Audience+: Museen und das partizipative Web

Ein Forschungsprojekt der Hochschule Luzern, gefördert durch die KTI

Ratgeber: Social Media Marketing für den Kunstmarkt

Dezember 6th, 2011 | axelvogelsang | 4 Kommentare |

Neben unserem eigenen Leitfaden Social Media für Museen ist in diesem Jahr ein weiterer deutschsprachiger Web 2.0-Ratgeber für den Kulturbereich erschienen. Social Media Marketing für den Kunstmarkt heisst das Buch und wurde verfasst von der Kunsthistorikerin Alexandra Wendorf und der Journalistin Wiebke Ollendorf. Es richtet sich, wie der Name sagt, an Kunstmuseen und andere Kulturbetriebe wie z.B. Gallerien. Viele der Inhalte sind selbstverständlich auch auf andere Museumsbetriebe übertragbar. Der Aufbau macht Sinn: Zuerst wird der Begriff Social Media erklärt und die entsprechenden Tools, bevor im Detail dargestellt wird, wie Kunst und Kultur mittels dieser Medien kommuniziert werden können. Gegen Ende wird dann etwas detaillierter beschrieben wie man Social Media konkret einsetzt und wie man Netzwerke aufbaut. Was mich vor allem überzeugt hat sind die Interviews, die in jedes Kapitel eingestreut werden und einen Einblick geben in die Arbeit von Kulturschaffenden, die sich zum Teil seit Jahren mit Social Media auseinandersetzen. Man erfährt dabei einiges über konkrete Herausforderungen, den Umfang mit dem Publikum und den sinnvollen Einsatz von Ressourcen. Positiv finde ich auch den starken Fokus auf den richtigen Media-Mix und das Bloggen im Kapitel fünf. Es zeigt sich immer wieder, dass es Sinn macht, die Social Media Aktivitäten einer Kulturinstitution breit zu streuen aber diese gleichzeitig um ein Blog herum zu organisieren. Denn auch wenn die Leserschaften von Blogs eher klein sind, so finden sich dort viele Multiplikatoren, d.h. Menschen, die sehr aktiv sind und die Informationen entsprechend weiter tragen. Somit ist Social Media Marketing für den Kunstmarkt in vielerlei Hinsicht eine schöne Ergänzung zu unserem eher diktatisch aufgebauten Leitfaden Social Media für Museen.

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4 Kommentare

  • 1 roger // Dez 6, 2011 at 10:58 am

    Dieser Bericht spricht das Thema “Blogs” an, in dem festgestellt wird, dass die Leserschaft eher klein ist. Ich kann diese Aussage zum Teil bestätigen, vor ca. 7 Jahren, als ich mit bloggen begonnen habe, war das Interesse breiter. Dies sagt aber nichts über die Qualität der LeserInnen aus. Die heutigen BesucherInnen beschäftigen sich vermehrt mit den angebotenen Berichten, teilen dies aber nicht mehr im Kommentarbereich mit, sondern hinterlassen Spuren bei Twitter, Facebook usw., oft nur mit einem nichtssagenden “like”.
    Der grosse Vorteil gegenüber Twitter & Co ist aber die Präsenz/Lebensdauer. Blogs sind eine Art Archiv, in meinem Fall ein ArtArchiv. Und so kommt es auch, dass “uralte Berichte” plötzlich in der Statistik ganz oben erscheinen, je nach Aktualität. Facebook usw. sind “weg vom Fenster”, haben nur eine extrem kurze Lebensdauer. Es kann also nicht, wie viele Leute heute meinen, vom Tod der Blogs gesprochen werden, sondern der Umwandlung, hin zum DokuPortal.

  • 2 axel vogelsang // Dez 6, 2011 at 1:09 pm

    Danke Roger. Ich gebe Dir Recht mit Deiner Einschätzung. Hier noch konkrete Zahlen. Die ARD-ZDF Onlinestudie 2011 (http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/) spricht von 7% Webusern, die zumindest gelegentlich Blogs lesen und lediglich 1%, die regelmässig, also einmal wöchentlich Blogs lesen. Allerdings traue ich den Zahlen nicht. Blogs tauchen in Search Engines regelmässig weit oben auf. Wenn nun jemand in der Google-Suche auf ein Blog trifft und einen Artikel liesst dann heisst das noch lange nicht, dass diese Person sich in einer Umfrage als Blogleser bezeichnet. Was allerdings auch aus der Umfrage klar wird: 60% der Blognutzer verfasst selber Artikel oder kommentiert. Das heisst also, es sind Leute, die sich sehr stark engagieren.

  • 3 Denis // Mrz 11, 2012 at 2:10 pm

    Meiner Meinung nach hat sich die Nutzung der Blogs um einiges verschoben. Die Leser sind wirklich “fauler” geworden, was die Interaktion betrifft. Daran sind wohl nicht zuletzt auch die Suchmaschinen schuld. Diese präsentieren dem durchschnittlichen – wie treffend angemerkt – Webnutzer in jedem 2. Suchergebnis einen Blog … auch, wenn der gar nicht gesucht war … vielleicht gibt es mittlerweile eine Art “Übersättigung” … zudem variiert die Qualität sehr stark – unabhängig davon, ob der Blog an erster oder 50. Stelle gelistet ist.(1. bedeutet oft nicht gleichzeitig “Gut”)

  • 4 axelvogelsang // Mrz 12, 2012 at 5:37 pm

    Hi Denis, was meinst Du mit die Leser sind “fauler” geworden in Sachen Interaktion? Weniger Kommentare oder weniger Leser generell?

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