Skip to content

Digitale Wissensressourcen einsetzen für die Lehre

Hinweise für die Nutzung von Online-Kursen als Lehrmittel

Worum geht es in diesem Merkblatt?

Für die Aus- und Weiterbildung steht eine Fülle an qualitativ hochwertigen Wissensressourcen für den Wissenserwerb zur Verfügung. Deren Bereitstellung für die Lehre stellt aufgrund der Vielfältigkeit an Formaten unterschiedliche Herausforderungen bezüglich Verwendung, Einbettung und Zugang für Studierende. Dieses Merkblatt bietet Lehrenden eine Wissensbasis zu didaktischen, organisatorischen und rechtlichen Aspekten für die Nutzung und Integration von Wissensressourcen in der Lehre. Der Fokus liegt dabei auf den Einsatz von Online-Kursen als Lehrmittel. [1]

Für Einsatz und Nutzung von E-Learning Plattformen gibt ein eigenes Merkblatt Hinweise.

Didaktische Überlegungen

1. Art der Wissensressource

Digitale Wissensressourcen kommen in verschiedenen Formaten vor. Für die Einbettung in die Lehre ist eine Unterscheidung nach Einzelmaterial und kompletter Kurs hilfreich. Einzelmaterialien wie z.B. Videos oder Aufgabenblätter stehen für sich und müssen erst didaktisch ausgestaltet und in die eigene Kursstruktur des Lehrangebots eingebaut werden. Komplexere Wissensressourcen in Kursform wie z. B. Online-Kurs, Lerneinheit, MOOCs oder eBook weisen in der Regel eine hohe Didaktisierung auf, denn sie sind von Grund auf als Lernressource entwickelt. Nebst einer sinnvollen Strukturierung und Sequenzierung der Inhalte können Online-Kurse auch didaktische Elemente wie Lernziele, Orientierung, Aufgaben und Reflexionsfragen beinhalten.

2. Anforderungen an Wissensqualität

Die Hochschule ist mit dem Anspruch verbunden, wissenschaftlich fundiertes Wissen zu lehren und die Reflexion der eigenen Praxis mit Theoriewissen anzuregen. Wesentliche Qualitätsmerkmale für Wissensressourcen sind:
Wissenschaftsbezug: In welchem Umfang wird der fachliche Wissensstand und die Aktualität des Wissens berücksichtigt? Weist die Ressource eine hohe Forschungsorientierung auf?
Relevanz / Praxisbezug: Welche Bedeutung hat das Wissen für die Studierenden? Wie gut lässt sich das Wissen in deren eigenen Kontext transferieren bzw. in deren beruflichen Praxis anwenden?
Multiperspektivität: Zeigt die Ressource eine andere Perspektive / Sichtweise auf das Thema als bereits verwendete oder selbst erstellte Ressourcen? Werden didaktische Elemente zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Inhalt eingesetzt?

3. Funktion der Wissensressource

Welche Funktion soll die Wissensressource übernehmen? Während Einzelmaterialien oft punktuell eingesetzt werden oder eigene Materialien anreichern, unterstützt der Einsatz von Online-Kursen die selbständige und individuelle Wissensaneignung optimal. Solche Wissensressourcen können folgende Funktionen übernehmen:

  • als eigenständiges Lehrmaterial für bestimmte Themen einsetzen,
  • ergänzende Materialien (Vorwissen, Vertiefung, Medialität) zur Unterstützung einer heterogenen Zielgruppe bereitstellen oder
  • als zentrales Lehrmittel nutzen.

4. Curriculare Einbettung

Die Passung eines Online-Kurses als Lehrmittel zum eigenen Weiterbildungsangebot hängt mit der didaktischen Funktion zusammen und kann mit curricularen oder technischen Anpassungen erfordern. Zum Beispiel können Inhalte in Online-Kursen in der Reihenfolge abweichen oder eine andere didaktische Herangehensweise beinhalten. Auch können thematische Anknüpfungspunkte fehlen oder der Kontext unpassend sein. In solchen Fällen sind curriculare Änderungen des Weiterbildungsangebot notwendig. Andersrum kann ein Bedarf bestehen, die Wissensressource direkt anpassen zu können, um aktuelle oder kontextbezogene Inhalte einfliessen zu lassen. Bedingung für eine Anpassung sind rechtliche und technische Offenheit.

