Die Blackbox öffnen: Ein spielerisches Social Media Tool Kit für die Jugendarbeit

von Aleksandar Stojanovic, Absolvent Minor Digitalisierung und Soziale Arbeit, Mai 2026

Im Digitalen Atelier habe ich ein interaktives Social Media Tool Kit entwickelt, um Jugendliche visuell ansprechend über die Chancen und Risiken der digitalen Welt aufzuklären. Mein Vorhaben adressiert die riesige, aber in der Forschung oft vernachlässigte «Black Box» der Peer-to-Peer Content Creation und verknüpft dieses Thema direkt mit dem Kommunikationskonzept der Jugendanimation Zug (Jaz). Von diesem praxisnahen Tool profitieren sowohl Fachkräfte der Sozialen Arbeit als auch die Jugendlichen selbst, da es den Lernprozess interaktiv und lebendig gestaltet.

m digitalen Atelier habe ich ein interaktives Social Media Tool Kit entwickelt, um Jugendliche visuell ansprechend über die Chancen und Risiken der digitalen Welt aufzuklären. Mein Vorhaben adressiert die riesige, aber in der Forschung oft vernachlässigte «Black Box» der Peer-to-Peer Content Creation und verknüpft dieses Thema direkt mit dem Kommunikationskonzept der Jugendanimation Zug (Jaz). Von diesem praxisnahen Tool profitieren sowohl Fachkräfte der Sozialen Arbeit als auch die Jugendlichen selbst, da es den Lernprozess interaktiv und lebendig gestaltet.

Weg vom starren Word-Dokument

Als ich mit der Arbeit an meinem Tool Kit begann, war mir eines sofort klar: Ich möchte Möglichkeiten abseits von starren und mühsam zu lesenden Word-Dokumenten aufzeigen. Die Lebenswelt der Jugendlichen ist digital, bunt und schnelllebig – unser Aufklärungsmaterial muss das widerspiegeln. Das Ziel war es deshalb, ein ansprechendes Format zu schaffen, durch das man sich spielerisch durchklicken und so auf intuitive Weise Dinge lernen kann.

 

Aleksandar Stojanovic Social Media Tool Kit

Die «Big Four» in der Praxis der Jaz

Mein Tool Kit beleuchtet drei Kernthemen und verbindet diese mit dem Kommunikationskonzept der Jugendanimation Zug (Jaz). Die JAMES-Studie 2024 zeigt eindrücklich, dass Plattformen wie Instagram, TikTok, Snapchat und WhatsApp – die sogenannten «Big Four» – den medialen Alltag der Jugendlichen dominieren und eine fast 100-prozentige Verbreitung haben. Im Konzept der Jaz spiegelt sich das gut wider: Während WhatsApp vor allem für die direkte Kontaktaufnahme genutzt wird, dient Instagram dazu, Einblicke in den Treff-Alltag zu geben und die Jugendlichen am Leben teilhaben zu lassen. Im Tool Kit greife ich auf, wie diese Präsenz Werte wie Respekt und Inklusion fördern kann, weise aber auch auf die Wichtigkeit von sicheren Rahmenbedingungen und Datenschutz hin, wie beispielsweise das Prinzip, keine Gesichter ohne Einverständnis zu posten.

Die Black Box: Content Creation und Peer-to-Peer

Bei der Bearbeitung und Quellensuche ist mir aufgefallen, dass im Bereich «Content Creation» und «Peer-to-Peer Content» erstaunlich wenig geforscht wird. Es ist ein riesiges Feld und meiner Meinung nach eine Black Box, die enorme Potenziale, aber auch viele Risiken birgt. Viele Jugendliche möchten heute Influencer*innen werden. Aber wieso eigentlich?

Oft wird dieser Wunsch gesellschaftlich verteufelt, doch für die Jugendlichen ist es eine essenzielle Art des kreativen Ausdrucks. Plattformen wie Instagram oder TikTok bieten einen spielerischen Raum, um sich in Szene zu setzen, mit der eigenen Wirkung zu experimentieren und so die eigene Identität zu formen. Wenn Jugendliche eigene Bilder oder Videos kreieren, wechseln sie von einer passiven Konsumrolle in eine aktive Gestalterrolle. Dieses aktive Einbringen fördert das Selbstvertrauen, das kritische Denken und führt zu einem starken Empowerment. Zudem wirkt Content von Jugendlichen für Jugendliche durch die gemeinsame Sprache und Trends enorm nahbar und oft viel glaubwürdiger als belehrende Angebote von Erwachsenen.

Gleichzeitig dürfen wir die Risiken dieser Black Box nicht ignorieren: Wer eigenen Content veröffentlicht, macht sich potenziell angreifbar für negatives Feedback, Cybermobbing und ständige Vergleiche, was zu einem enormen Selbstoptimierungsdruck führt. Auf nationalen Ratgeberseiten wie Jugend und Medien finden sich wertvolle Ansätze, wie wir als Fachpersonen diese Gefahren abfedern können.

Fazit

Wir müssen die Faszination für Content Creation ernst nehmen, statt sie pauschal abzuwerten. Wenn wir Fachkräfte diese Dynamiken verstehen, können wir – gestützt auf Konzepte wie jene des JFF – Institut für Medienpädagogik – Jugendliche dabei begleiten, ihre eigene Stimme sicher im Netz zu finden. Mein Social Media Tool Kit soll genau dafür einen spielerischen Grundstein legen.

Quellenverzeichnis

  • Amrein, C. (2026). Factsheet Jaz Instagram. Jugendanimation Zug (Jaz).
  • Bernath, J., Domdey, P., Genner, S., Külling-Knecht, C., Süss, D., Suter, L., Waller, G., & Willemse, I. (2024). Medienkompetenz. Empfehlungen zum Umgang mit digitalen Medien: Für Eltern und Bezugspersonen (8. Aufl.). Jugend und Medien Nationale Plattform zur Förderung von Medienkompetenz, Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) & Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).
  • Külling-Knecht, C., Waller, G., Willemse, I., Deda-Bröchin, S., Suter, L., Streule, P., Settegrana, N., Jochim, M., Bernath, J., & Süss, D. (2024). JAMES – Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz. Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.
  • Mutschke, L. (2025). Digitale Lebenswelten gestalten: Medienpädagogische Perspektiven auf Social Media [Präsentation]. JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis.
  • Peyer, S., & Amrein, C. (2026). Kommunikationskonzept Jaz. Jugendanimation Zug (Jaz).

 

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