Die Geschichte der Marke Apple z.B. ist offensichtlich so gut, dass die Fans das Social Media Marketing für die Firma erledigen. Zweitens braucht es einen charismatischen Erzähler. Breitenbach verweist auf das Beispiel von Shea Hembrey, der dadurch berühmt wurde, dass er 100 fiktive Künstlerpersonas anlegte. Drittens solle man gewohnte Muster aufbrechen und Inhalte neu kombinieren – Stichwort mashup. Hierzu verweist er auf den Rapmusiker und Pianisten Chilly Gonzales der mit dem Radio Symphonie Orchester Wien zusammarbeitete.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=Ro6qGFoNJ-E

Viertens und da wirds dann transmedial, solle man über viele Medien hinweg erzählen. An fünfter Stelle kommt das Skalieren und die Bandenbildung. Ein gutes Beispiel hierfür Andy Warhols Factory. Der Pop-Künstler sammelte Kreative der verschiedensten Disziplinen um sich, die sich gegenseitig inspirierten, gemeinsam ihre Netzwerke erweiterten und natürlich eine erheblich Sogwirkung entwickelten. Mittlerweile sollte eine entsprechende Fanbasis vorhanden sein, die es – sechstens – zu pflegen gilt. Als Paradebeispiel präsentierte Breitenbach Lady Gaga, die ihre Fans sogar mit speziellen Kosenamen wie „little monster“ adressiert.

Siebtens und letztens gilt es, diese Aufmerksamkeit in Geld umzuwandeln. Das, so Breitenbach, geschieht am Besten, in dem man Produkte anbietet, die die Fans wirklich kaufen möchten. Klingt banal, der Vortrag von Gregor Hopf zeigt, wie man solche Produkte entwickelt. Breitenbach entliess seine Zuhörer mit dem schönen Satz: Gehet hin und seid grossartig!

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