SzenenWechsel und ProVielfalt

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SzenenWechsel und ProVielfalt

von Hans-Jürg Rickenbacher

Szenenwechsel, das Musikfestival der Hochschule Luzern, bespielte auch 2020 wieder Räume quer durch Luzern in Besetzungen von der Solostimme bis zu Big Band und Sinfonieorchester in Grossformationen.

Von den sieben faszinierenden Abenden seien hier die beiden herausgegriffen, in welchen die Stimme im Zentrum stand:

Das Studio für zeitgenössische Musik legte mit Upon Silence, Titel und Programm vom Donnerstagabend im Neubad, den Schwerpunkt auf neuere Vokalmusik und Frauenpower: die Sängerinnen Daniela Argentino, Serafina Giannoni, Emilie Inniger, Lara Liechti, Lucrezia Lucas und Julia Zeier wurden von unserer neuen Kollegin und international erfolgreichen Spezialistin Sarah Maria Sun zu Höchstleistungen angeleitet und belebten die Werke von Luigi Nono und George Benjamin mit stimmlicher Vielfalt und einem enormen Farbenspektrum. Zusammen mit den Instrumentalwerken von Johannes Ockeghem, Morton Feldmann und Nik Bärtsch überspannte das Programm sagenhafte sieben Jahrhunderte Musikgeschichte in Raum und Zeit – verspielt, leicht und faszinierend. Einstudierung: Sarah Maria Sun, Stefan Wirth und Erik Borgir

Ebenso farbig und grenzüberschreitend gestalteten Gesangsstudierende aus Klassik, Jazz, Volksmusik den vokalen Abend In stiller Nacht… vom Freitag, 31. Januar 2020 im Marianischen Saal.

Alexandra Jud, Institutsleiterin Klassik und Ideengeberin des Abends, schreibt zum Programm:

Stille, Nacht und Finsternis sind typische Themenbereiche, mit denen sich Liedkomponisten der Romantik und Spätromantik auseinandergesetzt haben – unter ihnen auch Johannes Brahms. Dass aber das musikalische Ergründen von Gefühlslagen wie Melancholie, Sehnsucht und Einsamkeit und vielleicht sogar der menschlichen Endlichkeit nicht nur für das klassische Liedrepertoire äusserst inspirierend ist, wird durch die Bereicherung des Programms durch Folksong Arrangements und Schweizer Volkslieder eindrücklich unter Beweis gestellt. Und keineswegs nebenbei wird dadurch auch die Quelle des Brahms’schen Kunstlieds erlebbar gemacht, welches massgeblich von der Volksliedtradition beeinflusst war. So lassen Gesangsstudierende aus unterschiedlichen Profilen und in verschiedenen Besetzungen gemeinsam ein stilistisch vielseitiges Programm erklingen, das ganz im Zeichen der Stille steht!

Vera Baumann, Ruben Banzer, Norma Haller, Andrea Küttel, Dayana Pfammatter, Balduin Schneeberger, Chiara Schönfeld, Kathi Stahel, Anna Vogt und Julia Zeier – Sängerinnen und Sänger aus den drei Studienprofilen Klassik, Jazz und Jodel, offenbarten die Möglichkeiten vokaler Vielfalt über vermeintliche Stilgrenzen hinweg:

Flavia Frey (*1998), gab in ihren Arrangements den Schweizer Volksliedern AnneliTschieraDu fragsch mi wär i beAm Sommer, ond wenn’t die Tage läng sind und Schönster Abigstern nicht bloss ein neues Klanggewand, sondern verstärkte durch ihre gekonnten Bearbeitungen deren Kernaussagen aufs schönste. Gerahmt wurden diese eigentlichen Neu-Uraufführungen mit Brahms-Quartetten, Stücken von Nadja RässMarkus Flückiger und Volkslied-Bearbeitungen von Johannes Brahms, Benjamin Britten und Susanne Würmli-Kollhopp. Neben den a capella-Stücken begleitete Tomasz Domanski am Klavier und Dominik Flückiger am Schwyzerörgeli. Flavia Frey, Sarah Büchi und Hans-Jürg Rickenbacher zeichnen für Konzept und Einstudierung.

Dieser stimmige Abend war nicht bloss die langersehnte Profi(l)-Vereinigung unserer dynamischen Gesangsabteilungen, sondern auch ein Präludium auf das gemeinsame Dach, unter welches wir im Sommer ziehen werden. In den vielversprechenden neuen Räumen auf dem Campus Südpol werden solch an-, ver- und be-rührende Programme hoffentlich bald zum aussergewöhnlichen Alltag gehören und Menschen und Musiken verschiedenster couleur zusammenbringen. Der SzenenWechsel 2020 ist Geschichte, mögen die Profi(l)-Spiele beginnen!

2020_01_31 In stiller Nacht – Abendprogramm

Live Mitschnitt:

Tonspur in besserer Audioqualität als das Video:

 

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