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Lernzprozesse sichtbar machen

    Weil Lernen nicht nur aus Ergebnissen besteht, sondern aus individuellen Prozessen, Entscheidungen und Entwicklungen, braucht es Formate, die genau diese sichtbar machen. Portfolioarbeit ermöglicht es, Lernprozesse über die Zeit hinweg zu dokumentieren, zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

    Die Hochschule ist nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung, sondern auch ein Raum für persönliche und professionelle Entwicklung. Studierende bauen Kompetenzen auf, die über einzelne Module hinausgehen. Klassische Prüfungsformate zeigen jedoch meist nur einen Ausschnitt dieser Entwicklung, häufig das Endprodukt. Die Prozesse dahinter bleiben unsichtbar. Hier setzt Portfolioarbeit an: Sie macht Lernen als Prozess sichtbar und schafft Raum für Reflexion.

    Didaktische Überlegungen

    Die Arbeit mit Portfolios basiert auf dem Prinzip der reflektiven Praxis: Studierende setzen sich aktiv mit ihrem eigenen Lernen auseinander, erkennen Zusammenhänge und entwickeln ein Verständnis für ihre eigene Kompetenzentwicklung. Damit dies gelingt, braucht es klare Leitplanken und eine bewusste didaktische Gestaltung.

    • Reflexion anleiten und strukturieren: Studierende benötigen Orientierung, um über ihr Lernen nachzudenken. Formulieren Sie gezielte Leitfragen, die über reine Beschreibung hinausgehen, z. B.: Was war herausfordernd? Warum? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Solche Fragen helfen, Lernprozesse zu vertiefen.
    • Regelmässigkeit statt punktuelle Abgabe: Portfolioarbeit entfaltet ihren Mehrwert vor allem dann, wenn sie kontinuierlich erfolgt. Planen Sie regelmässige Reflexionsanlässe ein, anstatt das Portfolio nur am Ende eines Moduls einzufordern.
    • Verbindung von Theorie und Praxis fördern: Fordern Sie Studierende dazu auf, ihre Erfahrungen mit theoretischen Konzepten zu verknüpfen. So entsteht ein tieferes Verständnis und Wissen wird anschlussfähig.
    • Umgang mit KI reflektieren: Portfolios bieten einen idealen Raum, um den Einsatz von KI sichtbar und reflektierbar zu machen. Studierende können dokumentieren, wann und wie sie KI genutzt haben, welchen Mehrwert sie daraus gezogen haben und wo Grenzen lagen. Dadurch wird der Umgang mit KI selbst Teil des Lernprozesses.
    • Feedback integrieren: Reflexion wird durch Rückmeldung vertieft. Planen Sie gezielte Feedbackschlaufen ein durch Dozierende oder Peers. Auch Selbstbewertungen können sinnvoll integriert werden.
    • Transparente Erwartungen schaffen: Machen Sie klar, was von den Studierenden erwartet wird: Was gehört ins Portfolio? Wie wird reflektiert? Welche Kriterien gelten für die Beurteilung? Klare Rahmenbedingungen fördern die Qualität der Beiträge.

    Empfohlene Tools

    • Switchportfolio (Mahara): Das zentrale Tool zur Erstellung und Pflege von Portfolios an der HSLU. Studierende können Inhalte sammeln, strukturieren und mit Reflexionen anreichern. Die Plattform ermöglicht zudem das gezielte Teilen von Portfolioseiten für Feedback und Bewertung.
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