
Philipp Künsch gründete die Datalizard AG 1999 aus der Überzeugung, dass Unternehmen ihre Fachlogik und Daten nicht dauerhaft an einzelne Technologien binden sollten. Daraus entstand die datalizard Plattform, deren Architektur Fachlogik bewusst von der zugrunde liegenden Technologie trennt und bestehende Systeme miteinander verbindet. Als Gründer und Geschäftsführer treibt ihn bis heute die Frage um, wie Unternehmen ihre gewachsenen IT-Landschaften weiterentwickeln können, ohne Bewährtes neu bauen zu müssen. Aktuell liegt sein Schwerpunkt auf der Integration von Künstlicher Intelligenz in bestehende Infrastrukturen, unter Berücksichtigung von Data Governance und Compliance.
Wie nutzt man KI produktiv, wenn die eigenen Kernsysteme genau dafür nicht gebaut sind? Core Banking-Systeme, CRM und DWH sind historisch gewachsen und stark integriert, KI war beim Bau schlicht noch kein Thema.
Das Referat zeigt einen pragmatischen Weg auf, wie KI mit überschaubarem Aufwand und kontrolliert auf bestehende Unternehmensdaten und Systeme zugreifen und konkrete Aufgaben übernehmen kann. Im Fokus steht die Anbindung an bestehende Applikationen, Datenbestände und andere Dienste, unter Berücksichtigung bestehender Berechtigungskonzepte und Compliance-Anforderungen. Das KI-Modell selbst spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
Wir zeigen anhand eines konkreten Use Cases, welche Rolle das Model Context Protocol (MCP) dabei spielen kann. MCP verbindet KI-Anwendungen kontrolliert mit bestehenden Systemen und Funktionen. So lässt sich produktiver Nutzen schaffen, ohne invasiv in die bestehende Infrastruktur einzugreifen oder zuerst ein umfassendes Transformationsprojekt starten zu müssen.
Dr. Ante Plazibat ist seit 2021 bei Finnova für die Themen Business Architektur und Innovation verantwortlich. In dieser Rolle gestaltet er die Transformation der Kernbankenplattform aus Produktsicht voran. Zunächst verantwortete er den Aufbau der Blockchain- und Digital-Asset-Fähigkeiten, insbesondere in den Bereichen Trading und Custody. Heute liegt sein Schwerpunkt auf der Konzeption und Umsetzung des AI-Produktportfolios sowie der Integration generativer KI in moderne Bankprozesse. Zuvor forschte er an der Universität St. Gallen zum Einfluss potenziell disruptiver Technologien auf den Finanzsektor und unterstützte parallel Finanzinstitute bei der Entwicklung und Einführung blockchainbasierter Lösungen.
Die Diskussion über Künstliche Intelligenz und Blockchain wird häufig getrennt geführt. Tatsächlich entfaltet sich das größte Potenzial jedoch dort, wo beide Technologien zusammenwirken. Das Referat zeigt auf, weshalb die Konvergenz von AI und Blockchain insbesondere im (Core) Banking von strategischer Bedeutung ist und welche Anwendungsfälle erst durch das Zusammenspiel beider Technologien realisierbar werden. Anhand konkreter Zukunftsszenarien wird veranschaulicht, wie sich Prozesse, Produkte und Kernbankensysteme verändern und an welchen Stellen die Technologien in die Architektur eines Core-Banking-Systems integriert werden müssen, um Banken auf die Anforderungen der nächsten Generation des Bankings vorzubereiten. Neben technologischen Aspekten werden auch die Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Systemarchitekturen und die zukünftige Rolle von Core-Banking-Plattformen beleuchtet.
