Audience+: Museen und das partizipative Web

Ein Forschungsprojekt der Hochschule Luzern, gefördert durch die KTI

Kultur-Kommunikation im Kontext Web 2.0 (Workshop III 2)

Mai 19th, 2010 | Bettina Minder | 1 Kommentar |

Frank Tentler weist zu Recht immer wieder drauf hin: Kulturinstitutionen haben den Vorteil, dass es an Inhalten und Geschichten nicht mangelt. Hier ein paar Vorschläge wie diese Inhalte Web 2.0 spezifisch aufbereitet werden können:
1. Dokumentation: Ein Blick hinter die Kulissen. Web 2.0 eignet sich hervorragend, um Einblicke in die Museumsarbeit zu gewähren: Z.B.: Wie sieht der Alltag eines Restaurators aus oder Aufbauarbeiten einer Ausstellung.
2. Persönlicher Kontakt mit Künstlern und Personal: Durch soziale Medien ist es relativ einfach Kontaktfenster zwischen Künstlern, Institutionspersonal und Publikum zu schaffen.
3. Subjektive Erzählperspektive I (non-Fiction): Eine Person aus dem Haus berichtet regelmässig aus dem Alltag. Z.B.: der Museumsdirektor oder der Kurator.
4. Subjektive Erzählperspektive II (Fiction): Man könnte natürlich auch eine fiktive Persona über die jeweilige Institution erzählen lassen. Z.B. Geschichten aus dem Museumsalltag aus der Sicht einer Aufsichtsperson. Oder man lässt ein Ausstellungsobjekt erzählen (Mona Lisas Tagebuch). Ein Beispiel für solch eine Erzählweise – allerdings nicht aus dem Museumskontext – findet sich auf dem Twitteraccount Eyjafjallajokul genannt nach dem Vulkan in Island. Der Vulkan wird zur Person und hat allerhand zu berichten.
5. Crowdsourcing: Projekte in denen das Publikum für das Museum oder gemeinsam mit dem Museum Inhalte generiert. Ein Beispiel hierzu ist das Thames Discovery Programme über das Lorna Richardson in unserem ersten Workshop berichtet hat.
6. Blick ins Archiv: Inhalte, die sonst nicht zugänglich sind, können einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.

Die Liste ist sicherlich nicht vollständig und Überschneidungen gibt es auch. Aber es ist mal Einfang. Natürlich sollten solche Formen von Kommunikation in eine Gesamtstrategie eingebunden werden. Und andererseits können einzelne Plattformen auch ganz punktuell zur Unterstützung von Auststellungen oder Aktionen eingesetzt werden, wie geschehen beim Projekt Gerüchte des Museums für Kommunikation, in dem Accounts auf Twitterund Facebook das Projekt inhaltlich direkt unterstützen. Solch ein integriertes Konzept erinnert sehr stark an ARG (alternative reality games), auf die wir in einem früheren Artikel hingewiesen haben.

Abgelegt unter: Workshop


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