Seminare

 

Seminar 1

Seminar 2

Seminar 3

 

Die drei parallel stattfindenden Seminare des Moduls PROGRAMM vertiefen ausgewählte gesellschaftliche, politische, ökonomische, kulturelle und ökologische Bedingungen des Wohnens. In je vier Workshops untersuchen sie aus verschiedenen Perspektiven Entstehung, Gestaltung, Nutzung, Bewertung und Veränderung von Wohnraum. Im Zentrum stehen neben Gebäuden, Grundrissen und Typologien auch Regeln, Interessen, Wertvorstellungen und Alltagspraktiken des Wohnens. So ergänzen sie Vorlesungen und Entwurfsarbeit um eine vertiefte Auseinandersetzung.

Als Lektüre- und Diskussionsformate basieren die Seminare auf ausgewählten Texten, Begriffen, theoretischen Positionen und Fallbeispielen, die gemeinsam gelesen, erläutert und kritisch befragt werden. Sie helfen, Beobachtungen zu präzisieren, Argumente zu prüfen, Begriffe zu schärfen und räumliche wie gesellschaftliche Konflikte sichtbar zu machen. Gemeinsame Lektüre ermöglicht, unterschiedliche Positionen nachzuvollziehen und historisch, politisch sowie kulturell einzuordnen. Jeder Workshop verbindet die Lektüre mit Beispielen aus Architektur, Stadtentwicklung und Wohnpraxis. Positionen werden vergleichend auf ihre Voraussetzungen und Folgen untersucht: Welche Vorstellungen von Wohnen und Zusammenleben liegen ihnen zugrunde? Welche Akteur:innen wirken an der Entstehung von Wohnraum mit? Welche Interessen, Bedürfnisse und Lebenslagen finden Berücksichtigung, welche bleiben unsichtbar oder ausgeschlossen? So wird Theorie mit konkreten räumlichen Situationen verknüpft und auf ihre heutige Bedeutung befragt.

Die Studierenden bringen eigene Beobachtungen, Erfahrungen und Fragen ein und beziehen sie in Einzel-, Gruppen- und Plenumsarbeit auf Texte, Inputs und Fallbeispiele. Genaues Zuhören, begründeter Widerspruch und die Prüfung der eigenen Haltung sind ebenso wichtig wie Textverständnis. Die Seminare verbinden Theorie, Alltag und Entwurf. Die Auseinandersetzung mit sozialen, politischen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen erweitert den Blick auf architektonische Entscheidungen. Fragen zu Grundriss, Erschliessung, Material, Freiraum und gemeinschaftlichen Nutzungen werden mit Fragen zu Zugang, Verteilung, Aneignung, Teilhabe und Verantwortung verbunden. So zeigt sich: Architektonische Konzepte entstehen nie losgelöst von den Bedingungen, unter denen Wohnraum geplant, finanziert, reguliert, genutzt und verändert wird.

Die Seminare vermitteln keine direkt anwendbaren Rezepte, sondern schärfen den Blick für die Zusammenhänge, in denen Wohnraum entsteht. Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte untersuchen sie Wohnen als räumliche und gesellschaftliche Praxis und hinterfragen vermeintliche Selbstverständlichkeiten. Im Zentrum stehen die Bedingungen und Akteur:innen, die Wohnraum prägen, ihre jeweiligen Handlungsmöglichkeiten sowie die Frage, nach welchen Kriterien Wohnqualität beurteilt werden kann. Die Erkenntnisse aus Lektüre und Diskussion sollen dazu befähigen, unterschiedliche Positionen einzuordnen und auf konkrete räumliche Situationen sowie die eigene Entwurfspraxis zu beziehen. Das gemeinsame Lesen, Prüfen, Diskutieren und Weiterdenken bildet dafür die Grundlage.