Direkter Draht ins All

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Was hat eine fliegende Kugel im Weltraum mit der Hochschule Luzern zu tun? Die Antwort heisst CIMON: Der intelligente Roboter hilft auf der Internationalen Raumstation ISS den Astronautinnen und Austronauten bei ihrer Arbeit – und wird von HSLU-Forschenden dabei begleitet.

Am Institut für Medizintechnik der Hochschule Luzern in Hergiswil befindet sich das Biotechnologische Support Center BIOTESC der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Der Kontrollraum hat ein Live-Verbindung zur Internationalen Raumstation ISS. Von dort aus begleiten Forschende der Hochschule Luzern Tests mit dem Weltraumroboter CIMON, der auf der Internationalen Raumstation ISS Astronautinnen und Astronauten bei der Erledigung ihrer Aufgaben zur Seite stehen soll. Die fliegende Kugel hört auf mündliche Befehle, findet sich auf der Raumstation zurecht, kann zum Beispiel auf Aufforderung hin Fotos aufnehmen, Informationen abrufen, die Anweisungen zu Experimenten vorlesen oder auch Musik abspielen.

Unterstützung aus der Zentralschweiz

Im November 2018 absolvierte CIMON-1 erste Tests im All. Sein Nachfolger, CIMON-2, flog im Dezember 2019 auf die ISS. Die Ergebnisse liegen nun vor und bestätigen der Erfolg der Mission. Begleitet wurden die Tests mit beiden CIMONS von Hergiswil aus. BIOTESC-Forscherinnen und Forscher waren an der Entwicklung und Weiterentwicklung von CIMON beteiligt. Darüber hinaus verfügt das Support Center über einen Kontrollraum mit direktem Draht zur ISS. Von dort aus betreute Dr. Gwendolyne Pascua, die Cimon-Spezialistin am BIOTESC, die Tests im All.

Akribische Vorbereitung verhindert Fehlschläge

Unter Pascuas Leitung waren im Vorfeld auch die Prozeduren und Bedienungsanleitungen für die Astronauten entstanden. Denn jeder Test auf der ISS wird vorher auf der Erde genauestens geplant, Schritt für Schritt festgehalten und durchgespielt. So werden möglichst viele Fehlerquellen für die teuren Experimente im All bereits im Vorfeld erkannt und ausgeschlossen. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind übrigens ein wichtiges mögliches Anwendungsgebiet von CIMON. Ausgedruckte Blätter sind in der Schwerelosigkeit eher unpraktisch: Legt man sie in der ISS vor sich hin, so machen sie sich selbständig und schweben in alle Richtungen davon. CIMON hingegen kann seine Position vor dem Astronauten halten oder auf Wunsch anpassen und ist so immer am richtigen Ort, um Anweisungen auf dem Bildschirm anzuzeigen oder sie vorzulesen.

Medienmitteilung des DLR

  • Kontakt

    Dr-Gwendolyne-Demoulin

    Dr. Gwendolyne Demoulin 

    Senior Wissenschaftliche Mitarbeiterin Kompetenzzentrum Bioscience and Medical Engineering; Projektleiterin CIMON an der Hochschule Luzern

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