Fallbeispiel

App Test Teil 3: Museum of National History, New York

Ich hatte in den letzten Tagen über zwei iApps für den Museumsbesuch gebloggt – MOMA und Brooklyn Museum – die mich wenig überzeugt haben. Im Moment sitze ich in der Museums and the Web Konferenz in einem Workshop, in dem das Explorer App des American Museum of Natural History vorgestellt wird. Es scheint, als hätte ich etwas verpasst in New York. Das App wird als absoulter state-of-the-art angepriesen und die Herausforderungen, die in der Entwicklung zu meistern waren, sind nicht unerheblich:

explorer_app

Das Museum ist ein Riesenkomplex mit ca. 20.000-30.000 Besuchern am Tag. Man verliert sich dort leicht und so verwundert es nicht, dass ca 60% der Besucher irgendwann im Laufe des Besuchs nach dem Weg fragen. Somit waren die Frage des Wayfinding und damit verbunden der Positionierung des Nutzers einer der zentralen Punkte. Das ungelöste Problem der Ortung war meiner Meinung nach auch der grösste Minuspunkt der beiden anderen Apps. In diesem Fall entschied man die Thematik über Wifi-Triangulation anzugehen und scheinbar mit Erfolg. Man kann die Position des App-Benutzers nun auf ca 5 m genau bestimmen. Dazu brauchte es im Gebäude allerdings ca 300 WiFi Access-Points!

Aber auch inhaltich ist das Ganze nicht unkompliziert, da die Ansprüche an die Funktionalität recht hoch gesteckt wurden:
•    Personalisierte Touren erstellen
•    Fertige Touren zum Download
•    2D und 3D Karten
•    Infos über die Ausstellungen
•    Schatzsuche
•    Umfrage
•    Bookmarking von Objekten
•    Links zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter

Das App soll den Museumsbesuch unterstützen, ohne die Erfahrung zu stören. Zudem soll das Tool auch vor und nach dem Besuch eingesetzt werden können: z.B. den Besuch planen oder den Besuch Revue passieren lassen.

Das Ganze läuft mittlerweile und sieht recht beindruckend aus. Erste Umfragen zeigen, dass es gut funkioniert und einfach zu nutzen ist. Allerdings: trotz aller Promotion wird es noch nicht in dem Ausmass genutzt wie man sich das vorstellt. Nur etwa ein Drittel der Leute, die das Public Wifi vor Ort nutzen, nutzen auch den Explorer, allerdings können das schon mal 1000 Nutzer am Tag sein.

Hier noch ein kleiner Film über das App: [media id=1 width=500 height=375]

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