Eeva

In dieser Arbeit werde ich die Eintritte der drei Charaktere aus den drei Opern beschreiben. Als Sängerin interessieren mich Minerva/Athene aus Il ritorno d’Ulisse in patria, Donna Elvira aus Don Giovanni und Marschallin aus Der Rosenkavalier.

  1. Il ritorno d’Ulisse in patria

In der griechischen Mythologie ist Athene die Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes, der Kunst, des Handwerks und der Handarbeit sowie Schutzgöttin und Namensgeberin der griechischen Stadt Athen. Ihr entspricht die römische Göttin Minerva.

Il ritorno d’Ulisse in patria spielt im mythischen Griechenland. Athene tritt in der achten Szene, im ersten Akt nach der langen Arie von Odysseus ein, wo er sein Schicksal erzählt. Das Bühnenbild ist ein ziemlich leerer Strand mit Steinen und Felsen. Odysseus erwacht am Strand und glaubt, dass die Phäaken ihn nun irgendwo gelassen haben – sie hatten ja gelobt, ihn auf sein Land Ithaka zu fahren. Er ist bitter und wütend, weil er schon 20 Jahre weg von Zuhause gewesen ist und verzweifelt endlich zurück wollte. Dann tritt Athene in Gestalt eines Hirtenjünglings von der Seite ein. Sie preist Jugend und soll sich sehr lebhaft und jungenhaft bewegen. Athene hat dieser Gestalt angenommen, um zu wissen, wer dieser Fremdling ist, woher er kommt und was er will. Oft wird dieser Hirtenjüngling mit einer Puppe gespielt, so dass die Sängerin die Puppe bewegt und hinter ihr singt. Ich finde es aber eine bessere Lösung, wenn sie nur eine Robe trägt und einen Stab des Schäfers hält. Sie erzählt Odysseus, wo er ist, und lässt ihn ihr erzählen, wer er ist. Dann zeigt sie sich in ihrer richtigen Gestalt, als Göttin Athene. Sie wirft die Robe weg, zieht ihren Helm an und stellt sich in ihrer vollen Grösse hin: die Haltung soll ändern und ihre göttliche Autorität zeigen. Sie wird Odysseus zurück zu seiner Heimat führen. Ihr Motiv dazu ist, dass sie den Menschen lehren will, weg von den Streitereien der Götter zu bleiben. Ihr Seelenzustand bis zum Ende dieser Szene ist stolz und der Zorn wegen des Troja-Krieges tritt hier in den Hintergrund.

Eintritt von Athene in Zürich:

Und ”Abschied”:

Eintritt als Schäfer mit einer Puppe im Punkt 42:30

https://www.youtube.com/watch?v=kXjEuIrMR8s

  1. Don Giovanni

Die traditionelle, originale Don Giovanni passiert in Sevilla im 16. Jahrhundert. Donna Elvira wurde von Don Giovanni verlassen und er ist nach Sevilla geflohen. Donna Elvira liebt ihn aber immer noch und will ihn finden.

Ihre Eintrittsarie (Terzetto No.3, Ah, chi mi dice mai) beginnt in der Nacht auf der Strasse. Im Hintergrund stehen Häuser. In der Szene vorher sind Don Giovanni und Leporello auf der Bühne und sie bleiben auch da. Sie sollten zur Seite gehen, so dass Donna Elvira von der Mitte oder von der anderen Seite (Seitengasse) eintreten kann. Wichtig ist, dass die Männer sie nicht sehen, und so müssten sie z.B. hinter einer Ecke oder Bäumen sein. Sie erscheint in ihren Reisekleidern und soll rasch und jähzornig in ihren Bewegungen sein: sie ist eine Frau, die ihre Gefühle in dieser Situation nicht so gut verstecken kann. Trotzdem ist sie aber eine adlige Dame und die Körperhaltung soll dazu stimmen.

In diesem Punkt ist sie wütend auf Don Giovanni, weil er sie verführt und dann verlassen hat, und in manchen Interpretationen ist sie sogar schwanger. Ihre Liebe ist die am meisten zerrissene Art: einseitige Liebe. Ihre Wut ist auf dieser Ebene, dass sie Sachen zerstören möchte. Sie spricht auch von der Rache: wenn sie Don Giovanni finden würde, und wenn er sie nicht lieben würde, glaubt sie, dass sie sein Herz aus der Brust reissen könnte. In der Arie erkennt Don Giovanni sie zuerst nicht und versucht sich mit ihr bekannt zu machen. Als Donna Elvira dann nach der Arie wirklich Don Giovanni vor sich hat, will sie sein Herz nicht aus der Brust reissen, sie will nur eine Erklärung hören. Als er merkt, wen er vor sich hat, schiebt er seinen Diener Leporello nach vorne und flieht wieder. Dann wird sie frustriert, als Don Giovanni wieder flieht und will, dass Leporello die Erklärung sehr schnell gibt.

Schöner Eintritt:

Besonders lustige Regie:

  1. Der Rosenkavalier

Der Rosenkavalier spielt in Wien zur Zeit der ersten Regierungsjahre Maria Theresias, um 1740. Die Marschallin bleibt den ganzen ersten Akt auf der Bühne.

Die erste Szene spielt im Schlafzimmer von Feldmarschallin Fürstin Maria Theresia Werdenberg. Die Schwierigkeit ist, sofort wenn der Vorhang sich öffnet, die Stimmung eines Morgens nach einer liebesvollen Nacht nachzusenden. Die Marschallin liegt im Bett mit ihrem Geliebten Octavian, als ihr Mann abwesend ist. Das Liebespaar spricht schöne Wörter zueinander und die Körpersprache soll sehr zart und süss sein. Der junge Geliebte kann sich aber rasch bewegen, die Marschallin hat immer ihre aristokratische, einem hohen Status gerechte Körpersprache. Die Marschallin hat ihr Quinquin, Octavian, sehr lieb, sie weiss aber, dass er nicht für immer ihr Geliebter bleibt. Er ist viel jünger als sie (sie ist 30, er ist 17), und sie macht sich Sorgen über die vorübergehende Jugend und Schönheit. Sie weiss, dass sie ihn irgendwann gehen lassen soll, und deshalb will sie ihn nicht duzen, obwohl er das wollte. Die Marschallin versucht, sich nicht zu viel in ihn zu verlieben und behält ihre Autorität bei.

Sehr schön in dieser Version finde ich die Position der Marschallin (die grossartige Elizabeth Schwarzkopf) ganz am Anfang. Es zeigt, dass die Marschallin „the Boss“ in dieser Beziehung ist. (In der 8:00 Min)

Il ritorno d’Ulisse in patria

Handlung im mythologischen Griechenland

Bild: Im Palast, kleiner Innenraum (Zimmer der Penelope mit Bett, Tisch und Stuhl)
Bild: “Aussenraum”, am Strand der Insel Ithaka
Bild: Im Palast, grosser Innenraum (die Idee ist von Anni, 9 Jahre, gestohlen)

Anni, fast 9 Jahre und Onni, 6 Jahre sind die Kinder meines Schwagers. Die Männer waren im Wald beim Jagen und so hatten wir, Frauen und Kinder, gut Zeit 😉 ) Beide Kinder waren wirklich inspiriert von dieser Aufgabe und wollten unbedingt die Gesichte der Oper mehrere Male hören 🙂 so beginnt die musikalische Ausbildung…

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