Vom 2. bis 6. März 2026 beteiligt sich der Campus Luzern erneut an der internationalen Open Education Week. In Kooperation zwischen der Universität Luzern, der Hochschule Luzern, der Pädagogischen Hochschule Luzern und der Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB werden während fünf Mittagsimpulsen zentrale Fragen aktueller Hochschullehre aufgegriffen. Im Fokus stehen dabei Openness, digitale Souveränität und der Einfluss Künstlicher Intelligenz auf offene Bildungspraktiken.
Open Educational Resources (OER) sind frei zugängliche Lern- und Lehrmaterialien. Dazu zählen Arbeitsblätter, Videomaterial, ganze Module oder andere digitale Ressourcen. Durch die Verwendung offener Lizenzen wird klar festgelegt, unter welchen Bedingungen die Materialien genutzt und bearbeitet werden können. Die Verwendung und Weiterentwicklung von OER fördert Transparenz, Kollaboration und nachhaltige Wissenspraktiken innerhalb der Hochschullehre. In der Open Education Week wird diskutiert, wie digitale Souveränität, Open Education und Künstliche Intelligenz die Hochschulbildung verändern.
Den Auftakt am Montag bildet ein Beitrag von Martin Ebner (TU Graz), der die Rolle von OER für die digitale Souveränität europäischer Hochschulen diskutiert. Er zeigt auf, wie offene Materialien eine rechtssichere Nutzung über nationale Grenzen hinweg ermöglichen, weshalb sie für die Nachhaltigkeit gemeinsamer Bildungsressourcen relevant sind und wie sie zur Stärkung der institutionellen Autonomie beitragen.
Am Dienstag widmen sich Klaus Wannemacher, Funda Seyfeli-Özhizalan und Mathias Stein (HIS-HE) den Ergebnissen einer Mixed-Methods-Studie des twillo-Verbunds, die untersucht hat, wie KI in der Open Education eingesetzt wird. Rund 60 % der Befragten sehen in generativer KI ein grosses Potenzial für die Produktion offener Materialien, doch werden gleichzeitig rechtliche Unsicherheiten und praktische Herausforderungen deutlich, die den Einsatz erschweren.
Am Mittwoch stellt Jean-Michel Jullien (UniDistance Suisse) die Kaïros Plattform vor – ein offenes Lernökosystem, das frei zugängliche Kurse mit einem nachhaltigen Betriebsmodell verbindet. Die Plattform ermöglicht beispielsweise den Zugriff auf Weiterbildungsangebote und gewährleistet eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung durch direktes Nutzer:innenfeedback.
Der Donnerstag steht im Zeichen der technopädagogischen Entwicklung digitaler Lernressourcen. Denis Gillet (EPFL) zeigt auf, wie hochwertige digitale Lernmaterialien entstehen, wenn pädagogische und technologische Überlegungen eng miteinander verzahnt werden und wie KI-gestützte Ansätze zur Entwicklung reichhaltiger und intelligenter OER beitragen können.
Den Abschluss der Woche bildet am Freitag der Beitrag von Mathilde Panes (HEP Vaud), die die Nutzung offener Materialien in der Lehrer:innenbildung beleuchtet. Sie erläutert, wie Lehrpersonen OER finden, anpassen und teilen, welche Bedeutung die urheberrechtliche „educational exception“ hat und wie offene Praktiken über bestehende Plattformen künftig weiter gestärkt werden können.
Die Mittagsimpulse der Open Education Week 2026 bieten Raum für Inspiration, Austausch, Reflexion und die gemeinsame Weiterentwicklung offener Bildungspraktiken. Alle Lehrenden, Studierenden, Supportstellen und weiteren Interessierten sind herzlich eingeladen, an den Veranstaltungen teilzunehmen, neue Perspektiven kennenzulernen und aktiv zur Gestaltung einer offenen Hochschulbildung beizutragen.
Informationen zu den kostenfreien, ohne vorherige Anmeldung zugängliche Veranstaltungen, sowie Zoom-Links finden Sie auf der Veranstaltungs-Website.