5. Tutorielle Unterstützung

Ergänzend braucht es auf der Lehrebene Überlegungen zu Umfang und Form der tutoriellen Unterstützung. Folgende Aspekte sind zu berücksichtigen:
Anerkennen von Lernleistungen: Oft beinhalten Online-Kurse auf Kursplattformen eigene Endprüfungen. Werden solche Kurse als Vorkurs oder zum Auffrischen von Fachwissen verwendet, braucht es Verfahren der Anerkennung.
Lernbegleitung: Online-Kurse sind in der Regel Selbstlernangebote, sie können begleitende Massnahmen auf algorithmischer Basis beinhalten. Welche Betreuungsleistungen sollen Dozierende leisten und welche Möglichkeiten zur Einsicht in das Lernverhalten stehen zur Verfügung?

Rechtliche und organisatorische Aspekte

6. Verwendung / Nachnutzung (Lehrende)

Lizenzen regeln, wie eine Wissensressource genutzt werden kann. Die Nutzungsrechte beinhalten verschiedene Verwendungsformen, z.B. Verlinken, Zugriff gewähren, Kopien anfertigen oder Inhalte anpassen. Beachten Sie die Bestimmungen der jeweiligen Kursplattformen und Kursanbieter. Grundsätzlich wird zwischen einer offenen und kostenpflichtigen Lizenzierung unterschieden.

Die häufigste Form von offenen Lizenzen ist die Creative Commons Lizenz. Je nach Variante können Lehrende die Wissensressource vervielfältigen, auf HSLU-Plattformen bereitstellen, mit anderen Materialien kombinieren und, sofern technisch möglich, die Inhalte verändern. Auch CC-lizenzierte Wissensressourcen können Restriktionen unterliegen, z.B. können Bilder enthalten sein, deren Verwendung nur innerhalb der Ressource selbst erlaubt ist.
Kostenpflichtige Lizenzen gelten vorwiegend für Wissensressourcen, die sich auf kostenpflichtigen Kurs- oder Contentplattformen befinden. Für den Zugriff auf die Online-Kurse wird eine Lizenz benötigt. Mit einer Einzellizenz erhalten Studierende Zugriff auf einen Online-Kurs oder das gesamte Kursangebot, hierfür müssen sie sich selbst registrieren. Zudem sind Lizenzen für bestimmte Online-Kurse, für eine Studierendengruppe oder für die gesamte Hochschule möglich (Kurslizenz, Campuslizenz). Die Nachnutzung dieser Online-Kurse ausserhalb der Kursplattform muss im Einzelfall mit dem Plattform-Betreiber oder der Urheberschaft geklärt werden. Es wird empfohlen den Rechtsdienst beizuziehen.

7. Bereitstellung und Zugang für Studierende 

Die Bereitstellung einer Wissensressource kann auf drei Arten erfolgen:

  • Einbinden in HSLU-Plattformen,
  • Verlinken auf externe Kurs- oder Contentplattformen oder
  • Nutzung

Online-Kurse befinden sich in der Regel auf Kursplattformen. Bei öffentlichen Kursplattformen kann häufig direkt auf den Kurs verlinkt werden. Bei nicht öffentlichen oder kostenpflichtigen Kursplattformen benötigen die Nutzenden eine entsprechende Zugangsberechtigung, die über verschiedene Settings erfolgen kann.

8. Datenschutz

Bei der Nutzung einer externen Kursplattform als registrierte Nutzer:innen werden Personen- und Kursdaten für die Organisation des Kurses und Umsetzung der didaktischen Massnahmen (Benachrichtigungen, Lernstandkontrolle, Motivation etc.) erhoben. Umfang und Verwendungszweck wird jeweils in entsprechenden Datenschutzerklärungen erläutert. Die Algorithmen des didaktischen Konzepts sollten transparent und nachvollziehbar sein. Überprüfen Sie, inwieweit sich die Datenpraktiken auf den Kursplattformen mit den Datenschutzpraktiken der HLSU vereinen lassen.

Kontakt

Für Fragen zu Wissensressourcen sowie für Abklärungen zu Zugangsmöglichkeiten und zur Nachnutzung stehen die Fachreferenten der Bibliotheken als Ansprechpartner:innen zur Verfügung.

HSLU T&Aemail hidden; JavaScript is required
HSLU SAemail hidden; JavaScript is required
HSLU Wemail hidden; JavaScript is required
HSLU Iemail hidden; JavaScript is required
HSLU Memail hidden; JavaScript is required
HSLU D&Kemail hidden; JavaScript is required

Dokumente

Liste Kursplattformen (PDF-Dokument) herunterladen

[1] Dieses Merkblatt ist aus dem Projekt «Wissen für die Lehre – weniger «make», mehr «buy» entstanden. Das Projekt wurde von der Ressortkonferenz Weiterbildung (RKW) im Rahmen des strategischen Projektes «Digitale Agenda 2030» Phase I eingegeben und bearbeitet.
Projektseite Digitale Agenda 2030

Beitrag teilen in